Brauchen Spiele eine Handlung?

Aufmerksame Leser haben vielleicht bemerkt, dass ich bis jetzt nie etwas zu dem sehr guten PlayStation 3 Spiel The Last of Us (siehe Bild) geschrieben habe. Viele Leute haben mir gesagt, „Marc, Du musst unbedingt The Last of Us spielen! Die Story ist der Hammer!“. Ich hatte sogar die PlayStation 3 von meinem Kumpel Felix wieder mal ausgeliehen zu Hause.

Ich habe daraus ein kleines Experiment gemacht. Denn ich habe mich dazu entschieden, das Spiel nicht selber zu spielen sondern mir einfach alle Zwischensequenzen auf YouTube als 90-Minuten-Film anzusehen. Das hatte ich schon einmal bei dem Spiel Catherine genau so gemacht. Ich habe es damals wie heute nicht bereut und habe dabei gelernt, dass gute Geschichten und Spiele nicht aufeinander angewiesen sind.

Story als Belohnung für Spielfortschritt

Durch das brillante Spiel Dark Souls, das als Action-RPG ohne Zwischensequenzen auskommt, ist es mir zum ersten Mal aufgefallen. Handlung getriebene Spiele wie Mass Effect spiele ich in erster Linie, um in der Handlung weiterzukommen. Klingt auch logisch.

Unterhaltungen über solche Spiele resultieren dann in Sätzen wie „… und als dann plötzlich klar wurde, dann die Kroganer durch den Virus der Turianer unfruchtbar geworden sind, war ich schon etwas geschockt“. Im Gegensatz dazu würde eine Erzählung über Darks Souls so aussehen „… und dann bin ich unten in den Kerker geschlichen und hatte kaum noch Energie. Kurz vor dem Feuer wurde ich invaded aber der Typ ist zum Glück die Klippe runtergefallen.“ Bei Mass Effect kann ich mich an die Handlung erinnern aber das eigentliche Spiel ist verblasst.

Der Unterschied ist, dass die Handlung bei den meisten modernen Spielen außerhalb des Gameplays stattfindet und erst bei Erfolg beim Spielen die Geschichte als Belohnung Häppchenweise weitererzählt wird. Spiele wie Dark Souls oder auch Zelda erzählen ihre Geschichten innerhalb des spielbaren Teils und kommen ohne Zwischensequenzen. Solche Spiele schaffen es in meinen Augen im Nachhinein die spannendere Story zu erzählen weil man als Spieler permanent aktiv alles beeinflussen kann und vor allem muss.

Gute Spiele brauchen keine Geschichte

Bei einem Titel wie Mass Effect entspanne ich mich automatisch, wenn eine Zwischensequenz kommt weil der Protagonist nicht sterben kann und wenn er es doch tut, dann kann ich es zumindest in der Cutscene nicht aktiv verhindern.

Dazu kommt, dass die Handlung oft unnötig in die Länge gezogen wird in dem Schusswechsel an verschiedenen Orten stattfinden, welche immer wieder die Handlung unterbrechen. Ein Schuh, den sich auch die hochgelobte Bioshock-Serie leider anziehen muss.

Vergleich Handlungs-Spannungsbögen: Film und Spiel

Die Infografik zeigt links den typischen Spannungsbogen eines Spielfilms. Es wird immer spannendender mit ruhigen Passagen in denen sich der Zuschauer entspannen kann. Der Handlungsbogen eines Spiels sieht man rechts auf der Grafik. Die Handlung wird immer wieder durch Gameplay ausgebremst und verzögert.

Meistens wird die Story auch unnötig durch Elemente wie Schusswechsel oder Gewaltszenen erweitert, die den Spannungsbogen nicht nach oben treiben sondern einfach nur dazu da sind, mehr von dem entsprechenden Gameplay ins Spiel zu integrieren.

Dark Souls ist spannend ohne Handlung
Dark Souls ist spannend ohne Handlung

Alles nur in meinem Kopf

Egal ob Film, Buch oder Spiel: Immer passiert ein Teil der Handlung in meinem Kopf. Bei einem Film denke ich die Charaktere nach und versuche herauszufinden, was sie als nächstes tun. Bei einem Buch kommt noch hinzu, dass ich mir das Settings und alles andere, was nicht oder nur wage beschrieben wird, ebenfalls ausdenken muss. Bei Spielen ist es ähnlich weil die Grafik noch nicht bei Fotorealismus angekommen ist, wie ich mir eigentlich damals erhofft hatte.

Spiele für sich den Anspruch erheben,ihre Geschichte wie ein Film erzählen zu wollen, auch damit verglichen zu werden. Ich persönlich gucke mir die Grafik eines The Last of Us oder des neuen Tomb Raider an und denke „Wow, das sieht ja unglaublich aus!“. Wenn man diese Spiele dann aber mal Leuten zeigt, die primär nicht spielen, dann kommt meistens „Das sieht ja mittlerweile echt gut aus – für ein Spiel.“. Aber letztendlich sieht es natürlich immer noch schlechter aus als ein Film und die Schwelle zur kompletten Immersion ist dadurch höher als bei Spielen, die eine abstraktere Grafik haben. Abstrakt meint damit nicht nur alte Pixelgrafik sondern auch sehr comicmäßige Optik oder vielleicht sogar etwas im Stil von Child of Eden. Spiele haben dadurch für mein Verständnis die Messlatte hoch angesetzt und manchen Personen ist sie dann auch zu hoch als Einstieg. Kleinste Fehler bei dem Anspruch realistische Inhalte darzustellen, wie das Uncanny Valley bei der Wahrnehmung von künstlichen Figuren, führt dann zu einem Bruch der Immersion.

