Nun ist es offiziell: Die Tage der PlayStation 4 sind gezählt. Sie wird 2020 durch die PlayStation 5 mit deutlich potenterer Hardware ersetzt. Im Gegensatz zur PlayStation 4 wird sie abwärtskompatibel sein.

Fast gleichzeitig hat Google mit Stadia eine Art „Netflix für Spiele“ angekündigt. Das funktioniert technisch so wie PS Now, RemotePlay auf der PS4 oder das abgesägte Onlive. Von Microsoft und Nintendo weiß man noch nicht konkret wie es weitergeht.

PlayStation 5 Spezifikationen

Hier die wichtigsten Fakten in Kurzform aus dem WIRED Interview mit dem Chef-Hardware-Architekten Mark Cerny von Sony. Er war bereits für die PlayStation 4 und PlayStation 4 Pro zuständig.

  • 8-Kern AMD CPU 7nm Zen 2 (3. Generation Ryzen, vielleicht AMD Gonzalo)
  • Ray-Tracing Unterstützung mit angepasster AMD Navi GPU
  • AMD Unit für 3D Audio mit Ray Tracing
  • Schnelle SSD (schneller als aktuelle PC-Technologie,
    Spider-Man läd 19-fach schneller als auf der PS4 Pro.)
  • Unterstützung für 8K und wahrscheinlich Support für HDMI 2.1 mit VRR (GSync/FreeSync für TVs)
  • Unterstützung für das erste PlayStation VR Headset
  • Unterstützt physikalische Medien
  • Abwärtskompatibel zur PlayStation 4
  • Entwicklungskonsolen sind bereits bei den Entwicklern
  • Die PS5 war bislang 4 Jahre in der Entwicklung
  • Erscheint im Jahr 2020

Man kennt keine Details wie Taktzahl der GPU und CPU und auch nicht die Größe des verbauten Speichers. Wahrscheinlich will man der Konkurrenz nicht zu viel verraten.

Solid-State Disk und Abwärtskompatibilität

Zwei Fakten stechen besonders hervor: Die SSD und Abwärtskompatibilität. Die SSD als solche kennt man schon länger vom PC als ultra-schneller Alternative zur Festplatte. Meine drei letzten MacBook Pros hatten alle ein SSD verbaut und ich möchte sie niemals mehr gegen eine Festplatte austauschen. Aber in einer Konsole als Standard mit einer noch schnelleren Anbindung als aktuelle PCs sie haben ist eine Ansage. Damals hat man aber auch die 8 GB GDDR5 RAM der PS4 mit einem Einstiegspreis von 399 € für unmöglich gehalten. Microsoft wird sicherlich diesmal nicht den Fehler machen und statt mit Hardwarepower zu versuchen mit anderen Features zum gleichen Preis zu Punkten.

Die Abwärtskompatibilität ist der nächste wichtige Punkt. Und zwar nicht nur zur PS4 sondern auch zu PlayStationVR. Bei 100 Millionen verkauften PS4 Konsolen hat man sehr viele Leute, einfach aufrüsten wollen. Ich gehe persönlich davon aus, dass die PS4-Spiele auch in irgendeiner Form die größere Power der PS5 nutzen werden. Dieses Feature wird also sehr viele Einheiten verkaufen.

Google macht keine halben Sachen mit Stadia: HDR, 120 FPS, 8K
Google macht keine halben Sachen mit Stadia: HDR, 120 FPS, 8K

Stadia: Googles Game Streaming Service

Auch hier ist AMD mit an Board und liefert die Hardware. Hier allerdings für die Streaming-Server mit folgenden Spezifikationen:

  • Angepasster AMD x86 CPU @2.7GHz
  • Angepasste AMD GPU mit 10.7 Teraflops (liegt über den 6 Teraflops der XBOX ONE X)
  • 16GB of RAM
  • Linux-OS

Vor allem die Grafikleistung ist beeindruckend, die Google hier bereitstellt. Wahrscheinlich wird die PlayStation 5 über diesen Spezifikationen liegen. Trotzdem würde ein Grand Theft Auto 5 sicher in 4K bei 60 FPS laufen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Spiele als Videostream über das Internet geschickt werden. Die Clients brauchen keine schnelle CPU oder GPU. Es reicht ein ChromeBook, MacBook oder sogar Handy um Google Stadia nutzen zu können.

