Bloodborne – Das bessere Dark Souls?

Ich habe schon viel über die brillante Dark Souls Serie hier im Blog geschrieben, aber wenig über Bloodborne. Der aggressive Bruder aus der Dark Souls-Familie ist 2015 exklusiv für die PlayStation 4 erschienen und gehört auf Metacritic mit über 90 Punkten immer noch zu den objektiv besten Titel auf Sonys Konsole.

Gemeinsamkeiten zwischen Bloodborne und Dark Souls

  1. Die Spiele sind schwer, weil sie keine Fehler verzeihen. Zudem verhalten sich Gegner wie Schosshunde, die jahrelang nur auf dem Sofa gelegen haben um dann plötzlich eines Tages aus dem nichts einen Salto machen. Man kann nie 100%ig sicher sein, wie die Biester sich verhalten. Deshalb stirbt man oft wegen seiner eigenen Arroganz.
  2. Ein Fehler und man ist tot und darf nochmal von vorne anfangen. Und zwar ohne dem nächsten Charakterlevel näher gekommen zu sein. Einzig und allein das Auffinden von Abkürzungen innerhalb der Level verkürzen den Weg durch die Gegnerhorden.
  3. Die Menge an Energie zum Ausführen von Angriffen und Ausweichmanövern ist limitiert und lädt sich nur langsam wieder auf. Unkontrolliertes Rumdrücken bringt den Spieler nur schneller ins Grab.

Unterschiede zwischen Bloodborne und Dark Souls

Gegenüberstellung Bloodborne und Dark Souls
Bloodborne (links) und Dark Souls 3 (rechts) – Optisch dank gleicher Engine sehr ähnlich

Aggressiveres Kampfsystem

Wie ich lang und breit schon mal im direkten Vergleich zum schlechten Kampfsystem von The Witcher 3 erklärt habe: Bloodborne hat das perfekte Kampfsystem. Schwere Waffen fühlen sich träge aber wuchtig an aber trotzdem löst man die Aktionen ungefähr doppelt so schnell aus wie bei Dark Souls. Die Reaktionen der Spielfigur auf die Eingaben am Joypad könnten direkter nicht sein.

Defensive Elemente wie Schild oder Fernkampfwaffen wie Bogen oder Magie sind zwar existent aber unbrauchbar. Statt sich von hinten anzuschleichen nutzt man die visceral attacks von vorne wenn Gegner oder sogar Bosse  gerade mitten im Angriff sind.

Wenn man dann doch mal einen Schlag kassiert hat und dann heftig am Ohrfeigenbaum der Gegner rüttelt und trotzdem selben einen Treffer landet, dann bekommt man die Lebensenergie zurück. Das „Risk and Reward“-Management ist somit direkt im Gameplay angekommen. Als Spieler muss man so innerhalb von Millisekunden Entscheidungen treffen und danach handeln.

Shop in Bloodborne

Heiltränke werden nicht mehr aufgefüllt

Heiltränke (Blood Vials) werden nicht mehr am Bonfire (Lanterns) wieder aufgefüllt sondern sind Verbrauchsgegenstände, die man durch das Besiegen von Gegner bekommt. Das bedeutet, dass man schnell auch mal komplett ohne Heilung im ersten Level steht und noch vorsichtiger sein muss.

Insbesondere unzählige Versuche bei Bossen, ohne die Taktik anzupassen, werden so teuer mit Farming-Runden bestraft.

Gegner treten gerne in Gruppen auf

Bei Dark Souls kann man sich gemütlich einen Gegner nach dem anderen Vornehmen, wenn man nicht sofort sterben will. In der Welt von Bloodborne patrouillieren gerne auch mal Gruppen von fünf und mehr Gegnern durch die dunklen Gassen.

Für solche Situationen gibt es wuchtige horizontale Angriffe, die sich aber erst aufladen müssen. Somit gehört noch mehr Timing bei den Angriffen dazu, wenn man nicht überrannt werden möchte.

Mein härtester Bosskampf

Die optionalen und hammerharten Chalice Dungeons habe ich damals komplett ohne Hilfe durchgespielt. Damals funktionierten die Beckoning Bells (Beschwören von anderen Spielern) dort nicht.