Besonders auffällig wird dieses Phänomen, wenn Spiele die Zwischensequenzen nicht direkt in der Spieleengine rendern und somit der selben Grafik rendern wie das eigentliche Spiel. Dann sieht man die Schere zwischen Spielgrafik und meistens besserer Rendergrafik enorm. Das zerstört das Eintauchen in die virtuelle Welt komplett und erschwert mir zumindest die Handlung als glaubwürdig zu akzeptieren.

Zelda - A Link to the Past und Skyrim
Unsere Fantasie muss bei abstrakter Grafik aktiver werden als bei aktuellen Spielen mit annäherndem Fotorealismus.

Das heißt natürlich nicht, dass gerade ich mir wieder Retrografik wünsche. Die meisten Spiele funktionieren für mich auch sehr gut. Aber im Gegensatz zu Filmen oder Serien vermisse ich für mich an Glaubwürdigkeit verlieren. Vielleicht werden meine Ansprüche aber auch immer größer, da ich aktuell recht viel Lese und Serien so wie Filme gucke.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Es gibt natürlich auch positive Ausnahmen wie die neusten Titel der Firma Telltale Games. Allen voran The Walking Dead, dass zwar nur aus Zwischensequenzen besteht aber im Gegenzug dazu fast im Sekundentakt radikale Entscheidungen vom Spieler fordert und Entscheidungen und somit massive Änderungen der Story zum wichtigen Gameplay-Element erhebt. Dabei habe ich nicht das Gefühl, dass ich mich entspannen kann, weil die Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen werden müssen und sich sofort auf die Geschichte und somit auch wieder direkt auf das Gameplay auswirken.

Gute Geschichten brauchen keine Spiele

Zurück zu meinem Experiment mit The Last of Us. Die Geschichte ist sehr gut und die Figuren glaubwürdig und lebendig dargestellt. Deswegen funktioniert die Geschichte und das Ende. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich ohne das Gameplay etwas verpasst hätte. Klar, es ist bestimmt kein schlechtes Action-Adventure aber rein zur Handlung hat das eigentliche Spiel wenig beigetragen.

Und wenn ich ehrlich bin, würde die Geschichte von Bioshock Infinite auch wunderbar als Film funktioniert. Genau so wie spannende Spiele wie Final Fantasy X oder Lost Odyssey für mich auch ohne den Spielinhalt gut funktionieren würden. Mir haben sie aber damals Spaß gemacht, weil mir der Spielinhalt auch gefallen hat. Genau so wie ich das Gameplay der Bioshock-Serie persönlich auf den hohen Schwierigkeitsgraden sehr mag.

Beispiel: The Last of Us

Bei The Last of Us werde ich es aber wohl nie erfahren, ob mich das Spiel ebenfalls als solches überzeugt hätte. Die Geschichte hat für mich auf jeden Fall auch ohne das Gameplay funktioniert. The Last of Us ist natürlich im Umkehrschluss kein schlechtes Spiel und würde auch ohne die Story und die Atmosphäre funktionieren.

Deswegen bin ich der Überzeugung gelangt, dass Spiele nicht unbedingt dafür geeignet sind, um gute Geschichten zu erzählen. Genau genommen leiden viele Stories sogar dadurch, dass sie in ein Spiel eingebettet sind. The unnötigen Wechsel der Handlungsorte und das künstliche in die Länge ziehen der Story durch Gameplay macht die Handlung nicht besser. Das merkt man aber auch nur, wenn man sich mal so wie ich 90 Minuten isoliert die Zwischenseuenzen ansieht und diese Dinge bemerkt. Ein Film würde das nicht so auseinander reißen.

Ein weiterer Weg der funktioniert, ist das  man die Spiele entsprechend kurz hält wie Brothers – A Tale of Two Sons oder The Walking Dead. Das neue Tomb Raider oder die Assassin’s Creed Serie sind dagegen mit ihrem „Abschnitt geschafft – Story geht weiter“-Muster für mich unerträglich.

Aeris in den Armen von Cloud als Bild an der Wand
Wer erinnert sich außer dieser Szene aus den 80 Stunden FFVII an irgendwelche Höhepunkte der Story?

Film und Bücher können besser erzählen

Wer spannende und gute Stories erleben will, für den sind Filme, Serien und vor allem Bücher meiner Meinung nach besser geeignet. Das heißt nicht, dass Spiele keine Geschichten mehr erzählen sollen aber gute Spielen müssen für mich mehr sein als Filme mit unnötigen Unterbrechungen durch Gameplay. Spiele sind anders als Filme und können so viel mehr sein. Dazu brauchen sie das Storytelling von Filmen jedoch nicht und haben zudem auch noch mit Problemen wie dem Uncanny Valley zu kämpfen.

Bei Spielen ist man jedoch näher dran. Näher am Geschehen, näher an den Charakteren und durch die Interaktion auch vielleicht tiefer in der Geschichte. Aber wenn diese Geschichten einfach nur ablaufen wie ein Film und nur aufgesetzt sind, dann verfehlt das Medium Spiel meiner Meinung nach seine Aufgabe.

„Story in a game is like a story in a porn movie. It’s expected to be there, but it’s not that important.“John D. Carmack

Meine Antwort auf die Frage, ob Spiele eine Handlung brauchen ist also: Nein, nicht zwingend aber es schadet dem Spiel auch nicht. Aber die Geschichte selber kann meiner Ansicht nach besser von Filmen, Serien und Büchern erzählt werden. Und zwar aufsteigend in der Reihenfolge. Denn The Last of Us oder Bioshock Infinite haben zwar für Spiele eine sehr gute Story. Aber als Film wären sie nur Standardkost.

Empfohlene Kommentare

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56 Antworten auf „Brauchen Spiele eine Handlung?“

  1. Sehe ich im Prinzip genau so. Bei mir ist es so: wenn Story und Gameplay komplett voneinander getrennt sind, beachte ich die Story gar nicht. Ich könnte zB die Story von keinem einzigen CoD Teil wieder geben. Auch nicht die von Halo oder Gears of War.

