Celeste vs. Daniel: Wie schwer ist das Jump’n’Run wirklich?


Celeste

Jahrelang habe ich den Platformer Celeste von den Machern von TowerFall Ascension vor mir hergeschoben. Dabei gehören herausfordernde Jump’n’Runs, Videospiele zu meinen liebsten Hobbys. Allerdings hing ich im zweiten Chapter, und zwar an genau dieser Stelle. Was ich da allerdings nicht begriffen habe: Das war Chapter 2 B-Side, also ein extraschweres Bonuslevel.

Was ist Celeste und wer ist Madeline?

„Celeste“ ist ein 2D-Plattformer, der sich auf das Wesentliche konzentriert: das Gameplay. Ihr schlüpft in die Rolle von Madeline, eines jungen Mädchens, die den Gipfel des Berges „Celeste“ erklimmen möchte. Klingt simpel, oder? Spielt sich aber ähnlich wie das herausfordernde Super Meat Boy.

Die Level finden größtenteils auf einem Bildschirm statt und sind wie ein Rätsel aufgebaut.

Meine Motivation: Besser sein als Dänjiel

Vor ein paar Wochen hatte ich Celeste meinem Freund Dänjiel aufgequatscht. Mit ihm duelliere ich mich nicht nur seit 1999 im Spiel SoulCalibur, sondern auch gerne mit RetroAchievements in Super Mario World. Insgeheim denke ich natürlich immer, dass ich etwas besser bin. Und so verwirrte mich seine WhatsApp, als ich beschrieb, wo ich bin und ich gerade kein Land sehe:

„Digga… bist du noch ganz am Anfang? Okay, also ich bin… ähm… weiter.“

Däniel am 11.8.2023

Dazu muss man sagen, dass er es nicht mal eine Woche gespielt haben konnte. Und so habe ich wirklich alles gegeben im vermeintlichen Chapter 2. Als dann das Steam Achievement für Chapter 2 B-Side aufploppte, wurde es für einen kurzen Moment hell um mich herum. War ich doch nicht so schlecht? Gibt es nach diesem harten Level überhaupt noch etwas, dass mich jetzt stoppen könnte?

Was macht Celeste so besonders?

Das Herzstück von „Celeste“ ist zweifellos sein tightes Gameplay. Die Steuerung ist präzise und reaktionsschnell, was in den anspruchsvollen Leveln absolut notwendig ist. Jeder Sprung, jeder Doppelsprung und jede Kletteraktion muss millimetergenau geplant und ausgeführt werden. Das Spiel erwartet von euch das Beste, aber es belohnt euch auch dafür. Wenn ihr einen schwierigen Abschnitt endlich meistert, verspürt ihr eine unglaubliche Befriedigung und Stolz. Klingt etwas nach Dark Souls, oder? Aber vor allem fühlt es sich ehrlicherweise besser an, als so ziemlich jeder andere Platformer.

Das Spiel wird später fordernd, aber nie unfair.

Ähnlich wie Dark Souls ist Celeste nicht schwer

Die Lernkurve von „Celeste“ ist bemerkenswert ausbalanciert. Das Spiel beginnt mit simpleren Aufgaben, um euch mit den Grundlagen vertraut zu machen, steigert sich jedoch schnell zu komplexen Herausforderungen. Aber keine Sorge, das Spiel verlangt niemals das Unmögliche von euch. Mit Geduld, Übung und einer Portion Hartnäckigkeit könnt ihr selbst die schwierigsten Abschnitte meistern. Ich musste nie einen Lösungsweg nachschlagen. Das liegt meiner Ansicht nach an den kompakten Häppchen, in die das Spiel unterteilt ist. Oder um meinen Freund Mo zu zitieren:

„Das Spiel ist fantastisch. Perfekte Länge, perfekter Soundtrack.“

Moritz Zielenkewitz

Und so erklomm ich den Gipfel noch vor Dänjiel. Und das in nur 8 Stunden Gesamtspielzeit. Aber ganz ehrlich: So schön der Aufstieg auf den Gipfel war, so wenig Bock habe ich nun auf alle B-Sides, Erdbeeren und alle Kassetten. Nein danke.

Celeste auf dem Steam Deck
Celeste auf dem Steam Deck
Meine Celeste Statistiken nach erreichen des Gipfels
Meine Celeste Statistiken nach Erreichen des Gipfels

Fesselndes Spielerlebnis durch präzises Gameplay

„Celeste“ beweist, dass ein Spiel nicht übermäßig kompliziert sein muss, um fesselnd zu sein. Es konzentriert sich auf das Wesentliche – das Gameplay – und perfektioniert es bis ins kleinste Detail. Die flüssige Steuerung, die abwechslungsreichen Level und die unglaubliche Befriedigung, die das Meistern schwieriger Abschnitte mit sich bringt, machen „Celeste“ zu einem wahren Spielerlebnis. Wer verstehen will, wie die Entwickler das erreicht haben, schaut bitte dieses Video von Game Maker’s Toolkit. Es erklärt die Wissenschaft, die hinter so was steckt.