Meinem Freund Lukas, mit dem ich einen großen Teil des Spiel abwechselnd vor dem TV durchgespielt habe, waren die Chalice Dungeons zu schwer zu blöd. Somit musste ich alleine ran um meine härteste Platinum Trophy zu bekommen.

Damals war der „Hund-Boss“ (Watchdog of the Old Lords) im „Cursed Defiled Dungeon“ (Halbe Lebensenergie und Schläge verursachen nur den halben Schaden) mein Albtraum. Über Wochen (!) habe ich probiert, ihn zu schlagen. (Solo, Philipp, SOLO!) Zwei Schläge normale Treffer und ich war tot. Einen Treffer seiner Spezialattacken und der Ladebildschirm sorgte für eine Minuten dafür, dass ich Zeit hatte meine Fehler zu beweinen.

Eines Tages, es war ein Sonntag, hatte ich ihn plötzlich auf unter 70%. Der Kampf dauerte schon 10 Minuten und ich wurde langsam nervös weil ich noch am Leben war. 10 Minuten bei voller Konzentration sind wirklich lange. Nach 14 Minuten lag er tot vor meinen Füßen. Die Freundin meiner Frau namens Kerstin guckte mich an und sagte nur:

Der war nicht ganz einfach, oder?Kerstin

Ja, das war er nicht. Im Video kann man die intensivsten 14 Minuten meiner Videospielgeschichte miterleben.

Video

Das Abhorrent Beast im Chalice Dungeon war dann zwar auch schwer aber durch einen Trick mit sehr vielen Vergiftungspfeilen und sehr viel Geduld war dieser deutlich angenehmer.

Ist Bloodborne das bessere Dark Souls?

Bloodborne hat einen ähnlich genialen Levelaufbau wie Dark Souls I: Die gesamte Welt ist miteinander verbunden. So öffnet man eine Tür und steht dann plötzlich in einem Bereich in dem man vor wenigen Stunden noch vorbeigekommen ist.

Das durch H.P. Lovecraft (Der Schriftsteller, nicht der Frontmann von Scooter) geprägte Setting von Bloodborne hebt sich durch Werwölfe und Aliens angenehm vom Dark Souls Universum ab. Zudem sieht Bloodborne im direkten Vergleich zu Dark Souls 3 grafisch besser aus.

Da alle Titel von FromSoftware sehr gut sind, kommt man ohnehin nicht drum herum, sie alle zu spielen. Trotzdem ist Bloodborne meiner Ansicht nach klar das bessere Spiel.

Bewertung auf SHORTSCORE.org

Bloodborne: Wer nicht mehr wie ein vierzehnjähriges Kind behandelt werden will beim Spielen und sich gerne einer Herausforderung stellen möchte, dann ist Bloodborne das perfekte Spiel.

Die erprobte Dark Souls Formel auf Speed ohne Schild und mit Belohnungen für agressives Vorgehen wird hier gekonnt geremixt.

Einzig und allein die Ladezeiten sind eine Frechheit - trotz Patches.
Marc
10
von 10
2015-03-29T13:28:42+00:00

25 Antworten auf „Bloodborne – Das bessere Dark Souls?“

  1. Oh je, kein Spiel für mich :D
    Da ist meine Frustrationstoleranz bei Computerspielen zu niedrig. Würde wahrscheinlich nach einer Stunde ragequitten und das Teil nie wieder anfassen ;-)

    Nachdem ich bei Witcher 3 eine Weile fest hing (konnte Imlerith irgendwie nicht besiegen…), liegt auch diese Spieleperle abseits auf der Platte.




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    1. Ach Mario. Das wird dir Bock machen. Lass dich nicht abschrecken… von den ersten 7 Stunden in dem Du sagen wirst: „Die Steuerung ist kacke.“, „Und man, ist das unfair“. Denn nach den 7 Stunden merkt man, dass die Steuerung nur bei anderen Spielen kacke ist und bei BB nichts unfair ist.




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    2. Sehr gerne :) Es gibt quasi nichts besseres als die Souls-Reihe und ganz klar auch Bloodborne. Und die Chalice muss man ja nicht machen, es sei denn, man sucht wirklich die ultimative Herausforderung. Kostet ja auch gerade für den PC nicht die Welt, daher solltest Du das auf jeden Fall mal ausprobieren (in Kombi mit dem guten 360-Pad versteht sicht).




