Westworld ist ein Freizeitpark für reiche Besucher im Stil eines Westernfilms. Die Bevölkerung dieser künstlichen Welt besteht zu 100% aus Robotern. Da sich die lebensechten Maschinen in letzter Instanz nicht wehren, können sich die Gäste im Park in Sachen Sex und Gewalt brutal ausleben.

Westworld – Der Film (1973)

Durch Zufall habe ich vor ein paar Jahren die alte Filmvorlage aus dem Jahr 1973 sehen dürfen. Und genau das kann ich, als Vorbereitung auf die Serie, jedem empfehlen. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Film und ist damals vom Jurassic Park Autoren Michael Crichton geschrieben worden.

Was könnte unter diesen Voraussetzungen in einem Themenpark voller Roboter und Waffen schon schief gehen?

Westworld – Die Serie (2016)

Die Season 1 von Westworld ist inhaltlich abgeschlossen. In zehn Folgen darf man rätseln, was hier eigentlich im Hintergrund vor sich geht und wie das alles einen Sinn ergeben soll. Und man wird hier nicht, wie bei vielen anderen Serien, am Ende enttäuscht.

Im Gegensatz zu vielen anderen Serien läuft hier alles auf ein konkretes Ende mit einer plausiblen Auflösung hinaus. Das sollte sich der ursprüngliche Autor von Game of Thrones, George R. R. Martin, mal anschauen. Denn an einen Masterplan glaube ich bei dem Chaos schon lange nicht mehr.

The guests don’t return for the obvious things we do, the garish things. They come back because of the subtleties. The details. They come back because they discover something they imagine no one had ever noticed before. Something they fall in love with.Dr. Robert Ford

Dr. Robert Ford
Roboter aus dem 3D-Drucker
Roboter aus dem 3D-Drucker

Deus Ex Machina

Ähnlich wie bei dem überragenden Remake von Battlestar Galactica ist Science-Fiction hier nur die Kulisse für eine Geschichte über die Abgründe der Menschlichkeit. Beide Serien verbindet als Element die humanoiden Roboter. In beiden Serien wird dem Menschen durch Maschinen gekonnt ein Spiegel vorgehalten.

Was? Der ist auch ein Roboter?!

Marc beim Gucken von Battlestar Galactica und Westworld

Was der Serie aber besser gelingt, als Battlestar Galactica ist die Schlagzahl mit der hier die vielschichtige Story erzählt wird. Jede Folge ist vollgepackt mit Inhalt. Jeder Satz und jeder Blick hat irgendeine Bedeutung für die verschiedenen Handlungsstränge. Selbst die Gewalt und Sexszenen, die Game of Thrones auch hier in den Schatten stellen, sind dazu da, die Exzesse so realistisch wie es nur geht darzustellen damit klar wird, dass es im Park keine Grenzen gibt.

Homo ludens

Während der Serie wurde mir bewusst, dass ein Freizeitpark im wilden Westen und voller Roboter eine Art „Spiel“ darstellt. Vom „Man in Black“ wird der Aufenthalt ebenfalls als Game betitelt. Und es ist sicherlich auch kein Zufall, dass der Schauspieler von Trevor aus Grand Theft Auto 5 hier auch eine kleine Nebenrolle hat.

Manche Spieler starten Titel wie Grand Theft Auto meist nur für 10 Minuten um mit einem Raketenwerfer-Cheat die Stadt brennen zu sehen. Sie interessieren sich nicht für das eigentliche Spiel, sondern wollen nur Chaos stiften und ihre Macht über die Ordnung für einen kurzen Moment genießen. Wenn die ersten Besucher im Park völlig ausrasten und mordend durch die Saloons ziehen, dann erinnert das unweigerlich an diese Art von Amokläufen in Grand Theft Auto.

Westworld Man in Black

Ich persönlich liebe Openworld-Spiele. Besonders des recht unbekannten Bruder von GTA namens Red Dead Redemption, welches quasi ein GTA im wilden West darstellt. Ich spiele diese Titel wegen ihres Gameplays innerhalb der Story. Ich liebe es in diese Welten einzutauchen und zu sehen, was die Entwickler sich an Details ausgedacht haben. Und nicht, wie viele Gegner ich in kürzester Zeit töten kann.

Beide Typen von Spielern finden sich im Park wieder und verraten uns viel darüber, warum Menschen eigentlich so gerne Spielen.

They’re not looking for a story that tells them who they are. They already know who they are. They’re here because they want a glimpse of who they could be.Dr. Robert Ford

Dr. Robert Ford

„What door?“

Die Serie wird jeden umhauen, der sich auf sie einlässt. Egal ob man nun Science Fiction oder Western mag oder nicht. Ich habe lange geglaubt, dass alle Stories irgendwann mal erzählt wurden und man nur noch recycelte Kost vorgesetzt bekommt. Falsch gedacht. Westworld ist kurz, spannend und genial bis zum Ende der letzten Episode.

Unbedingt anschauen! Westworld kann man bequem bei Amazon Video streamen.

Beteilige dich an der Unterhaltung

16 Kommentare

  1. Das gibt es aber nicht auf Netflix, oder?
    Netflix hat bei mir seit der Offline-Funktion einen Stein im Brett. Konnte ich diese Woche schon von profitieren :)

    Westworld hört sich ansonsten super an, vom Szenario her erinnert es mich aber ziemlich an Real Humans (diese schwedische Serie). Die fand ich auch super, war ja auch hoch prämiert.