    Nur in zwei Spielen habe ich in den letzten Jahren die Story verfolg. In Heavy Rain und in MGS4. Heavy Rain verbindet beides prima und das Gameplay hat Auswirkungen auf die Story. MGS ist einfach bombastisch inszeniert. Aber generell kann ich schon sagen, dass die Story so gut wie immer überflüssig ist.

    Ganz schlimm wird es, wenn die Sequenzen nicht in der Spielgrafik ablaufen. Dann wirkt die Story noch befremdlicher. Ich habe zB nie verstanden wie man damals die Rendervideos von Final Fantasy am abfeiern war. Ich kaufe doch kein Spiel um mir tolle Rendervideos anzuschauen.

    Grundvoraussetzung für die Beachtung der Story ist für mich, dass die Sequenzen mit der normalen Spieleengine ablaufen und nicht gameplayunabhängig sind. Ansonsten beachte ich die Story nicht. Was aber nicht heißen soll, dass ich mir solche Spiele wünsche. Ich kann nämlich gut ohne Story leben.

    1. Bis auf die Sache mit Heavy Rain sehe ich alles genau so. Das Spiel macht in meinen Augen alles falsch.

      Aber besonders der Punkt mit der Spieleengine und den Zwischensequenzen von dir, teile ich komplett. Das reißt sonst zu sehr raus. Max Payne 3 hatte das gut gelöst.

    2. Es ist genau der Grund warum ich die Spiele von Square Enix nicht mag. Rendersequenzen und dann noch viel zu lang gehalten. Früher war ich teilweise so drauf, dass ich Zwischensequenzen konsequent übersprungen habe, weil die meisten so dürftig war, dass sie dem Spiel gar kein Mehrwert boten. Heute zwingen die Entwickler ja die Sequenzen zu schauen, ob du willst oder nicht, weil sie der Meinung sind, sie hätten sich soviel Mühe gegeben, jetzt soll der Kunde sie gefälligst auch schauen. Bei einem Blizzard Titel würde ich die Sequenzen nie überspringen, aber bei gewissen Spielen sind sie kein Muss.

  2. Kommt natürlich auch in erster Linie auf das Genre an, Jump’n’Runs, Actionspiele, Rennspiele usw. funktionieren natürlich ohne große Story. Für meinen Teil erinnere ich mich gerne an eine gute Story, die besten wie Mass Effect, BioShock oder Walking Dead hast Du ja schon genannt. Aber selbst ein Dark Souls bietet reichlich Story, nur dass diese dort unglaublich verteckt in Dialogen und Itembeschreibungen versteckt ist. Hier aber natütlich ganz klar das Gameplay im Vordergrund. Bei Final Fantasy, egal welcher Teil, hatte ich immer das Gefühl, das die Handlung unnötig kompliziert ist. Ich hab zwar von 5-13 ausser dem Online-Titel alle gespielt, wüsste aber aus dem Stehgreif nur noch grob die Handlung aus dem siebten oder zenhnten Teil.^^ Die Cutscenes dagegen fand ich immer fantastisch, gestört haben die mich nie.
    Ich spiele jedenfalls lieber ein Spiel mit einer guten Story und „akzeptablen“ Gameplay (wie das GoT-RPG) als dass ich einen Film mit müder Story schaue oder beim Lesen fast einschlafe.

    1. Aber mal ehrlich: Die Story von Mass Effect kannst Du auf einem Bierdeckel erzählen und wird quasi nur durch unsinnige Schusswechsel in die Länge gezogen. Die Pointe von The Last of Us ist schon ganz cool gemacht aber braucht das Spiel nicht unbedingt, um zu funktionieren. Bei Mass Effect könnte man sich die Story als Film gar nicht antun, weil sie zu lächerlich simpel wäre.

      Zu Dark Souls und der Story:

      Ja, sie ist vorhanden und man muss wirklich suchen. Dann sind es aber keine Zwischensequenzen sondern Textpassagen oder kurze Dialoge. Die eigentliche Handlung entsteht aus dem Gameplay selber und wird nicht durch Zwischensequenzen unterbrochen, die mich rausreißen.

      Zu Final Fantasy X, einem meiner Lieblingsspiele, kann ich nur sagen, dass die Story für damalige Verhältnisse inkl. der Auflösung genial war. Als am Ende klar wurde, was Tidus eigentlich ist, war das schon cool. Auch der Twist mit Yuna und was ihr „Job“ am Ende für die bedeutet, war eine Szene, die ich nicht vergessen werde. Aber auch diese beiden Twists würden auch als Film funktionieren. Final Fantasy braucht imho auch die Handlung sonst wäre das Gameplay für sich einfach zu eintönig und die Zufallskämpfe würde man sich nicht geben.

      Weißt Du noch noch, als ich dir das mal bei mir in der alten WG gezeigt habe? Als ich letztens an Weihnachten zu Hause war, hab ich FFX reingeschoben und da sah ich dann den Spielstand namens „Mario“. ;-)

    2. Hehe, natürlich kann ich mich daran noch erinnern! Das war schon beeindruckend „damals“ :) Soweit ich weiss, haben wir danach irgendein Rennspiel eingelegt und Dein Lenkrad irgendwo an einen Tisch geschraubt.^^

      Natürlich könnte man die Story von Mass Effect auf einen Bierdeckel schreiben, aber
      ohne die Story und großartigen Charaktere mit ihren eigenen Stories wäre Mass Effect nie so ein Erfolg geworden.