So funktioniert Stadia und im Prinzip jeder andere Game Streaming Dienst wie Onlive
So funktioniert Stadia und im Prinzip jeder andere Game Streaming Dienst wie Onlive

Input-Lag bei Cloud Gaming

Wer schon mal Online-Spiele gespielt hat, weiß wie stark sich kleinste Probleme bei der Übertragung von Daten über das Internet auf das Spiel auswirken. Da hier der Client aber keine Berechnung übernimmt, passiert alles auf dem Server und somit führt ein kleiner Abriss der Verbindung sofort zum Stillstand des Bildes. Die Achillesferse ist also die Internetverbindung zum Google-Server.

Digital Foundry hat mit Assassins’s Creed Odyssey bei Project Stream rausgefunden, dass das Input Lag mit einer XBOX ONE X mit 179ms nur 34ms geringer ist als das von Project Stream. Gehen wir mal davon aus, dass Google hier noch mehr optimiert und unsere Leitungen in den nächsten Jahren nicht schlechter werden, ist dieses Problem meiner Meinung nach tatsächlich zu vernachlässigen.

Außer es geht um Spiele wie Dark Souls, Rocket League oder schlicht um Jump’n’Runs. Bei diesen Spielen geht es um genau diese Millisekunden. Ebenfalls würde ich einen schnellen Shooter wie Fortnite nicht mit unnötig viel Lag spielen wollen.

Entscheiden werden Preis und Spiele

Google und Sony sind nicht das Deutsche Rote Kreuz der Gaming-Branche. Sie wollen beide damit Geld verdienen. Das selbe gilt für Microsoft und Nintendo. Ein Abo in der Stadia Cloud muss sich genau so wie die PS5 zumindest auf Dauer rechnen.

Ein Beispiel: Mein Netflix-Account kostet im Monat ca. 15 € und man kann dort alle Serien und Filme sehen, die es dort gibt. Diese Summe bezahle ich gerne weil es keinen vergleichbaren Dienst gibt, der für mich entsprechende Leistung bietet. Ich kann nicht 400 € bezahlen und damit in besser Qualität die selben Serien und Filme schauen. Läge das Abo bei 30 €, würde ich es mir schon überlegen ob nicht Amazon Prime doch reichen würde. Das übertragen auf Stadia würde für mich bedeuten, dass ich bei 15 € für alle Spiele dabei wäre.

Aber PlayStation Now, der aktuelle Game-Streaming Dienst von Sony für PC und PlayStation 4, kostet 14,99 €. Doch niemand den ich kenne, nutzt diesen Dienst. Das liegt an dem meiner Ansicht nach wichtigsten Punkt: Den exklusiven Spielen.

Ohne Systemseller wird kein Stadia Abo verkauft

Wäre Google Stadia eine Konsole so wie die PlayStation 4 mit mehr Leistung, dann würde ich mich fragen welche Spiele es dafür aktuell gibt. Google sagt aktuell: Die müssen noch entwickelt werden. Liebe Entwickler, kommt zu uns, wir machen euch ein tolles Angebot. Ich gehe davon aus, dass Electronic Arts und Ubisoft ihre Multiplattform-Titel wie Assassin’s Creed und Fifa für Google Stadia bringen werden. Aber mir reicht das nicht.

