Update: Ich habe mir einen Kindle 3 gekauft und dazu auch einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Ich hatte heute die ganz besondere Freude den Amazon Kindle, dem eBook aus den USA und dortiger Verkaufschlager im Weihnachtsgeschäft 2008 in den Händen zu halten. Ich bin erstaunt wie klein das Gerät eigentlich ist und wie perfekt das nicht-selbstleuchtende Display Papier simuliert. Als Zusatz zu meinem Artikel: Wann stirbt das Papier? ist folgendes Video zu verstehen. Vielleicht hat das Lesen auf toten Bäumen schon bald ausgedient.

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33 Kommentare

  1. @Goregrinder: Auch wenn du hier Branchenkenntnisse mit an den Tisch bringst, ich finde, du beweist hier recht wenig Phantasie. Dass die Buchpreisbindung eBook-Formate nicht günstiger werden lässt, mag der Status-Quo sein.
    Du wirst zustimmen müssen, dass die Musikindustrie seit dem Aufkommen von MP3 die Preise senken musste. Das hätten die doch nicht freiwillig getan.
    Du sagst Buchmarkt und Musikmarkt vergleichen sei wie Äpfel und Birnen vergleichen.
    Dem möchte ich in dieser Form widersprechen: Verbreitung fanden die MP3-Player erst seit Napster massiv genutzt wurde, und nach Napster entsprechende Pendants.
    Es fand im folgenden eine positive Rückkopplung statt zwischen der Verbreitung DRM-freier Inhalte und der Verbreitung geeigneter Abspielgeräte. Die Industrie musste sich, was Komfort und Preisgestaltung angeht, an MP3 annähern, mit iStore &Co.
    Im Buchmarkt haben wir nun mehrere (teure) Abspielgeräte mit proprietären DRM-Implementationen, und eine Preissenkung ist nicht in Sicht?
    Ich prophezeihe, dass die Absatzzahlen der Abspielgeräte dann massiv ansteigen werden, wenn nun DRM-freie Inhalte Verbreitung erlangen. Sprich wenn es ein Napster-Pendant für Bücher gibt.
    Anders als bei Musik und Film brauchen die Leute bei Bücher-Downloads viel viel weniger Zeit zum Runterladen im Verhältnis zum konsumieren. „Es ist also schnell passiert.“ Und der Mehrwert von einer digitalen Kopie auf der Festplatte ist auch höher beim Buch als bei Musik und Film, da ich nun komfortabel zitieren kann, Passagen oder ganze Bücher per eMail verschicken kann usw.
    Es fehlt zur Zeit noch die kritische Masse, wie sie durch Napster schnell erreicht worden war, um das Henne-Ei-Problem bei e-Readern zu lösen.
    Könnte es daran liegen, dass das DRM der digitalen Bücher noch nicht geknackt ist? Ich bin hier nicht auf dem neuesten Stand.
    Hat jemand schonmal einen e-Reader auf den Flachbettscanner gelegt und OCR angewandt? Würd mich interessieren ob das geht.

    Freundlichst
    Max
    (der leicht beschränkte Avatar)

    1. Eigentlich wollte ich keinen Kommentar zu diesem Thema mehr abgeben, da ja genug ‚Experten vom Fach‘ mitschreiben, aber wenn ich schon die Nachricht auf Antwort im Emaileingang habe, dann schreibe ich auch zurück.
      Eines vorweg: die von mir als Grundlage benutzten Märkte und Gegebenheiten sind die heisigen. Andere Märkte werden nur heerangezogen wenn es um eine gewisse Relevanz geht (warum auch sonst!?)

      @Max
      Betreffs ‚wenig Phantasie‘:
      Ich wiederhole es gerne noch einmal: Die Meinung des Börsenvereins spiegelt nicht die meine wieder. Das mit dem wenig Phantasie kann ich so nicht stehen lassen, denn auch wenn mein Sony PRS300 hauptsächlich digital läuft so muß ich dann doch zum lesen von Belletristik meine Vorstellungskraft bemühen.