    1. Leider bisher nur auf Sky, kommt aber hoffentlich noch. Und besser als GoT? Nääääh, wohl kaum^^ Freue mich aber trotzdem drauf.

    2. GoT hat keine gute Story sondern nur gute Charaktere. Westworld hat eine Story, die ich persönlich für genial halte.

      GoT ist so extrem langgezogen im Vergleich zu den modernen Serien. Season 6 war wieder sehr gut von GoT oder 4 und 5 fand ich super langweilig. Ich habe mich auch extra auf englisch durch die Bücher gequält. Man, war das schlimm.

      Die Season 4 oder 5 ist in den Büchern auf zwei Bücher im englischen verteilt und wird einmal durch die Sicht von Tyron und dann aus der Sicht der Hinterbliebenen aus Westeros. Was ist mit der „Zombie-Mama“ aus den Büchern?

      Der einzige gute Twist war die Sache mit „hold the door“ in Game of Thrones. Alles andere ist Charakterentwicklung – wenn auch eine sehr gut. Westworld punktet durch seine Story.

    3. Mir fehlt halt noch der Vergleich, kann ja gut sein, dass es irgendwo in die Nähe von GoT kommt. Habe mich jedenfalls schon bei der Ankündigung auf Westworld gefreut, weil ich den Film mag. GoT ist natürlich etwas in die Länge gezogen, aber das finde ich auch gut :) Langweilig fand ich es jedenfalls nie bis dato.

    4. Ich bin gerade bei der 6. Staffel von GoT und ich hoffe keine Staffel ist jemals wieder so verzettelt wie diese. Zu viele Nebenschauplätze, zu viel hin und her Gewechsel, echt mühsam.

  2. Aktuell ist die Serie fast so gut wie meine Lieblingsserie Galactica. Einfach spannend und unglaublich gut gemacht. Season 2 unbedingt gucken!

  3. Nach dem Ende von Game of Thrones steht für mich fest: wer eine wirklich durchdachte Geschichte sehen will, der sollte Westworld schauen.

    1. Nach dem Ende von Game of Thrones steht für mich fest: wer eine wirklich durchdachte Geschichte sehen will, der sollte Westworld schauen.

      Weil Dir das Ende nach 8 Staffeln nicht gefallen hat? :)
      Also bei Westworld hört’s bei mir schon bei Staffel 2 auf, sorry.

    2. Staffel 2 ist doch die letzte Staffel von Westworld und abgeschlossen.

      Fandest du, dass Game Of Thrones besser ist als Westworld?

    3. Also die erste Staffel Westworld fand ich sehr gut, die zweite konnte da aber leider auch schon nicht mehr mithalten. Game of thrones ist meiner Meinung nach definitv besser, ist natürlich auch Geschmacksache. Und ich muss sagen, dass das Ende für mich absolut zufriedenstellend war, auch wenn die letzten beiden Staffeln natürlich an Tiefe verloren hatten.

    4. Game of Thrones ist meiner Meinung nach ein unzusammenhängender Haufen Mist. Viele Storyaspekte laufen ins Leere. Charaktere reagieren innerhalb einer Folge unvorhersehbar und nicht konsistent. Das Ende ist eine Frechheit und konstruiert.

      Westworld hatte für Staffel 1 und 2 ein zusammenhängenden Storybogen der vorher fest stand. Die Figuren reagieren realistisch. Die Geschichte ist sehr clever und noch besser als erzählt als sie clever ist. Außerdem ist es mal wirklich etwas Neues. Game of Thrones war am Ende dann doch nur eine weitere Geschichte mit Drachen.

    5. Game of Thrones ist meiner Meinung nach ein unzusammenhängender Haufen Mist. Viele Storyaspekte laufen ins Leere. Charaktere reagieren innerhalb einer Folge unvorhersehbar und nicht konsistent. Das Ende ist eine Frechheit und konstruiert.

      Harter Tobak^^ Vielleicht hast Du auch einige Zusammenhänge nicht verstanden ;) Ich sehe das anders. Unvorhersehbarkeit gehört zudem zu den ganz großen Stärken von Game of Thrones. Mit dem viel zu schnell herbeigeführtem Ende magst Du recht haben, aber im großen und ganzen bin ich zufrieden. LOST war um Längen schlechter im Vergleich…

      Westworld hatte für Staffel 1 und 2 ein zusammenhängenden Storybogen der vorher fest stand. Die Figuren reagieren realistisch.

      Da kann man auch drüber streiten, wie „realistisch“ eine KI reagieren kann.^^

    6. LOST war in den letzten beiden Seasons um Längen schlechter als Game of Thrones. Richtig. Ich sage nur Zeitreisen und “was soll das alles”?

      Ich persönlich halte Game of Thrones wegen den Gründen oben für eine schlechte Serie. Sie ging gut an aber zum Ende war es nur noch Chaos.

      Die Bücher fand ich leider genau so schlecht und zum Teil sogar langweilig. Und Lady Stoneheart?! Mal ehrlich…

      Westworld ist das bessere Game of Thrones – und es ist abgeschlossen. Season 3 Macht was Neues.

    7. Also Lost ist schlussendlich einfach Dantes Hölle. Hast du nicht kapiert dass sie beim Absturz alle gestorben sind? Das merkt man allen voran bei einem Flashback von Hurley wo er an einer Klippe steht. Und die beiden Seiten sollen das equivalent zu Engel und Teufel sein, also sehr klassisch. Jacob hat dabei sogar klassisch ein biblischen Name verliehen bekommen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website zeigt Benutzerbilder über gravatar.com an.

Wie bekomme ich einen verifizierten Account? - Login