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    3. Ok, ich versuche es mal mit Dark Souls 2 in der 64 Bit version. Die kostet nen Appel und nen Ei und das bin ich bereit in den Sand zu setzen. Aber vernehmt meine Skepsis ;-)
      Das 360-Pad nutze ich eh meist. Habe auch noch das PS3-Pad und den Steam-Controller (letzteren halt für den Steam-Link) aber das 360 ist imho schon das Beste.




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    4. Habe es jetzt dreißig Minuten gespielt, bin dreimal gestorben. Grafik haut mich absolut nicht vom Hocker, Story nicht (?) vorhanden. Aber es gibt ein Tutorial. Zumindest ein bisschen, was die Moves angeht. Ich werde es bei Gelegenheit mal wieder spielen aber sonderlich geil finde ich es erst einmal nicht.




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    5. Grafik ist auch nie ein Hauptbestandteil der Souls-Reihe gewesen. Dafür ist es nicht aus einem Baukastenprinzip zusammengebaut sondern die ganze Welt ist liebevoll gestaltet.

      Die Frau am Feuer auf dem Platz vom Teaserbild meines DS2 Artikels ist wichtig und die Human Effigies. Ansonsten einfach mal die Umgebung erkunden.




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  2. Ich kann es noch nicht abschließend beurteilen, aber auf den ersten Blick sieht es aus, als wenn mir das etwas schnellere BB-Kampfsystem noch ein bissle besser gefällt. Allerdings finde ich es gerade cool, dass man in DS3 verschiedene Klassen spielen kann. Auch das die Möglichkeit umzuskillen besteht ist großartig. Ich glaube, das könnte mir am Ende bei BB fehlen. Aber ich bin gespannt!




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  3. Ich habe 5 Bosse gelegt. Die ersten 4 alleine und den 5ten mit Hilfe eines anderen Spielers per Glocke. Trotzdem ist mir der Frustfaktor zu hoch. Das ewige Farmen von Medipacks in Yarnam um wieder den nächsten Bosstry zu machen nervt gewaltig. Ferner hatte ich das Gefühl permanent schmutzige Tricks anwenden zu müssen wie beim Verstecken hinter den Grabsteinen beim 2ten Boss. Das Gleiche bei einem Zwischengegner mit einer Gatling auf dem Turm. Auch den mußte ich schmutzig besiegen.
    Alles in Allem eine intensive Spielerfahrung. Aber den Terror tue ich mir nicht bis zum Ende an. Aber wer es mag… bitteschön!!




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    1. Du brauchst nicht Farmen. Ich denke, du hast das Spielprinzip noch nicht verinnerlicht. Durch zuruckschlagen kannst du nach einem Treffen Lebensenergie zurückbekommen. Auch bei Bossen.

      Wenn du permanent am Potion-Farmen bist, machst du definitiv was falsch ;)

      Wir wollten alle auf aufgeben. Aber das Spiel offenbart seine wahre Schönheit erst nach etwas Übung. So wie das bei allen schönen Dingen im Leben ist ;)




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    2. Das klingt jetzt fast so als ob Du keine Medipacks brauchst und alles an Energie über die Konterattacken zurück holst. Also ich brauche für einen Bosstry die maximale Anzahl an Medipacks. Ich glaube 20 sind Maximum. Wenn man 3 Mal aufgrund falscher Taktik, da man den Boss nicht kennt, versagt, sind 60 weg. Ich weiß nicht wieviele Du in Deinem Lager hortest, aber ich brauche auf teilweise welche im normalen Level.
      Du klingst hier geradezu wie der Hardcore-Zocker, der da durch spaziert. Kompliment! Davon kenne ich echt wenige! ;-)




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    3. Man stirbt dann eben mit Ehre ohne einen blood vail zu nehmen. Ich habe immer probiert die Bosse ohne Blood Vails zu machen und erst, wenn ich es ernst gemeint habe, dann alles reingehauen.

      Die ersten fünf Versuche stirbt man ja in der Regel eh.




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    4. Ich habe schließlich dann Fallout 4 komplett durchgezockt und mich deutlich besser amüsiert. Gerade auch, weil die Story besser greifbar war. Wie stehst Du zu Witcher 3 im Vergleich zu Bloodborne?




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