      Betreffs ‚Preisgestaltung‘:
      Du meintest wohl das wir uns an die Preisgestaltung der Musikindustrie annähern mussten. Aktuelles Beispiel (auch wenn ich es in meinem Post vom 6.März schon skizziert habe): Zufällige Suche bei Amazon, bekanntes Album ausgewählt: Lady Gaga, The Fame Monster (Deluxe Edt.) [Doppel-CD]. Kostet als real existierende Ausgabe 13,97€, ist eine Doppel-CD, mit Booklett und allem drum und dran.
      Anzahl der Titel: 24, durchschnittliche Titellänge beträgt 3,5 Minuten. Verkaufsrang ‚Musik‘ bei Amazon: 3
      Das gleiche Produkt als MP3 Version zum runterladen kostet 12,53€, = 1,44€ Preisunterschied. Sicher kann man jetzt behaupten das man spart und sich nach dem Kauf von 10 MP3-Alben quasi eines um sonst leisten kann, dann hat man aber auch schon 125,00€ ausgegeben. Klar, die Preise rutschen im Popbereich nach den gefühlt ersten drei Monaten massiv ab, nach einem Jahr kann man das Album dann schon für 8,97€ (reale Ausgabe) erwerben. Hier wird nun die MP3 Variante interessant, diese ist mit 4,98 gut 45% billiger, was trotz fehlender Ummantlung ein Schnäpchen ist. (Vorlage: Pink – Funhouse). Und hier komme ich wieder auf den Anfang, denn der Trick der Musikindustrie ist nämlich der das die MP3 Ausgaben im Verhältnis und unter Berücksichtigung das sie nur die Produktions und Serverkosten haben verhältnismäßig gering sind und somit bei aktuellen Alben die Gewinnspanne enorm ansteigt. Und das dicke Plus an Geld geht nicht an den Künstler, das kann ich Dir aus zweiter Hand sagen. Den riesen Reibach macht die Industrie mit mit der Möglichkeit einen Titel einzeln herunterzuladen, das kostet ‚altersunabhängig‘ bei Amazon 0,98€, bei Apple 1,29€. Rechne ich nun das ein Benutzer die Top-Ten einmal kauft, so kommt man bei auf 9,80€ bzw. 12,90€. (Das Lady Gaga-Album würde gesammt 23,52 kosten. Dumm ist dann nur wenn die Festplatte abstürzt oder der MP3-Player den Geist aufgibt. Ich habe bewusst nicht das DRM (für Musik) angesprochen, das macht alles nur noch teuerer und komplizierter.
      Fazit: Die Preise für MP3 sind in den wenigsten Fällen kundenfreundlich. Durch die gesunkenen Absatzzahlen muß die Musikindustrie auf anderem Wege versuchen Geld reinzuholen, da der Markt ja wieder wachsen soll, wenigstens stagnieren. Ich gebe zu bedenken, das Unternehmen in den wenigsten Fällen die Preise aus liebe zum Kunden einfach so senken!

      Betreffs Buchmarkt, Anzeigegeräte und DRM:
      Ganz ehrlich, dem Ideal-Standart Leser sind die DRM so was von egal, hauptsache er kann sein Buch auf seinem Reader lesen. Ob das jetzt TXT, PDF, OPF, LIT, AZW, EPUB, … ist in der Regel egal, da ich meine Bücher bei dem Beziehe der mir das Gerät verkauft hat, bzw. versucht der mich an sich zu binden (siehe Amazon).
      Der von Dir angesprochene ‚Mehrwert einer digitalen Kopie‘ geht in dem moment flöten wo Du Dein Digitales Buch nicht als Copy-Paste Vorlage benutzen kannst, was bei wissenschaftlichen Publikationen von den großen Verlagen eigentliche auch nicht vorgesehen ist, jedenfalls nicht in großem Stil. Im übrigen kann es eine Urheberrechtsverletzung sein wenn Du Dein digitales Buch auf Deinem heimischen Rechner speicherst. Auch wäre ich vorsichtig mit dem gedankenlosen Verschicken von Büchern oder digitalen Kopien (Scan) per Mail. Es gab da mal eine Gesetzesnovelle die ein paar Sachen ganz drastisch geändert hat und über die sich ein Gros der deutschen Wissenschaftler zu Recht fürchterlich aufregt, da sie uns in die Steinzeit bzw. an den Kopierer zurückwirft. Siehe hier
      Die Aussage mir der Zeit verstehe ich nicht ganz, jedenfalls sehe ich keinen mehrwert im Download-Zeitgewinn. Ich laden ja Daiteien/Bücher nicht runter weil es so toll schnell geht, sondern weil mich das Buch interessiert. Das gleiche gilt für Musik, denn die paar Minuten die der Download braucht kann ich ja mit Probehören verbringen.
      Es mag sein das bei uns eine kritische Masse erreicht werden muß, doch bis dahin dauert es noch ein wenig. In den USA ist die Entwicklung zwar rasant gegangen und die Absatzzahlen 2009 bestätigen den Kurs von Amazon (Kindle ist das meistverkaufte Weihnachtsgeschenk bei Amazon und die Anzahl der verkauften Ebooks hat die der physischen Bücher überstiegen, trotz allem will man noch nicht von einer Trendwende reden, da Amazon pro Buch laut TBI Research 2$ drauflegt. Die warten ganz sicher auf die kritische Masse bis sie genug Verkäufe haben um eine andere Preisgestaltung bei den Rechteinhabern diktieren zu können. Und wenn das alles nach Laffer funktioniert dann macht es eben die Masse.