    3. Scroll mal nach unten. Ist heute sogar das „Spiel doch mal wieder…„.

      Ja, die Charaktere von ME sind wirklich ok. Der DLC für ME3 wo man bei Shepard zu Hause abhängt war wirklich super gemacht. Aber die Handlung war nicht wirklich voller Überraschungen und Twists. Zumindest gemessen an guten Filmen wäre da mehr drin gewesen.

    4. Ich frage mich gerade wie Marc die Story von Mass Effect als Bierdeckel Story bezeichnen kann. Er soll statt durch das Game zu rennen einmal alle Nebenqueste und Dialoge zuerst Spielen. Jeder Charakter erzählt seine eigene Story und vermittelt die Ideologie und Lebensweisheit seiner Rasse, seines Lebenshintergrund. Das ist etwas was beim Film sehr schnell langweilig wird, weil die Interaktion fehlt.

      Das ist genau das was ich an einem Pen&Paper wie Dungeon&Dragons liebe. Man kann die Geschichte ausschmücken, oder einfach daran vorbei rennen und sich auf den Kampf konzentrieren. Und Bioware die mit D&D basierten Spiele begonnen haben, halten dieses Prinzip bis heute bei jedem ihrer RPGs hoch. Das ist weitaus interessanter als die japanischen Rollenspiele, die die Story eben wirklich in erster Linie in den Rendersequenzen erzählen.

      Eine Story die ich durch Wahl der Dialoge beeinflussen kann, ist meines Erachtens interessanter, als eben das Prinzip mit dem Sequenzen die einem aus dem Spielfluss reissen. Das hasse ich wie die Pest! Und genau darum schaue ich Bioware immer noch als eines der besten RPG Studios der Welt an. Warum findet das HD Remake von den beiden Baldurs Gate solches Interesse? Weil die Substanz einfach gut ist.

    5. Nein, das ist bei Mass Effect natürlich alles erste Sahne. Es macht einfach Spaß über die Citadell zu rennen und mit den Aliens zu quaken die alle miteinander Beef haben. Super.

      Was mir auch an Mass Effect nicht passt, sind die Momente, wo eine Zwischensequenz abläuft. Die Haupthandlung. Besonders schlimm ist das auch bei Enslaved. Super Spiel, keine Frage. Aber die Geschichte wäre als Kurzfilm besser umgesetzt worden. Es trägt sich nicht über das ganze Spiel hinweg.

    6. Naja, bei Mass Effect ist es nur die Haupthandlung, die auf einen Bierdeckel passt. Das ist ja bei vielen Spielen so, wie z.B. Skyrim oder Fallout 3. Viel interessanter, da hat JTR absolut recht, sind die vielen kleinen Dinge und Missionen um einen herum, die Welt, die es zu entdecken gilt.

    7. Gut das ist dasselbe Prinzip wie bei Serien. Es gibt eine grobe Haupthandlung als roten Faden an dem sich alles anhängt, und dann gibt es die vielen Nebengeschichten der einzelnen Charaktere. Ich finde das nicht schlecht. Aber ich gebe dir recht, Zwischensequenzen sind so 90er Jahre Stil und einfach nicht mehr zeitgemäss. Aber viele Spieldesigner können davon immer noch nicht weg wie es scheint.

    8. Ich mag Zwischensequenzen :) Viel schlimmer sind die „modernen“ Zwischensequenzen, die man an solche nicht erkennen soll indem man nervige QuickTimeEvents einbaut.

    9. Aber hattet ihr noch nie das Gefühl, dass man spielen muss, um die Zwischensequenzen „freizuschalten“? Das Gameplay unterbricht sozusagen die Story und pausiert diese. Das Problem meine ich eigentlich und das haben viele moderne Spiele.

    10. Aber eben Marc, woher willst du wissen, ob die Story von „The last of us“ du wirklich vollumfänglich hast, indem du dir nur die Zwischensequenzen gesehen hast? Kann sein dass du nur den groben Plot via Zwischensequenzen präsentiert bekommst, die feinen Details und Nebenstränge die teilweise wichtiger sein könnten, sich aber in den Dialogen der Charakter erst auflösen und ergeben.

      So gut die Zwischensequenzen zum Beispiel von Diablo 3 sind, sie sind kurz und zeigen nur den roten Faden. Alle Details der Geschichte einzelner Charaktere ergeben sich durch Dialoge etc. im Spiel und wirst du nie mit den Zwischensquenzen in Erfahrung bringen. Dasselbe bei Mass Effect.

      Man kann sich jetzt fragen, warum man den grossen Plot in Zwischenquenzen, einer Art Ruhepause präsentiert und nicht auch ins Spiel integriert. Vielleicht sind die Pausen wirklich als das gedacht. Du hast ja auch bemerkt, dass in den meisten Filmen extra ruhigere Passagen gibt, damit der Zuschauer eine kleine Pause einlegen kann. Denselben Zweck sollen wohl Zwischenquenzen erfüllen. Warum mich kurze Sequenzen wie bei Diablo 3 nicht stören, so elend lange wie bei Square Enix Spielen aber eben schon.

    11. Ich habe dabei nicht das Gefühl gehabt, dass ich irgendwas vermissen müsste. Ganz im Gegenteil, es war eine befriedigende Erfahrung und die Story war wirklich gut. Leider ab und zu unnötig durch Schusswechsel unterbrochen aber gut.

    12. Aber hattet ihr noch nie das Gefühl, dass man spielen muss, um die Zwischensequenzen “freizuschalten”? Das Gameplay unterbricht sozusagen die Story und pausiert diese.

      Na kommt doch auf das Spiel an. Normalerweise ist das Gameplay ja dazu da, die Handlung voranzutreiben. Der Grossteil der Story findet doch beim Gameplay statt und besteht nicht nur aus den Zwischensequenzen.