Ich kaufe eine Konsole, egal ob von Google, Microsoft, Sony oder Nintendo, wegen den exklusiven Spielen. Manchmal reicht ein Titel wie Breath of the Wild nicht aus, damit ich die Konsole danach behalte. Manchmal ist es eine ganze Spieleserie, die mich an die Konsole bindet wie damals Gears of War und Halo auf der XBOX 360. Auf der PlayStation 4 waren es Bloodborne und Horizon Zero Dawn. Google muss hier genau so wie Microsoft einen extremen Anreiz finden, um im Haifischbecken der Konsolen Fuss zu fassen.

Bedient Google die Gelegenheitsspieler?

So wie die Nintendo Wii für kurze Zeit die Zielgruppe der „Non-Gamer“ versucht hat zu erfinden, denkt man sich bei Google sicherlich, dass alle nur drauf warten, ein Abo abzuschließen um ab und zu mal zu daddeln. Dafür benötigt man aber irgendein Endgerät und ein Joypad. Wenn man so weit geht, dann kann man sich auch gleich ein SNES Mini kaufen und ist wahrscheinlich sehr glücklich damit. Oder Sony senkt den Preis der PlayStation 4 auf 100 € und schenkt uns PlayStation Now im PSN-Plus Abo (unter 5 € im Monat) dazu. Und gäbe es dann eine Stadia-App für PlayStation, XBOX und Switch? Wahrscheinlich hätten die Hersteller daran kein Interesse und würden das blockieren.

Sony und Cloud Computing

Sony betreibt seit längerem mit PS Now einen Spiele-Streaming-Dienst. Für die Architektur selber hat Sony aber keine Pläne, diese mit „The Power of the Cloud“ zu unterstützen. Mark Cerny ist der Lead System Architect für die PlayStation 4 und 5. Ein Zitat aus dem Interview von 2013 mit IGN passt hier zum Thema sehr gut:

It’s possible to do computing in the Cloud, PlayStation 4 can do computing in the Cloud. We do something today: Matchmaking is done in the Cloud and it works very well. If we think about things that don’t work well… Trying to boost the quality of the graphics, that won’t work well in the Cloud.

Mark Cerny

Meine Meinung

Die Ankündigung der PlayStation 5 mit den hohen Hardware-Spezifikationen löst bei mir mehr Euphorie aus als ein Google Stadia Abo. Ich denke nicht, dass mich die Spiele von Google wirklich interessieren würden.

FromSoftware wird kein Dark Souls-eskes Spiel dafür veröffentlichen und ein Uncharted von Naughty Dog wird das dafür sicherlich auch nicht geben. Für Halo wäre mir das Lag zu hoch und dafür würde ich mir dann eine XBOX ONE ohne Laufwerk für 100 EUR zulegen. Ob Google nun aber YouTube intelligent einbindet und dort die Konsumenten von Let’s Plays zu Spielern konvertieren kann, wird sich zeigen. Ich werde da sicherlich nicht zugehören.

Für Spieler im allgemeinen könnten die Zeiten allerdings nicht besser aussehen. Man hat die Wahl zwischen Switch, Handy, PC, XBOX und PlayStation und bald auch Cloud-Lösungen von Google, NVidia und Microsoft. Große Singleplayer-Spiele werden glücklicherweise immer noch produzieren. Und zwar weil sie einen Markt haben und gekauft werden. Diese Spiele wird es auch 2020 noch geben. Primär aber auf den Konsolen.

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34 Kommentare

  1. Interessant ist, dass AMD bei der PS5 und Google Stadia schon bestätigt ist und wohl auch bei der nächsten Xbox der Ausstatter sein wird, während Nvidia gerade auf dem PC massiv Käufer verliert. Der Aktienkurs von AMD hat sich von der Börsenkorrektur Ende 2018 ordentlich erholt, während Nvidia immer noch deutlich unter 52 Wochen hoch liegt. Sieht ganz danach aus, dass Nvidia weiterhin Probleme haben wird und Anleger abschreckt.

    Angepasster AMD x86 CPU @2.7GHz
    Angepasste AMD GPU mit 10.7 Teraflops (liegt über den 6 Teraflops der XBOX ONE X)
    16GB of RAM
    Linux-OS

    Hier frage ich mich, wofür 10,7 Tflops benötigt werden, wenn das eine reine Streaming Kiste wird. Wird vielleicht nur ein Teil der Daten gestreamt und der Rest örtlich berechnet?

