Das Video Games Print-Magazin


Beim Aufräumen bin ich über ein paar Pappschachteln hinter meinem Schrank gestolpert. In diesen Schachteln fand ich etwas, dass ich schon sehr lange nicht mehr in der Hand gehalten habe: Zeitschriften über Videospiele aus dem Jahre – Moment, ich muss den Staub fort pusten – aus dem Jahre 1995.

Es sind Relikte aus einer Zeit, als es nur Nintendo und Sega gab und man sehnsüchtig eine NeoGeo-Konsole mit Samurai Shodown besitzen wollte. Das habe ich dann Jahre später nachgeholt. Es war die Zeit der Power Play Schwester-Zeitschrift »Video Games« als das Durchspielen von Zelda – A Link to the Past noch die kompletten Sommerferien in Anspruch nahm.

Als Videospiele noch kein Livestyle waren

Mich traf sogleich ein Schock: Was mich damals vergöttert hatte, sieht nach meinem Studium mit starken Gestaltungsinhalten wirklich so aus, als wäre der Designer ein Pädagogik-Dozent beim Gestalten seiner PowerPoint-Folien gewesen: Blau auf Orange wohin das Auge blickt. Aber damals gab es nichts Cooleres, als jeden Monat die Videogames zu kaufen. Es kommt ja schließlich auf die inneren Werte an. Und genau die stimmten damals einfach.

Ich war damals vor meiner PC-Spiele-Phase fast ausschließlich bis auf ein paar Ausnahmen auf den Konsolen zu Hause: Vom Game Boy über das Master System bis zum Super Nintendo habe ich auf diversen Plattformen das gespielt, was die Video-Games uns treuen Lesern vorgebetet hat. Auch als ich die PlayStation am Tag der Markteinführung in Bielefeld bei »MC Game« gekauft habe, war dank der Wertung von 90% für Ridge Racer klar, welches Spiel ich zuerst in den CD-Schacht legen durfte.

Hier war die Videogames Vorreiter: Keine Wertung wegen zu hoher Gewalt

Ein Magazin für Minderjährige

Als Resident Evil dann im Jahre 1996 wegen Gewaltdarstellung keine Spielespaß-Wertung bekam aber die Redakteure praktisch zwischen die Zeilen geschrieben hatten, dass man dieses Spiel einfach haben musste folgte die Flut der grandiosen PlayStation-Titel die wir heute mehr als 10 Jahre später auf unseren Handhelds spielen dürfen.

Dank der Videogames habe ich heute nutzloses Wissen über Geräte wie das Sega 32X, das Philipps CDi oder das 3DO von Panasonic. Ich sogar damals die Video Games Modekollektion zum Teil besessen.

Starker Fokus auf die Technik

Etwas fällt im Unterschied zu den heutigen Zeitschriften inhaltlich besonders auf. Egal ob PS, Super Nintendo, 3DO oder NeoGeo: Es wird ein relativ starker Fokus auf die Technik gelegt. Der Virtua Fighter 2 Review beschreibt erst mal in der ersten Hälfte des Artikels die grafischen Effekte und geht überhaupt nicht auf eventuelle spielerische Unterschiede zu Tekken, Fatal Fury oder Street Fighter ein.

Sogar die Werbung von Nintendo im Heft von Nintendo zum damals brandaktuellen Titel Donkey Kong Country 2 wirbt hauptsächlich mit der vermeintlichen Grafikpracht.

Hier wurde Videospielgeschichte geschrieben

Die 16-Bit Generation hat sich noch relativ lange gehalten obwohl die PS1 und der Sega Saturn damals schon lange in den Regalen standen. In einem Artikel in einer der Ausgaben von 1996 steht sogar, dass sich Nintendo hauptsächlich damals durch den GameBoy finanziert habe und vor der Veröffentlichung des Ultra 64 praktisch damit seine Kassen füllen musste.

Erst viel später verkaufte sich die PlayStation wie warme Semmeln. Da konnte dann auch das brillante Mario 64 und der Meilenstein Zelda – Ocarina of Time nicht mehr viel dran rütteln. Interessant war auch ein Artikel aus dem Jahre 1995 als Yamauchi von Nintendo die Steuerung des N64 als die größte Innovation angepriesen hat. Die Geschichte der Videospiele verläuft also vielleicht doch zyklisch. Und mir fällt gerade auf, dass ich schon seit Jahren keine Videospielezeitschrift mehr gekauft habe. Das Internet ist hier einfach viel schneller geworden.

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13 Antworten

  1. Avatar von st
    st

    Hmm, da fühle ich mich schon ein bisschen als Aussenseiter :D Ich habe selten Hefte gekauft, wenn dann nur die Screenfun wegen den RPGMaker Spielen (Internet hatten wir damals noch nicht ^^). Das Heft selber war natürlich Schrott und ich schäme mich noch heute dafür…

  2. Avatar von Malte aka Gala.
    Malte aka Gala.

    ScreenFun der untergang des Spielemagazins Niveau =(

  3. Avatar von st
    st

    Wirklich… aber die Indie-RPGs waren klasse :D

  4. Avatar von Pocket
    Pocket

    Hätte Nintendo nicht das geniale Pokemon entwickelt würden sie heute nicht mehr existieren. ;-)

    nintendo hat es nicht entwickelt, sondern nur gekauft, dazu gab es diese viecher schon vorm snes.erschreckend!

  5. Avatar von Malte aka Gala.
    Malte aka Gala.

    naja das Entwicklerstudion war damals schon Nintendo Firstparty entwickler (oder nicht?)

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