  3. Shigeru Miyamoto (Zelda und Mario Erfinder) hat, angesprochen auf die Story seiner Spiele, mal gesagt „wer eine gute Story will, der soll sich ein Buch kaufen“. Das Zitat findet man leider nicht im Internet, stand mal in der N-Zone um 1998 rum.

    In Zelda ist die Story zB total simpel (rette die Prinzessin vor dem Bösewicht). Das Spiel hatte aber den Vorteil, dass die Story auch innerhalb des Gameplays erzählt wird und man sich selbst aussuchen konnte, wieviel Hintergrund der Geschichte man nun mitnehmen möchte. Vieles erfuhr man durch Dialoge mit anderen Figuren, die größtenteils freiwillig sind. Aber selbst wenn du kaum Dialoge führst, weiß man immer noch, dass es darum geht die Prinzessin zu retten.

    Wichtig in Spielen ist auch ob die Figuren charismatisch rüber kommen. Wenn ich Sequenzen von Battlefield, CoD oder Gears of War sehe, dann haben die Charaktere überhaupt keine Persönlichkeit. Hier ist MGS allen anderen Spielen meilenweit voraus, da jede Figur eine Persönlichkeit hat auf die man sich einlassen kann. Anders als Zelda ist die Story aber nicht simpel sondern extrem kompliziert. Wer hat damals die Story von Teil 2 verstanden? Kaum einer. Die Sequenzen fand trotzdem jeder geil, weil die Figuren allesamt eine Persönlichkeit haben und authentisch rüber kommen. Wäre dies nicht der Fall, würden viele die Sequenzen weg drücken.

    Was haben Zelda und MGS gemeinsam? Die reine Story ist komplett unwichtig. Ob sie simpel oder kompliziert gestrickt ist, hat kaum Auswirkungen darauf, ob der Spieler sich mit dem Spiel identifizieren können.

  4. Ich habe mir erlaubt den Artikel neu zu strukturieren und zu ergänzen. Jetzt gibt es eine bessere Eingangsfragestellung und einen kompletten Abschnitt über die Rolle der Grafik.

    1. Wer wirklich gute Story erleben will, sollte ein Gamemaster mit viel Phantasie suchen und mal ein Pen&Paper wie Dungeon&Dragons spielen. Kommt kein Film und kein Buch heran!

      Mal ehrlich, die meisten Filme stammen von Romanen ab. Und da sind es auch immer wieder dieselben Schemas die gerade bei Thriller etc. genutzt werden. Und Hollywood vereinfacht es dann nochmal, weshalb gewisse Filme austauschbar sind.

      Das mit der Grafik kann man übrigens auch beim Film beobachten. Alte Klassiker aus den 60 bis 70er Jahren zeigen meist bessere schauspielerische Leistungen als man heute überhaupt noch finden kann, weil heute alles noch grafisch nach bearbeitet wird und die Effekte teils den Schauspieler die Show stehlen. Bestes Beispiel für mich war „Die Zeitmaschine“ wo ich zuerst die grottenschlechte Neuverfilmung gesehen habe und erst danach das Original. Klar sieht man beim Original dass die Morlocks mit Pappmasche im Gesicht herum rennen, aber insgesamt hat mir der alte Teil um Welten besser gefallen als der CGI zu gedonnerte Neuverfilmung.

    1. Wenn dir Beyond: Two Souls gefallen hat, dann magst Du bestimmt auch Heavy Rain von dem selben Entwickler Quantic Dreams. Die haben auch damals Fahrenheit gemacht.

      Für mich persönlich sind solche rein storygetrieben Spiele einfach nichts. Das ist so wie interaktive Filme in den 90er Jahren. Der Spielanteil ist mir zu gering. Aber cool, dass du so was spielst. =)

      Beyond: Two Souls gucke ich mir demnächst auch mal als Film an. Laut den Reviews gibt es auch nur sehr wenige Entscheidungsfreiheit und die leider nur am Ende. Zu diesen GameCinema Episoden gibt es mittlerweile eine ganze Seite: http://www.vghcinema.com/

    2. Two Souls muss ich mir auch noch holen. Habe Fahrenheit wie Heacy Rain geradezu verschlungen. Ist halt wie ein interaktiver Krimi. Kehrt um, wer bei den Spielen reklamiert, kann Spiele wie God of War mit den ganzen Quicktime Events auch nicht gut finden.

    3. God of War ist zumindest zu 90% ein Spiel. Man muss nicht nur ab und zu eine Taste drücken um zu entscheiden, ob man nun die Milch aus dem Kühlschrank nimmt.

    4. Aber GoW besteht nicht nur aus QTEs. Das ist der Unterschied. Damals war God of War echt gut. Heute ist das auch nicht mehr mein Fall. Fahrenheit habe ich damals bei der Hälfte aufgehört zu spielen als die Aliens kamen.

  5. Bei The Last of Us könnte ich mir auch sehr gut vorstellen, einfach nur die Zwischensequenzen wie einen abendfüllenden Spielfilm zu schauen, obwohl die Geschichte hervorragend ist und das Spiel mehrere Auszeichnungen erhalten hat. … Vermutlich weil ich nicht so ein großer Fan von düsteren Endzeit-Geschichten bin und mich das Spiel selbst zu spielen nicht wirklich reizt.

    Ganz anders als z.B. bei Uncharted (selber Entwickler: Naughty Dog). Die Spielereihe ist genau mein Ding und obwohl man sich auch nur alle Zwischensequenzen (teilweise 2 Stunden Laufzeit) anschauen könnte, wollte ich diese Geschichte einfach selbst spielen, das ein oder andere Rätsel lösen, den Schatz finden und bis zum Ende mitfiebern.
    Uncharted schafft es meiner Meinung nach perfekt das Gameplay durch Zwischensequenzen zu ergänzen, alles geht fließend ineinander über und so wünsche ich mir ein Spiel!
    Davon mal abgesehen, habe ich mir die Zwischensequenzen aller Teile als „Film“ angesehen und ich fühle mich jedes Mal bestens unterhalten und keineswegs gelangweilt.