    1. Hier frage ich mich, wofür 10,7 Tflops benötigt werden, wenn das eine reine Streaming Kiste wird. Wird vielleicht nur ein Teil der Daten gestreamt und der Rest örtlich berechnet?

      Wie ich schrieb: Das ist die Serverausstattung von Google.

    2. Ah okay.

      Bei uns im Ort kommt ja in den nächsten Monaten Glasfaser mit 400 Mbit.
      Mal sehen, vielleicht sind damit die Lags so niedrig, dass das Streaming fast in Echtzeit funktioniert. 5G (Nachfolger von LTE) könnte ebenso vorteilhaft sein.

      Sobald das Streaming in nahezu Echtzeit funktioniert, steht einem Netflix für Games nichts mehr im Wege. Zumal über diesem Weg deutlich mehr Reichweite aufgebaut werden kann, weil niemand mehr eine Konsole kaufen muss.

    3. Ich habe 1Gbit Fiber hier inmitten auf dem Land, aber mich interessiert das Game Streaming gar nicht. Ich denke Streaming ist für passive Medien wie Musik und Film genial. Seit ich Netflix habe, kaufe ich kaum noch etwas an Filmen oder Serien. Aber bei Gaming bin ich konservativ (wie übrigens Erfahrungsgemäss viele Core Gamer). Ich bin die alte Schule die keine wireless Maus verwendet, wegen der Latenz. Wie soll man so jemanden Game Streaming verkaufen?

    4. Die Frage habe ich beantwortet. Indem der Lag so niedrig wird, dass es nahezu Echtzeit ist. Mit einer dreistelligen Anzahl an Millisekunden Lagzeit, so wie es derzeit beim Streaming der Fall ist, wäre das für mich auch nichts.

    5. Die Latenz wird irgendwann bei 50ms liegen. Wie ich schrieb, bin ich ja der Meinung, dass die Latenz nicht das Hauptproblem von Google ist…

    6. Ich sehe auch nicht Google als Hauptkonkurrenz sondern Microsoft mit seiner Azure Infrastruktur und deren Forschung in Latenzminderung. Microsoft hat da glaub ich von denen die auch im Gamingbusiness eine Grösse sind den grössten Vorsprung.

    7. Microsoft? Ich habe mal ein Zitat von Mark Cerny mit in den Text übernommen zu genau dem Thema. Die haben es, im Gegensatz zu Sony, in dieser Konsolen-Generation nicht geschafft eigene Gaming-IPs zu schaffen UND einen Streaming-Dienst anzubieten. Und Crackdown 3 („Power of the Cloud“) wird für immer ein Lacher bleiben. Nein, Microsoft ist hier ganz hinten dran. Sie haben immer viel angekündigt und versprochen. Google hat hier zumindest eine echte Beta mit AC:O gezeigt, die funktioniert hat

      MS könnte sich allerdings mit nvidia zusammentun. Die haben ja einen Dienst ohne Spiele. Bei „Geforce Niw“ bin ich im Beta-Test und ärgere mich, dass ich darüber nichts geschrieben habe. Der war wirklich gut. Nur war die Latenz mit Kabel für Crysis einfach zu extrem.

    8. Die Latenz wird irgendwann bei 50ms liegen

      50ms ist immer noch viel, denn die kommen zusätzlich zu der Eingabeverzögerung des Controllers und dem Input Lag des Fernsehers oben drauf.

    9. Wie ich schrieb: Das ist die Serverausstattung von Google.

      Für jeden Spieler dann 1x die Ausstattung oder wie funktioniert das? Es kann ja nicht einmal das System ein Spiel x Millionen fach berechnen. Wenn je Kunde einmal die Austattung vönnöten ist wo ist dann da der ökonomische Vorteil? Dann kann Google mir mit Abonnement die Ausstattung auch kostenlos zusenden und ich berechne die Games weiterhin örtlich ohne massive Latenz.