Also, falls ihr nach einem Spiel sucht, das eure Geschicklichkeit und Durchhaltevermögen auf die Probe stellt, euch aber gleichzeitig mit einem perfekt abgestimmten Gameplay belohnt, dann ist „Celeste“ definitiv einen Blick wert. Taucht ein in die Welt der präzisen Sprünge, kniffligen Herausforderungen und unvergesslichen Erfolgsmomente – ihr werdet es nicht bereuen. Das Spiel gibt es auf Steam (kaufen) und so ziemlich jedem anderen System auf diesem Planeten. Außerdem befindet sich das Spiel gerade im Xbox GamePass.

Wertung

Celeste: Meistere präzise Sprünge & knifflige Levels, erlebe einzigartige Erfolgsmomente im herausfordernden Platformer. Marc

9
von 10
2023-08-14T18:57:38+0200

Kommentare

6 Antworten zu „Celeste vs. Daniel: Wie schwer ist das Jump’n’Run wirklich?“

  1. Avatar von Phil
    Phil

    Danke für den Impuls hier, haue ich mir mal auf die Wunschliste.

    Hast du mal Jumpking gespielt? Falls nicht, dann hier die klare Empfehlung, wenn du auf Millimeter-genaue Sprünge und Belohnungen stehst. Auch die DLCs sind Meisterwerke.

    1. Avatar von Marc
      Marc

      Ja, kenne ich. Gibt es für die Switch. Allerdings haben mich die schlechten Metacritic Scores von 70 abgeschreckt. Celeste ist den 90ern.

    2. Avatar von Philipp
      Philipp

      Ja gut, du kennst meine Meinung zu Metacritic. Sagt so gut wie nichts aus heutzutage. Diablo IV ist da in 86, User Score 2.0. ;)

      Also: ausprobieren, oder Ruhe geben. Metacritic nachreden kann jeder. :) Jumpking durchspielen – nicht.

    3. Avatar von Marc
      Marc

      Bei den ganzen Spielen, die es so gibt, muss man etwas hernehmen. Mich interessiert der Userscore auch gar nicht, sondern nur das, was die Critics vergeben haben bei Metacritic.

      Jump King ist auf meiner Whishlist bei Steam und ich schaue es mir mal auf der Switch an. Dein Bruder hatte mir das mal empfohlen.

    4. Avatar von Philipp
      Philipp

      Und das ist genau das schlimmste! – natürlich nur meiner Meinung nach. Es sollten User Scores sein, nichts anderes. Reviews sind – wie in so vielen Branchen gekauft und haben so gut wie keine Aussagekraft mehr, vor allem von den „großen“, die vor allem bei Metacritic stehen. Selbst User Scores sind inzwischen kritisch bei allem Review-Bombing.

      Daher vertraue ich auf Freunde – wie dich – die dann mal Celeste empfehlen, das ich noch nicht kannte. Habe auch schon angefangen und gerade die ersten 2 Chapter gespielt. Ist nett gemacht und fühlt sich gut an, aber bislang haut es mich nicht vom Hocker, vor allem mit der Pseudo-Story. Aber mal sehen, was noch so kommt. Sehr geile Mechaniken! Nicht, dass das ein Faktor wäre, aber Jump King ist vergleichsweise schwerer – vielleicht deshalb auch die „kritischen“ Reviews.

      LG

    5. Avatar von Marc
      Marc

      Das Schöne an Videospielen ist, dass es kein richtig und falsch bei der subjektiven Bewertung gibt. Das ist vergleichbar mit Filmen. Allerdings investiert man dort nicht so viel Zeit wie in Videospiele. Jump King habe ich auf der Switch installiert und hatte das unter

      „Schweres Jump’n’Run für Streamer mit dem Ziel unterhaltsam gefrustet zu werden“

      abgespeichert. Denn wenn du das Spiel anfängst und die Sprung- und Lernkurve des Ritters bisher nicht drauf hast, wirst du schnell auf dem realen Boden der Tatsachen zurückgeworfen. Das ist lustig anzusehen bei anderen, aber bei mir erzeugt das Frust. Ich habe es aber nicht wirklich weit gespielt, weil es mir wenig Spaß gemacht hat.
      Trotzdem ist es auf der Wishlist für Steam (Deck).

      Im Hinblick auf Spielspaß und Gameplay geht Celeste einen anderen Weg. Kurze Happen in Form von Leveln, die man zwischendurch immer wieder probieren kann. Es ist, ähnlich wie Jump King, wie ein Rätsel aufgebaut.

      „Wo muss ich welche Wand benutzen, um zum Ausgang zu kommen?“

      Der Fortschritt bleibt. Die Genialität und die hohen Wertungen kommen bei Celeste aber durch das „easy to learn – hard to master“ Gameplay. Dazu habe ich auch das Video von Gamers Toolkit oben im Artikel verlinkt. Das ist auf einem Level mit den Spielen von Nintendo und geht meiner Ansicht nach sogar teilweise darüber hinaus. Frust, Motivation und Spieldauer sind so gut ausbalanciert wie sonst bei keinem Jump’n’Run. Die Spielspaßkurve ist sehr linear.

      Aber auch bei Celeste hatte ich mal abgebrochen und es neu aufgenommen. Warum? Weil mir sehr viele Leute immer wieder gesagt haben:

      „Du stehst doch auf solche Spiele! Spiel Celeste!“

      Einen habe ich sogar hier zitiert. Deswegen muss ich auch neben den Freunden, wie dir, die mir Spiele empfehlen, auch noch nach der Metacritic-Score gehen. Es gibt einfach zu viel Kram.

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