The Legend of Zelda – Breath of the Wild

Eigentlich wollte ich das The Legend of Zelda – Breath of the Wild nur antesten um es hier, wie alles von Nintendo, im Blog zu zerreißen.

[..] ich persönlich frage mich warum die [Nintendo] nicht mal anfangen, eine Art „Dark“-Reihe der Spiele zu machen. Ein dunkles Mario Kart oder böses Zelda ohne Knuddelei fände ich schon wesentlich cooler als das x-te Remake der Serie. Marc im Jahr 2005 in „Nintendos letzter Flop“

Denn es ist ja von Nintendo und die haben in der letzten Zeit mit der Wii und Wii U ja nur technisch als auch spielerisch in diesem Bereich nur Mist abgeliefert. Aber ein Spiel mit einem Metacritic Score von 97% kann ich nicht einfach ignorieren.

Die Welt ist klein

Deswegen habe ich hier in Hamburg auf eBay Kleinanzeigen nach günstigen Angeboten gesucht. Wegen der hohen Nachfrage kann man Nintendo Switch Konsole aktuell nicht kaufen. Ein Angebot kam direkt aus unserer Nachbarschaft. Zu meiner Überraschung wurde meine Kontaktaufnahme schnell beantwortet:

Moin Marc! Mensch ist die Welt klein Viktor hier :-)Viktor F.

Am nächsten Abend war dann mein Kumpel Viktor zu Besuch, um mir meine Switch zu überreichen.

Kenne ich die Story nicht schon irgendwoher?

Ein vermeintlicher Held erwacht in einer Welt, welche vor lange Zeit durch einen Krieg zerstört wurde um das Böse aufzuhalten. Dieses Böse hat nun von allen ehemals guten Maschinen Besitz ergriffen. Der Held weiß aber nichts von seiner Vergangenheit und macht sich nun auf die Puzzelteile zusammenzusetzen. Das ist ebenfalls die Story von Horizon Zero Dawn.

Die Nintendo Switch auf meinem Küchentisch
Die Nintendo Switch kurz vor Ostern auf meinem Küchentisch

Nach einer Woche werde ich die Nintendo Switch wieder verkaufen!

So waren meine Gedanken, als ich das Gerät eingeschaltet habe. Viel größer und schwerer als erwartet. Sie fühlt sich wie ein hochwertiges Tablet an und die Menüs sind ziemlich performant umgesetzt. Trotzdem: Einmal kurz in Zelda reinschauen, für ein paar Stunden spielen und um Blog nieder machen! Also schnell das Intro geskippt und schon ging es los.

Das Spiel erfordert Demut

Zelda ist überraschend schwer. Kämpfe gegen die ersten Gegner endeten immer in einem Game Over. Als geübter Dark Souls Spieler merkte ich auch recht schnell, dass es nicht an der Steuerung sondern an mir lag.

Das trifft auch auf die Rätsel zu. Nach ein paar Stunden war klar, dass ich es hier zwar nicht mit einem The Witness zu tun habe aber man hier ziemlich lange nachdenken muss. Als eines der wenigen Titel neben The Witness hat es Zelda dann auch an Ostern geschafft, dass nicht nur ich sondern auch das „Publikum“ gerätselt hat. Und zwar ohne, dass ich jemanden dazu auffordern musste. Das Spiel ist auch interessant wenn man zuguckt.

M: „Kletter doch mal die Wand hoch, um dort oben auf den Berg zu kommen„.

Ich: „Das geht bestimmt nicht aber ich zeige es dir g…. oh. Das geht ja„.

Das grüne Tortendiagramm

Eine runde Anzeige läuft beim Schwimmen, Klettern und Fliegen langsam leer. So ähnlich wie bei den Kämpfen in Dark Souls ist bei Zelda die Ausdauer begrenzt. Link kann also überall hochklettern solange er noch kann. So wird das erreichen von bestimmten Orten zum Geschicklichkeitstest und eine tolle Basis für diverse Rätsel. Und natürlich auch ein weiterer Grund für den häufigen „Game Over“ Screen.