  2. Die Latenzen steigen ja tendentiell eher, weil mehr Daten verarbeitet werden müssen. Die kürzesten Latenzen hatten Konsolen aus 80er. Und auch im Internet wird es eher schlimmer weil ausgelasteter. Früher bei CS Zeiten hatten wie auf Schweizer Server Latenzen von 10ms zum Server, heute mit oft nur P2P Systemen hast du Latenzen egal was für eine Leitung du hast, von 100ms und höher. Früher hätten wir jeden aus unseren Server mit einer Latenz von 100ms ausgeschlossen. Heute könntest du mit dir selber spielen wenn du das machst.

    1. Es kommt immer ganz auf das Spiel an. Ein Sonic Mania hat auch eine sehr geringe Latenz trotz TV, Wireless Gamepad und PS4.

      Es ist nur eine Frage der exklusiven Spiele. Wenn es dort nur Angry Birds 8 und ein altes Assassin‘s Creed bei Stadia gibt, dann geht der Markt der XBOX, PS4 und natürlich auch PC an Google vorbei. Selbst wenn es 5 EUR Im Monat kostet, wird das dann keine direkte Konkurrenz.

    2. Für jeden Spieler dann 1x die Ausstattung oder wie funktioniert das? Es kann ja nicht einmal das System ein Spiel x Millionen fach berechnen.

      Ja, DAS ist ein guter Punkt. Deswegen ist der Preis ja auch so interessant. Denn ob man die Hardware bei den Leuten zu Hause parkt oder in der Cloud ist für die Anschaffung ja egal. Und was passiert wenn Millionen von Leuten gleichzeitig Star Citizen damit spielen?

      Darauf habe ich auch keine Antwort.

    3. Artikel dazu sind online wie ich gesehen habe. Es wird wohl eine riesige Serverfarm sein, die übergreifend in Summe die Spiele berechnen kann. So könnten angeblich auch, wenn Google das nur wollte, 20 Tflop je Kunde zu Verfügung stehen. Dann würde die Server Farm jedoch weniger gleichzeitig Kunden bedienen können.

      Denn ob man die Hardware bei den Leuten zu Hause parkt oder in der Cloud ist für die Anschaffung ja egal

      Richtig. Außer wenn man es anders betrachtet. Die PS4 hat sich z.B 100 Mio mal verkauft, es waren aber zu keinem Zeitpunkt mehr als 20 Mio Spieler gleichzeitig online (als Beispiel). Um alle PS4 Spieler bedienen zu können hätte man daher nur 1/5 der Hardware innerhalb einer Server Farm benötigt.

    4. Und was passiert, wenn ein Spiel wie GTA6 erscheint und dann doch mal mehr als 20 Millionen Leute gleichzeitig spielen? Also auch Nachts in verschiedenen Zeitzonen? Die Hardware muss ja irgendwie da sein und sich sonst nicht langweilen.

      Wenn Stadia 15 EUR im Monat kostet, dann müssen da aber auch alle Spiele mit bei sein. Also auch ein GTA6 wenn es erscheint. Das wird der spannendste Punkt dabei.

    5. Dann brechen entweder die Server zusammen oder es können sich keine weiteren Spieler einloggen. Um das zu vermeiden, muss die Servergröße halt regelmäßig angepasst werden + x% Puffer. Anhand von Werten aus der Vergangenheit wird man einen plötzlichen Absturm (z.B. GTA 6 Release) doch ziemlich genau berechnen können.