    Heavy Rain hat mir, im Vergleich zu Dir, Marc, auch sehr gut gefallen und daher freue ich mich bereits auf BEYOND: Two Souls. Mal schauen, ob meine Erwartungen erfüllt werden.

    1. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mit BEYOND: Two Souls demnächst auch mal als abendfüllenden Film ansehen werde. Ich fand das super und man kann selber entscheiden, ob man die Gameplay-Sequenzen mit reinnimmt.

      In der letzten Zeit habe ich einfach mehr Spaß an echtem Gameplay. GTA5 Online z.B. Das ist super spannend bei 0 Handlung. Wenn ich dann eine gute Story will, ziehe ich mir lieber eine Serie rein.

    2. Ich kann verstehen, das das Gameplay alleine Unterhaltung genug ist. Ich habe z.B. damals bei Vice City die Story vollkommen ausser acht gelassen und mich in der 80er Jahre Atmosphäre wohlgefühlt – der meiner Ansicht nach die schon damals recht einfache Grafik kein Abbruch getan hatte. Und die ganzen Aufbauspiele können ja auch ohne Handlung auskommen, Anno hat dafür sogar einen Spielmodus ersschaffen.
      Problematisch sehe ich die Aussage, Bücher oder Filme würden eine Handlung besser transportieren. Denn: sowohl in Spielen, als auch in Büchern oder Filmen kommt es auf die Genres und die Zielgruppen an! Ein Fan von Splatterfilmen kümmert sich mitunter eher weniger um die Handlung als die Darstellung der Szenen, wäre aber unter Umständen positiv überrascht, wenn der eben gesehene Slasher-Film auch noch was zum Nachdenken mitbringt oder einfach nur eine grandiose Wendung erzeugt.
      Meiner Ansicht nach ist Überschrift und Fazit ein wenig zu einfach erklärt.

    3. Bzg. Handlung und Geschichtserzählung schlägt meines Erachtens Mass Effect selbst die besten Sci-Fi Filme wie Babylon 5, sofern man sich auch in die Dialoge mit den diversen NPC nebst dem Schlachtfeld abgibt. Dasselbe bei so manchem RPG. Letztlich meinte ein Kollege, es gäbe in Skyrim so viele Bücher mit Erläuterungen rund um die Geschichte von Elderscrolls zu lesen, es würde vom Umfang her so manchen dicken Roman weiter hinter sich lassen. Nur werden die wenigsten diese Mühe sich überhaupt machen. Von daher bewundere ich Entwickler die in so etwas Zeit investieren, mit dem Wissen, dass es von den meisten Spieler gar keine Beachtung findet.

    4. Ich behaupte mal, dass bis auf die Figuren (nicht Charaktere) jede halbgare Sci-Fi TV Sendung spannendere und erzählerisch bessere Geschichten erzählt als Mass Effect.

      Ich mag Mass Effect. Aber ich mag es wegen der Figuren und der Stimmung aber eben nicht wegen der „Story“. Die ist nicht spannend oder bedeutungsvoll. Deswegen kann man es meiner Ansicht nach auch sein lassen und sich mehr auf das „Spiel“ konzentrieren als auf den Versuch ein Film seien zu wollen. Sprich: Keine Cutscenes mehr.

    5. Bei Mass Effect war das Hauptaugenmerk der Entwickler die Wahl der (Plot)Möglichkeiten in Vergbindung mit einem fast lupenreinen SRD Rollenspielsystem zu vereinen. Sie haben auf Ihr erfolgreiches Baldur’s Gate / Neverwinter Nights Konzept ein weitere Komponente hinzugefügt (Auswahl der Dialoge vereinfacht) um es cinematischer zu gestalten.
      Als dramaturgisches Element finde ich Filmszenen generell nicht schlecht und bei Mass Effect auch nicht weiter störend, da sie Handlung produzieren und dem Spieledesigner die Möglichkeit geben, ein neues Setting zu schaffen. Da bei Mass Effekt einige storytechnisch relevante Dinge an die Charaktere und deren Mimik, Gestik und Bewegung geknüpft waren, bot sich eben an, den Fokus hier zu setzen. Auch änderte sich teilweise die äußerlichen Gegebenheiten oder die Zeit, in sofern macht es schon Sinn, hier Cutscenes einzubauen. In (mehr oder minder) hard-rail Titeln wie Call Of Duty allerdings kann ein gescriptetes Event durchaus ohne Cutscene auskommen, da geht’s ja eher ums „Mittendrin“ sein.
      An der Mass Effect Story hatte ich eigentlich nix auzusetzen bis auf die Tatsache, das sie im ersten Teil ziemlich zu Anfang den Obergegner verraten hatten. Das hätte man im Spiel warscheinlich dramatische rausfinden können.

    6. Kann einer – ohne nachzugucken – die Plottwists in ME2 und ME3 wiederholen?

      Bei ME1 erinnere mich auf 60 Stunden Spielzeit an gerade mal Drei:

      * „Töte ich die kroganische Rasse oder nicht?“
      * „Schicke die ich Frau oder den Kroganer in den Tot?“
      * Wie Goregrinder schon sagte: „Der Bösewicht ist eigentlich auch ein Spectre“.

      Toll. Und das soll eines der besten Stories in Spielen sein?