Feuer, Wind, Eis, Zeit und Kinetik
Spielplatz der Elemente: Feuer, Wind, Eis, Zeit und Kinetik

Spielplatz der physikalischen Gesetze

Nach einer Stunden Spielzeit hat man alle Fähigkeiten für den weiteren Verlauf des Spiel erklärt bekommen. So kann man zum Beispiel mit einer Fackel Feuer von einem Ofen mit nach draußen nehmen und dort die Wiese anzünden. Mit dem Paraglider springt man dann auf die so erzeugten Aufwinde und schnellt in die Höhe.

Das Rumspielen macht nicht nur Sinn sondern auch Spaß. Nur mit dem Unterschied, dass sich hier die Spieldesigner damit geniale Rätsel ausgedacht haben und nicht einfach „nur so“ wie bei Just Cause 3.

Ein Zelda für die Generation Snapchat

Waffen, Rüstungen und Schild gehen nach nur wenigen Treffern kaputt und können nicht repariert werden. Das ist sicherlich psychologisch schwer für Leute, die sich noch über Besitz definieren und Abends neben ihrer Schallplattensammlung ein echtes Buch lesen statt Alexa über Spotify den Befehl zur Musikwiedergabe zu geben. Breath of the Wild ist somit das Snapchat der Zelda-Spiele.

Technisch beeindruckend

Das Spiel sieht super aus. Wirklich. Klar, es ist kein Horizon Zero Dawn aber nach dem Patch 1.12 ruckelt es auch nicht nicht. Manchmal sehen Texturen etwas mies aus, wenn man oben auf einem Berg steht. Alles andere ist für meine Begriffe erstaunlich schön. Besonders das kniehohe Grass, welches sich dynamisch im Wind wiegt, sieht echt toll aus. Einzig und allein die Auflösung könnte auf dem Fernseher etwas höher sein.

Wenn man die Switch als Handheld nutzt, dann gibt es meiner Ansicht nach auch an der Auflösung nichts zu meckern. Alles ist knackscharf und sieht besser als jedes Handyspiel aus.

Gute Shader, schwache Texturen
Manche Shader sehen wirklich gut aus während manche Texturen leider qualitativ abfallen.

Das Abenteuer ruft

Wird die Switch Nintendos letzter Flop und Zelda erscheint Ende des Jahren auf der PlayStation 4? Ich denke nicht. Das Spiel besticht durch die Summe seiner Einzelteile und der Liebe zum Detail in allen Gameplay-Aspekten. Dabei hebt es sich deutlich von seinen Vorgängern ab. Die eigentliche Leistung des Titels ist aber das Abenteuer selber.

Ob man nun durch einen Dungeon rennt oder auf dem Rücken von Dänjiel durch das Hyrule Field in Richtung Vulkan reitet ist dabei egal. Man entdeckt immer wieder neue Aspekte und Mini-Abenteuer innerhalb der Quests. Nintendo hat hier einfach ein super Spiel abgeliefert.

Deswegen werde ich die Konsole und das Spiel erstmal noch behalten. Eine Wertung gebe ich erst, wenn Calamity Ganon erledigt ist. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

2 Antworten auf „The Legend of Zelda – Breath of the Wild“

  1. Hi Marc, ich bin per Zufall auf Deinen Blog gestossen. Vielen Dank für die super Inhalte ! Deiner These “Viedeospiele brauchen keine Story“ stimme ich ausdrücklich zu ! Habe ich mir auch schon immer gedacht aber noch nie so explizit ausformuliert. Für das Storytelling sind andere Medien zuständig. Bei Videospielen kommt es vor allem auf das Gameplay und die Atmosphäre an. Diesen Grundsatz setzt meiner Meinung nach das neue Zelda perfekt um. Eine Bitte noch, könntest Du in dem von Dir angekündigten Nachtrag zu diesem Artikel auch noch etwas mehr auf deine Eindrücke zur Konsole selbst eingehen, hier würde mich deine Meinung interessieren. Ich finde den Handheldmodus sehr gelungen. Auf dem Fernseher mit dem Pro Controller ist der Unterschied aber enorm hier ist die Steuerung/Gameplay nahezu perfekt, gerade bei schwierigen
    Passagen/Gegnern.

    1. Das freut mich sehr, dass dir ein paar Artikel gefallen haben. Ja, der Pro-Controller ist Pflicht. Denkt man am Anfang nicht aber letztendlich spielt es sich damit viel, viel besser.

      Ich nutze die Switch selten als Handheld. Dafür ist sie zu schwer finde ich.

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