      15€ im Monat würden bedeuten, dass wir nur noch 180€ im Jahr bezahlen werden. Das sind derzeit gerade mal zwei gekaufte Spielte im Jahr und ein PSN oder XBL Abo. Die Rechnung haut für die Hersteller nur hin, wenn Google deutlich mehr Leute zum spielen bringen kann als es derzeit der Fall ist. Ansonsten geht enorm viel Umsatz verloren.
      Daher glaube ich nicht, dass Google gleich zu Beginn alle Spiele anbieten wird. Sollte Google ziemlich schnell hohe Reichweiten erzielen, könnte das anders sein. Dann wird es allerdings schwer für Microsoft und Sony und möglicherweise werden Spiele dann so entwickelt, dass die zusätzliche Latenz mit eingepreist ist. Sprich: keine Spiele mehr, die schnelle Reaktionszeiten erfordern, sondern eher langsamere Titel.

    6. Vor allem gibt es auch Leute die Abos sehr selektiv nutzen. Habe schon von diversen gehört dass sie Origin Access nur einen Monat gebucht haben um mal Mass Effect Andromeda oder dergleichen kurz durch zu spielen und fertig. Da verliert dann EA und Co massiv gegenüber den üblichen Kauf.

  3. Ich habe heute mal wieder die kostenlose Probeversion von PS NOW ausprobiert. Man vergisst nach kurzer Zeit, dass dies ein Stream ist. Ich bin wirklich überrascht, dass ich kein Lag bro Daytona USA, Sonic Adventure 1 und Ico bemerke.

    1. Naja, es nähme mich Wunder wie es bei sehr detaillierten Tripple A Titel aussieht, allen voran ein schneller Shooter wo jede Millisekunde zählt.

    2. Es ist ja prinzipiell egal wie detailliert ein Spiel mit der Technology ist. Die Videocodecs bei Netflix sind ja auch bei 4k HDR sehr, sehr gut. Da sieht man ja auch keine Kompressionsartefakte und es geht wunderbar mit einer relativ geringen Bandbreite.

    3. Ja, das dürfte egal sein, ob nun Pong oder Division 2 gestreamt wird. Die Grafik wird ja auf den Servern berechnet. Entscheidend ist allein der Stream und richtig, ich war auch erstaunt, wie gut Netflix in 4k und HDR läuft mit einer Leitung die gerade mal 10k MBit packt.
      Das Problem ist und bleibt allein der Lag, der sich wohl niemals soweit vermeiden lässt, dass auch schnelle Shooter wie Doom und Rennspiele einwandfrei funktionieren. Sollte Streaming einen bedeutenden Marktanteil bekommen und der Lag erhalten bleiben, dürfte das Auswirkungen auf die weltweite Spieleentwicklung haben. Die Spiele werden dann mehr in Richtung Deckungssystem gehen wo man dann problemlos den Lag mit einkalkulieren kann.

    4. Ein Unterschied dürfte sein. Bei Netflix kann vorgepuffert werden. Bei Game Streaming ist das eine Art Live Übertragung ohne Puffer da kommt es viel schneller zu Bildfehlern.

  4. Scheinbar lag ich nicht so falsch, dass Microsoft Azure die einzige Konkurrenz in dem Sektor ist. Sony und Microsoft sind darin eine Partnerschaft eingegangen, sprich Playstation Now etc. wird auf der Microsoft Azure Plattform in Zukunft laufen. Erstaunlich, wenn man bedenkt dass sie eigentlich die stärksten Konkurrenten im Gamingbereich sind.

    1. Nein, nicht erstaunlich. Selbst BMW und Daimler gehen Partnerschaften ein für E-Autos. Und auch bei Mobilfunkanbietern ist es so, dass die Konkurrenz gegen eine Gebühr Leitungen und Funknetze des jeweils anderen Anbieters nutzen. Synergien nutzen ist finanziell und ökologisch sinnvoll und üblich in der Wirtschaft. Erstaunlich ist eher, dass es noch Exclusivtitel gibt, weil man dort auf viele Millionen verkaufte Exemplare verzichten muss und so je Titel eine dreistellige Millionensumme flöten geht.

