Mit dem Alter flammte bei mir die Nostalgie für alte Videospiele wieder auf. Momentan spiele ich nur ROMs auf Emulatoren. Vorzugsweise Super Nintendo Spiele auf dem Odroid Go (kaufen). Seltener PlayStation Titel auf der Switch mit CFW und der Recalbox auf dem RPi4. Diese Systeme basieren alle auf RetroArch und unterstützen somit RetroAchievements.

Was sind RetroAchievements?

Wer von der PlayStation die Trophäen oder von XBOX Live die Erfolge kennt, weiß schon wie es funktioniert. Wenn der Spieler einen besonderen Spielfortschritt erspielt hat, wird eine Trophäe freigeschaltet. Diese Erfolge reichen vom Besiegen eines Endgegner bis hin zum Durchspielen des Spiels auf einem hohen Schwierigkeitsgrad. Dafür werden Speicherbereiche im ausgeführten Code überwacht. Sobald durch die Community festgelegte Kriterien eintreten, wird der Erfolg freigeschaltet. Dafür muss man allerdings online sein. Nach dem Anlegen eines Accounts auf retroachievements.org kann es auch schon losgehen. Die Zugangsdaten trägt man dann in RetroArch oder Emulationstation in den Einstellungen ein.

EmuELEC 4.0 auf dem Odroid Go (kaufen) zeigt neben unterstützen ROMs einen Pokal an.

Welche ROMs funktionieren mit RetroAchievements?

Die Erfolge werden für ROMs von GameBoy bis PlayStation bereitgestellt. Dabei sind mittlerweile die wichtigsten Titel abgedeckt. Allerdings muss es ein bestimmtes ROM des jeweiligen Spiels sein. Das sind in der Regel die sogenannten Verified Good Dump ROMs die von mehreren Personen mit demselben Hashwert von den Modulen kopiert worden sind. Diese sind mit einem Ausrufezeichen in eckigen Klammern im Dateinamen markiert. In den runden Klammern steht die Abkürzung für das Land (USA, Europe, World, Germany). Die Dateiendung bezieht sich auf das jeweilige System wie .sfc für Super Famicom (SNES) oder .gen für Sega Genesis (Mega Drive). Beispiele für diese ROMs:

Super Mario World (U) [!].sfc
StarWing (G) [!].sfc
Sonic The Hedgehog 2 (W) [!].md

Ein ROMs die irgendwo aus dem Internet geladen wurden, sind der häufigste Grund, warum RetroAchievements nicht funktionieren.

Die freigeschaltete RetroAchievements werden direkt beim Spielen angezeigt.
Die freigeschaltete RetroAchievements werden direkt beim Spielen angezeigt.

Die 5 Gründe, warum ich RetroAchievements nutze

1. Ich verfolge meinen Spielfortschritt

Dank den RetroAchievements wird online gespeichert, welche ROMs man bis wohin gespielt hat. Metroid Fusion auf dem Gameboy Advance habe ich schon durch? Okay, dann probiere nun mal Metroid: Zero Mission. Dort habe ich noch gar kein Achievement. So habe ich einen Überblick, welche Titel ich in meiner Retrospielesammlung noch anschauen möchte. Wenn man bei einem Spiel 100 % aller Trophäen erreicht hat, bekommt man dafür einen Site-Award in seinem Profil angezeigt. Das entspricht dann einer Platin Trophäe im PSN.

2. Spielen wie früher dank Hardcore-Modus

Emulatoren erlauben das Speichern außerhalb der normalen Möglichkeiten der Retrokonsolen. Funktionen wie „Savestates“ oder „Zurückspulen“ macht das Spielen viel einfacher. Der Hardcore Modus von Retroachievements deaktiviert alle diese Funktionen gnadenlos. Dafür bekommt die Trophäe einen goldenen Rahmen. Erfolge sammeln wäre ohne diesen Modus ziemlich langweilig. The Legend of Zelda – A Link to the Past wird damit zu einem Dark Souls: Stirbt man auf dem Weg zu einem Boss, fängt man im Dungeon wieder ganz von vorne an. Jedenfalls, wenn man keine Abkürzungen freigeschaltet hat.

3. Meine ROM-Sammlung wird überprüft

Wie Eingangs erwähnt, funktionieren RetroAchievements meist nur mit einem Verified Good Dump ROM. Somit kann man sich sicher sein, dass ein unterstütztes ROM zumindest einige andere Personen auf der microSD-Karte haben. Somit bekommt meine kuratierte Liste für mich noch etwas mehr Wert.

RetroAchievement „Who Needs Helium?“: Das SMW Level Tubular ohne den Heliumballon schaffen.

4. Neue alte Herausforderungen warten auf mich

Damals 1992 hatte das Sammeln der fünf Drachenmünzen je Level in Super Mario World keine Bedeutung oder Nutzen. Dank den RetroAchievements wird das nun zum Spiel im Spiel. Bei SimCity auf dem SNES auf der Anfängerinsel eine Million Einwohner erreichen? Oder das ohnehin schon schwere SPECIAL-Level Tubular einfach ohne den Heliumballon durchspielen? Letztes ist so schwer, dass die Hardcore-Trophäe neben der Platin-Version von Bloodborne in meinem Lebenslauf auftaucht. Warum ich so was mache? Lies weiter.

5. Die Freundesliste sorgt für Motivationsschub

Eines Abends stöberte ich bei meinem Freund Dänjiel in seinen RetroAchievements. Dabei stellte ich fest, dass er die oben erwähnte Trophäe „Who needs Helium?“ von Super Mario World in seiner Liste hat. Und das sogar auf Hardcore! Ein Telefonat später hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Es muss aber nicht gleich ein Wettkampf entstehen. Dank der Freundesliste habe ich Battle City von Namco auf dem NES für mich entdeckt. Selbst bei Retro-Connaisseuren können RetroAchievements den Horizont noch erweitern.

Auch die Internetseite ist Retro.
Auch die RetroAchievements Internetseite ist Retro.

Kostenlos. Aber nicht perfekt

RetroAchievements kosten nichts und werden über eine Community gepflegt. Jeder kann mitmachen. Allerdings sieht die Webseite schrecklich aus. Die Integration in den Odroid Go (kaufen) und Recalbox ist weit entfernt von der schicken Optik von PSN und XBOX Live. Da ist noch Luft nach oben. Außerdem gibt es keine Möglichkeit, die Achievements ohne Internet offline freizuschalten. Sobald die Verbindung abreißt, können keine Erfolge freigeschaltet werden. Das sorgt dafür, dass es schwer ist, sich Trophäen zu erschleichen. Trotzdem gibt es keine Alternativen zu diesem ansonsten fantastischen Dienst. Wer gerne auf Emulatoren spielt, sollte RetroAchievements eine Chance geben.

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