      Betreffs Birnen und Äpfel:
      Ich sage es noch mal ganz deutlich, auch auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole: der Musikmarkt kann seine Preise frei bestimmen, der Buchmarkt unterliegt in Deutschland der Preisbindung. Da kann man sich noch so auf den Kopf stellen, der Börsenverein wird versuchen zu einzugreifen wenn das aus deren Sicht aus dem Ruder läuft. Und nochmal: vor 10 Jahren ist ein EU-Vorstoß erfolgreich abgeschmettert wurden. Die Rechteinhaber (Autoren/Verleger) sehen Ihre Vergütungen gefährdet, daher gehen sie dagegen. Die gleiche Diskussion findet doch au´ch mit Google statt, die sich einfach teils international geltendes Recht hinwegsetzen und einfach mal alles kopieren was Ihnen vor die Nase kommt.

      Nochmal DRM: Für gängige Titel ist es völlig irrelevant ob es ein DRM gibt, diese sind ähnlich wie Filme oder Musik in kürzester Zeit illegal im Netz zu erwerben. Wirf mal eine vertrauenswürdige Suchmaschiene (also nicht Google) deiner Wahl an und guck Dich mal im Netz um. So lange es Leute mit zu viel Zeit und der nötigen Energie gibt wird es illegale Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken geben. Die Frage mit der ‚phototechnischen Kopierbarkeit‘ von Ereadern kannst Du Dir selbst beantworten wenn Du Dich ein wenig mit dem Thema beschäftigst.

      So, glaube das reicht nicht nur für mich …
      In diesem Sinne
      MfG

  2. Hab ja gesehen, dass ihr die neuen DX Modelle reinbekommen habt. Verlierst du da auch nochmal ein Wort drüber?
    Und wie siehts mittlerweile mit dem Support in Deutschland aus? Ist das Gerät endlich hier richtig angekommen? Inwieweit wird das Gerät von den Tageszeitungen unterstützt?

    Aber was mich am meisten interessiert ist der PDF-Support: Werden diese korrekt angezeigt? Werden Grafiken & Bilder dann schwarz-weiß oder eventuell gar nicht dargestellt?
    Das Drucken für Uni & Arbeit ging rückblickend schon sowas von ins Geld, dass sich eine frühere Anschaffung des Readers wohl eher gelohnt hätte.Teilweise erreichen die PDFs ja für Vorlesungen schon 100 Seiten pro Fach (und pro Tag).
    Das Ersparnis an Geld und vorallem Platz wäre ernorm.
    Mittlerweile kostet der Kindle 130$ – den Preis finde ich eigentlich absolut angemessen.

    Ist es eigentlich auch möglich den Speicher zu erweitern (SD-Card z.B.?) Den internen Speicher hätte ich wahrscheinlich schon am Ende eines Semesters voll – dabei bin ich für den Master erst bei Halbzeit ;)

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