    7. Na, eben bist’e aber ein wenig fantasielos ;-) …

      Bricht man es so runter:
      – lebte Jesus um zu sterben
      – schmiedete Sauron einen Ring damit dieser zerstört wurde
      – ist Game Of Thrones lediglich eine sehr erfolgreiche Fantasy-Telenovela

      Die Twists würde ich auch nennen, allerdings würde ich die Anzahl der Twists nicht als Alleinstellungsmerkmal nehmen. Manchmal reicht ja auch nur ein Twist, um ein Film/Spiel/Buch besonders zu machen (6th Sense, Dusk Till Dawn, …).
      Was ME1 angeht, so gibt’s hier eine Aufstellung der wichtigsten Entscheidungen, die man treffen kann.

      Ich bin ganz bei Dir, wenn es um die Atmosphäre geht, die Mass Effect beim spielen ausgestrahlt hat, allerdings fand ich die Entfaltung der Geschichte auch ziemlich gut. Ausserdem muss man der Spieleschmiede zu Gute halten, das bei der Fülle an Optionen welche dem Spieler angeboten werden und der in weiten Strecken nicht-Linearität des Spielverlaufs (Spieler sucht sich die Herausforderungen selbst aus) sicher nicht immer alles 100%ig abgestimmt klappt und man seine eigene Wahrnehmung doch immer sehr subjektiv ist.
      Einzig das Ende des 3. Teils war eine Entäuschung, da [spoiler] es ja egal war, was vorher entschieden wurde. Der – ich bezeichne es mal als – „Molyneux-Effekt“ kam leider nicht zum tragen.

      Und das soll eines der besten Stories in Spielen sein?

      Wenn man unter ‚besten‘ versteht, das viele Menschen es mögen:
      Auf Grund der positiven Bewertungen und Kommentare weltweit kann das nur mit ja beantwortet werden, auch wenn’s für manch einen komisch erscheint.

    8. Die Invasion der Reaper und ihre Untergebenen die Geth, die Erbauer der Zitadelle, der Plot mit der Insektenrasse der Rachni, der Holocaust an den Kroganer und ihren Kampf ums Überleben, die Nomadenvölker der Quarianer, die Inquisition und noch viele Nebenplots von Söldner und Piraten. Also an Haupt- und Nebenplots und den vielen Verflechtungen steht Mass Effect nichts Babylon 5 nach und Babylon 5 war das komplexeste an Sci-Fi was es im Filmbereich jemals gab.

    1. Leider ist der Artikel absoluter Bullshit. Das Spiel ist näher am echten Leben als ein Buch oder Film jemals sein kann. Die echten Geschichten des Lebens erzählen sich auch nicht in Cutscenes sondern durch die ganzen Details die einem erfahren, die einem umgeben. Ich behaupte die Geschichte von Gut und Böse bei Diablo 3 schlägt schon jedes Star Wars locker in der tiefe der Geschichte, aber sie werden im Spiel versteckt mit Hinweisen nebst Cutscenes erzählt. Abgesehen davon dass ein Teil noch im Handbuch stand (gibt es bei heutigen Spielen nicht mehr). Und wie in einem Buch macht man sich bei den nur angedeuteten Sachen sein eigenes Bild und spinnt es unterbewusst mehr in die Tiefe. Ua. ein Grund warum eine Romanvorlage immer besser bleibt als der Film dazu. Ich denke ein Stalker schlägt als Spiel jeden Film den ich in ähnlichem Setting jemals gesehen habe um längen. Und ich bin ein grosser Sci-Fi Filmfan, aber was Mass Effect an Tiefe etc. bietet, kann bestenfalls noch Babylon 5 toppen, alle anderen Sci-Fi Filme sind eh zu flach dafür. Ich denke eher, obschon ich selber ein grosser Film Fan bin, habe über 1200 DVDs und BRs herum liegen, überschätzen viele das Medium. Es ist gerade heute nicht mehr so gut wie es mal war, ua. weil heute Special Effects fehlende schauspielerische Leistungen überdecken. So ist die „Time machine“ aus den 70er Jahren bedeutend besser als die Neuverfilmung aus den 2000er. Und so empfinde ich es allgemein. Waren die schauspielerischen Leistungen am Anfangs des Films sehr mässig, haben sie meines Erachtens in den 50 bis 70er ihren Höhepunkt erreicht. Heute sieht man so schlechte Schauspieler in grosser Zahl wie nie zuvor in grossen Produktionen.

    2. Also die allerbesten Storys erlebt man meines Erachtens in Sandboxspielen wie bspw. Ark mit Freunden. Und da ist nichts gescripted, sondern diese Storys ergeben sich einfach.
      Einzig bei ein paar Rollenspielen sind die Storys wirklich super (der rote Baron beim Witcher 3 z.B. fand ich super oder auch Pillars of Eternity).

      Ansonsten in der Tat eher hübsches Beiwerk um das Spiel nicht ganz so sinnlos dastehen zu lassen mit seiner puren Spielmechanik…

    3. der rote Baron beim Witcher 3

      Oder „Bloody Baron“ wie er ja in der englischen Version treffender heißt. Da habe ich aufgehört zu spielen. Direkt danach. Und zwar weil es KEINE gute Story ist. Es ist langweilig. Es ist gut für ein Spiel aber für eine gute Handlung ist das echt lächerlich mit dem Kind was da auf einen zu kriecht und dem Geist. Zeigt das mal jemandem, der nie Spiele spielt ob ihn das packt. Lächerlich

    4. Zeig mal jemanden der gut belesen ist „Der Pate“ als hochgelobter Film mit seinen vielen Stereotypen. Sorry, das meiste was von Hollywood oder der US Unterhaltungsbranche kommt ist oberflächlich und flach was die Story anbelangt, egal ob Film oder Spiel.

    5. Der Pate ist aber selbst heute noch besser als so ziemlich jede Story in einem Spiel. Alleine das Pacing für Plottwists haben Spiele einfach nicht raus. Im Prinzip können sie das auch nicht wirklich leisten weil der Spieler eine unbekannte Komponente ist.