  5. Ich bin für mich noch unentschlossen wie ich das finde. Es gibt da so ein paar Punkte, die ich total interessant finde: zocken auf meinem Pixel wenn ich unterwegs bin oder mal abends im Hotel Zeit habe (nur habe ich da genügend Bandbreite?), nahtloses weiterspielen dann auf meinem PC bspw. über den Chrome Browser. Rein theoretisch ja auch über den TV aber da spiele ich eh nicht, das bringt (mir persönlich) nichts. Dann müsste ich auf Reisen nur noch den Controller und ggf. den Chromecast mitnehmen. Das wäre machbar.
    Aber: wenn ich die Spiele alle separat kaufen muss, wird es auch auf den Preis ankommen. Für den Zehner an sich bekommt ja nicht wirklich einen Gegenwert i.S.v. Zugriff auf einen ganzen Spielekatalog. Und v.a. ist die Frage aller Fragen natürlich wie geschmeidig das dann wirklich läuft. Ich kann es mir immer noch nicht so recht vorstellen. Ausprobieren werde ich das aber auf alle Fälle.

    1. Schon klar. Macht bei Streaming nur eben keinen Sinn weil sich das Lag komplett anders anfühlt weil die Grafik ab das Lag gekoppelt ist.

    2. Das ist ja nicht bezogen allein auf die Grafik. Der Witz des Gifs ist die Übertragung auf die reale Welt. Ich drücke auf das Gaspedal eines Autos und das Auto fährt erst eine Sekunde später los und dann voll gegen die Wand, weil die Bremse wieder eine Sekunde zu spät reagiert.
      Klar, im Spiel selbst passiert trotzdem beides gleichzeitig, egal wie groß das Lag ist. Aber du drückst in der realen Welt auf deinem Controller den Knopf und im Spiel passiert dann erst eine Sekunde später etwas.

  6. Ich denke da Stadia die gleiche Kosten in 8 Jahren (durchschnittliche Generationslänge bei Konsolen) verursacht wie eine Konsole plus XBL oder PSN Abo, wird es interessant wie sich die Leute entscheiden werden. Der Vorteil liegt ganz klar bei Stadia: ich kann das Abo jederzeit unterbrechen (Ausland Aufenthalt, Lebensumstände die sich ändern) die Leistung skaliert mit den Jahren mit (tun Konsolen so eigentlich nicht). Wenn ich aber sogar mit 1080p 60 FPS Gaming zufrieden gebe (schätzungsweise das was Konsolenspieler zu 80% heute spielen), dann ist der Sieger von vornehinein klar: Stadia. Denn dafür wird Ende 2020 Google keine Gebühr verlangen. Das ist eine starke Einstiegsdroge und eine Kampfansage eigentlich.

    PC Gaming wird davon so gut wie gar nicht betroffen sein. Es gibt von Seite der Hardware jetzt schon günstigere Alternativen und die 700 Mio PC Gamer weltweit wissen warum sie beim PC trotzdem geblieben sind. Da verfängt die wegfallende Harwarekosten nicht.

    1. Vor allem PC Gaming bzw. die PC Sparte Tripple A wird massiv davon betroffen sein. Sprich: alle leistungshungrigen Spiele. So sollen 20 Mio. PC Spieler bis 2022 zu Konsolen und Cloud Gaming wechseln und viel mehr PC Spieler hat die kleine Tripple A Sparte des PCs schon nicht mehr. 95% der PC Spieler sind nämlich MMO und f2p Spieler, überwiegend in China.
      Es bleibt abzuwarten, ob Google als völliger Neuling damit Fuß fassen kann und gegen die etablierten Konzerne anstinken kann. Der zusätzliche Lag ist schon ein Nachteil und preislich wird es so sein, dass es nur ältere Titel für die monatliche Gebühr gibt, neue Titel dann aber ganz normal gekauft werden müssen. PlayStation und Xbox bieten dagegen neben Cloud weiterhin auch noch Downloads und Discversionen an. Außerdem fehlt es bei Google an namhaften Marken. Ohne Exclusivtitel wird es schwierig werden für Google.

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