Videospiele als Download

Was fehlt der XBOX 360 auf dem retuschierten Bild? Genau, das optische Laufwerk. Das könnte irgendwann Realität werden. Steam hat es auf dem PC vorgemacht und so langsam kommt dieser Trend auch auf den Konsolen an: Spiele werden nicht nur auf Disk ausgeliefert sondern man läd sie sich als 7 Gigabyte große Downloads einfach direkt auf seine Konsole.

Digital ist besser

Ich persönlich lebe in einer digitalen Welt. Meine Bücher liegen auf meinem Amazon Kindle, meine Apps synchroniseren sich zwischen iPhone, iPad und Mac. Bahn-, Flug- und Konzerttickets  finden nur noch als 2D-Barcode auf meinem Smartphone Manifestation. Filme und Serien werden direkt über die Boxee Box geguckt.

Es ist mittlerweile eigenartig, eine Disk in mein Laufwerk zu schieben nur um sie dann auf der Festplatte zu installieren. Ob nun ein runder Gegenstand aus Plastik oder mein Benutzername und Kenntwort als Authentifizierung für das Starten benutzt wird, ist doch eigentlich fast egal denn das Spiel befindet sich ja bereits auf der Festplatte.

Letztens habe ich mir sogar mit Dänjiel noch mal ganz spontan Abends Resident Evil 5 auf XBOX Live für 20 EUR gekauft nur um es mit ihm sofort im Koop spielen zu können. Und das obwohl ich es schon mal auf Disk besessen und wieder verkauft hatte. Genau so war Halo: Reach letztens für 11 EUR als Download im Angebot. Es ist erstaunlich wie oft ich nun ab und so mal den Multiplayer spiele, weil ich es sofort starten kann.

Downloadable Games on XBOX Live Marketplace

Nachteile

Wenn in 20 Jahren die Konsole mal defekt sein sollte und es die Server nicht mehr gibt, dann kommt man unter Umständen nicht mehr an sein heiß geliebtes Spiel. Außerdem kann man die Spiele nicht so einfach  weiterverkaufen. Man könnte umständlich für jedes Spiel einen eigenen Account anlegen aber das wäre so als wenn man bei Facebook für jede Gruppe von Freunden einen eigenen Zugang erstellen würde.

Dazu kommt, dass man im Moment im Gegensatz zu Steam auf XBOX Live und PSN nicht wirklich Geld spart. Die Spiele sind bis auf wenige Ausnahmen mindestens so teuer als würde man sie im Laden kaufen

Vorteile

Man bekommt die Spiele selbst an einem Sonntag je nach Geschwindigkeit der eigenen Internetleitung innhalb von wenigen Mintuten. Die Spiele starten dann direkt per Tastendruck ohne dass man irgendwo die Disk suchen muss. Zusätzlich entfällt die Installation. Man ist also in jedem Fall schneller im Spiel.

Warum nicht günstig mieten?

Ich auch bereit nur für die Miete zu bezahlen. Sagen wir für ein Wochenende Skyrim eine Gebühr von 3 Euro. Ich bin persönlich eh kein großer Freund von Regalen voller Bücher, Spielen oder Filmen in der Wohnung. Das fordere ich auch nicht in der digitalen Welt. Da zählt nur, was man tatsächlich davon konsumiert hat. Warum also nicht ein Netflix für Spiele?

Die Hersteller sind gefragt

Die Microsoft hat mit der XBOX Live Arcade gezeigt, dass sie verstanden haben, wie man Leute zu digitalen Inhalten bewegt. Es gibt immer eine Demoversion und die kann man dann im Spiel direkt für einen Betrag X aktivieren. So ein Experiment gab es auch mal mit Fable 2, also einem Games on Demand Titel. Dort hat man das Spiel für den Onlineverkauf in 5 Episoden unterteilt diese einzeln verkauft. Leider für einen absolut überzogenen Preis.