    6. Welches? BS1 hatte eine starke Länger nach dem Twist warum man das alles tut usw.

      BSI ist supergeil. Keine Frage. Ein ganz seltenes Beispiel wie man es echt richtig macht.

    7. BSI war schrecklich schlecht. Die Welt ist gut gemacht, aber mit den Charakter identifiziert man sich überhaupt nicht. Ganz schlechtes Beispiel wie man es auf keinen Fall machen sollte. Ich vermute es hat Gründe warum seither die Serie nicht weiter geführt wurde.

    8. Für mein Empfinden wurde Bioshock von Teil zu Teil mehr auf Action getrimmt und weniger auf Geschichte und ethische Fragen. Wobei Teil 3 hat mir auch besser gefallen als der sehr schlechte Teil 2. Aber Bioshock 1 ist für mich eines der besten Spiele überhaupt, über allem was ich je gespielt habe. Da fallen mir nicht viele Spiele ein die damit gleich ziehen können, nicht mal Uncharted mag das nur annähernd heran!

    9. Uncharted hat eine Story wie in einem Action-Film. Nicht mehr und nicht weniger. Das gesamte Ende von Bioshock Infinite fand ich damals wirklich gut. Aber das ist wie gesagt auch eine Ausnahme.

    1. Gebe dem Zeit/WASD-Redakteur bedingt recht. Bindung wird wirklich gerne mit Story verwechselt. Umgekehrt versucht er, die von Ihm als ‚Archäologie‘ bezeichnete Methode als heilbringend anzupreisen. Das funktioniert aber leider nicht immer und überall. Sicher erzeugt es ein Kopfkino, aber es wird bei Beat ‚em‘ ups nicht zum erfolgreichen Beenden des Spiels beitragen. Mich persönlich nervt es, wenn ich in einem 3rd-Person Actionspiel x Zettel und Tagebucheinträge finde, wenn ich doch eigentlich die Gegner aufmischen oder Kletterpartien bestehen will.
      Aber ganz ehrlich: es geht doch um den Gesamteindruck den es hinterlässt. Außerdem erwarte ich von einem Videospiel nicht, das es ein Film ist, sonst könnte ich mir ja … irgendwie … auch einen Film ansehen …
      Es gab früher von Sierra mal Versuche, beide Genres zu koppeln. Wir haben zu dritt gebannt vor Phantasmagoria gesessen und das Spiel in 10 Stunden durchgespielt. Heute würde man so wahrscheinlich nicht mehr designen, aber die Mischung aus Point&Click und Videosequenzen hat damals gut funktioniert.
      Und nochmal ganz ehrlich: wieviele Filme gibt es, die bei genauerem betrachten storytechnisch überaus banal sind und von den Bildern oder dem Ausdruck der Schauspieler leben?
      Der Vergleich zum Film zieht nur bedingt, ebenso der mit dem Buch. Es sind andere Medien mit anderen Stilmitteln und man nimmt sie anders wahr. Der große Vorteil von Spielen ist der, das das Videospiel im Gegensatz zu Film und Buch (außer Abenteuer-Spiel Bücher) die Möglichkeit besitzt, den Plot und die Situation unmittelbar zu ändern und auf die Entscheidungen des Konsumenten zu reagieren.
      Ich für meinen Teil finde die Story bedingt wichtig, da es für mich bei einem Computerspiel auf die jeweilige Genrevorgabe bzw die Absicht der Designer geht. Assassins Creed lebt von der Atmosphäre der historischen Orte, Vice City lebt von einem Aufleben der 80er Jahre Popkultur, Streetfighter lebt von der Verschiedenheit der Kombatanten, Skylines: Cities lebt von der Vorstellung, eine Stadt zu erschaffen.
      Es gibt sowieso nur ein Spiel, welches gute Geschichten erzählt und das auch noch aus sich selbst heraus: Dwarf Fortress. Nur hier kann man gar epische Geschichten einer Sippe von Zwergen erleben, die alles gekannte in den Schatten stellt, wie die Geschichten von Boatmurdered und Bronzemurder
      eindrucksvoll beweisen.

    2. Oh … also damit hätte ich nicht gerechnet. Dankeschön. Freut mich, wenn ich zur Bereicherung der Seite beitragen kann! =)

    3. In der Netiquette steht, dass die Kommentare ein wichtiger Bestandteil von MarcTV sind. Die Idee von mir war, dass ich

      a) gute Kommentare fördere anstatt nur schlechte zu löschen
      b) den Lesern der Artikel gleich auf die diese guten Kommentare zu stoßen.
      c) mir Arbeit zu ersparen denn ich kann ja nicht alles wissen und meine kommentierende Leserschaft kann dann diese Lücke schließen. =P

      Letzteres ist übrigens gefühlt ein großer Unterschied zum normalen Journalismus.

    1. Zitat aus dem Artikel zum Thema Cutscene: Bei dem Wunsch, „irgendwie schon ein Film“ zu sein, wird oft filmreife Präsentation mit überzeugender Geschichte verwechselt
      Meiner Meinung nach sind Cutscenes ein (durchaus legitimes Mittel) um die Geschichte voran zu treiben. Es schafft neue Ausgangslagen und fokussiert den Plot. Das hat nichts mit Film zu tun.
      Ich habe auch fast den Eindruck, das Herr Wederhake in die Computerspiele = Filmabart Falle getappt ist. Computerspiele sind eben keine Filme. Es ist ein eigenes Genre und es bedient sich vielen Elementen – weil es das kann. Bevor ich mich wiederhole verweise ich auf den Artikel von mir ein paar Posts obendrüber.
      Im übrigen wurde der Artikel hier schon das dritte Mal zitiert … Zufall oder Absicht ;-)

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