Wieso erscheinen nicht alle Spiele gleich bei ihrer Veröffentlichung als Game on Demand auf XBOX Live und wieso sind sie dann meistens noch immer so teuer? Die Frage kann man sich natürlich selbst beantworten: Es sind die Händler wie Gamestop, Saturn und Mediamarkt die das natürlich nicht so witzig fänden. Für mich wäre es aber persönlich die beste Lösung, wenn man diesen Zwischenschritt weglassen würde. Dann müssen aber natürlich auch die Preise stimmen.

Gebrauchte Videospiele

Disks sind tot

Man kann sich schon mal mit dem Gedanken abfinden, dass die Stunde der Spiele auf Speichermedien geschlagen hat. Wer in der letzten Zeit mal einen aktuellen Titel wie Batman – Arkham City für die PS3 oder XBOX auf Disk gekauft hat und es nun weiterkaufen will, wird feststellen, dass er nur zwei Drittel des Spiel verkaufen kann. Denn der Catwoman DLC, den man als Code an seinen Account koppeln muss, sich natürlich nicht weiterverkaufen lässt. Wenn man diese wichtige Story als Gebrauchtkäufer spielen will, dann muss man ihn sich für ca. 12 EUR bei XBOX Live oder PSN kaufen. Ganz ehrlich: Dann kann ich es mir auch gleich als Game on Demand besorgen. Ich gehe fest davon aus, dass die Nachfolger der XBOX 360 und PS3 nur noch sekundär auf ein optisches Laufwerk zum Vertrieb setzen wird.

Mir soll es recht sein.

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123 Antworten auf „Videospiele als Download“

  1. Ich denke ja, dass es so kommen wird, dass man sowohl runterladen kann als auch einen physischen Speicher einsetzen. Dazu gibt es dann noch bei jedem Spiel eine Kontenbindung (vgl. Skyrim an Steam bei PC). Dadurch ist dann einerseits gewährleistet, dass es keinen Vor- oder Nachteil bei der Downloadversion zum Spiel aus dem Laden gibt und andererseits ist der Gebrauchthandel unterbunden. Aus Herstellersicht eine gute Entscheidung. Und für eine Kontenbindung reicht auch eine total schwachbrüstige Internetverbindung aus.
    Mit diesem Verfahren ist dann sowohl Markus zufrieden, weil er sich sein Spiel nach wie vor wie gewohnt kaufen kann und Marc kann es sich downloaden. Beide können aber dann nichts mehr weiterverkaufen, was dann Microsoft oder Sony freut.

    Und noch kurz zum Vorteil von Download vs. Kauf im Laden: der Vorteil kommt dann zum Tragen wenn man die Kette der Zwischenhändler verkürzen kann und dadurch niedrigere Preise anbieten kann (siehe Steam X-Mas-Deals). Da hast Du dann eben für 24 Stunden die Möglichkeit Dir ein Spiel mit bspw. 75 % Rabatt zu kaufen. Einen gewissen Lockangebotseffekt hat das dann auch, das will ich gar nicht verhehlen: wenn man erst einmal genügend Spiele bei Steam hat, sinkt auch die Hemmschwelle sich einen Vollpreistitel ausschließlich digital zu holen. Mit Preload hat man dann auch noch nicht einmal einen Nachteil zum „Normalkäufer“. Und die Marge für den Vollpreistitel kassiert dann komplett Valve und Mediamarkt oder was auch immer bekommt nichts ab.

    Ach ja, eine Sache noch zu der lächerlichen Diskussion mit den Nebenkosten pro GB: glaubst Du nicht auch Markus, dass die Anbieter von Servern die Nebenkosten an die Endkunden schon durchreichen? Dass die also bei den Beispielrechnungen schon mit drin sind (Preisbeispiel von Primer)? Oder denkst Du die legen dann nochmal was drauf und verlangen nur die Datentransferkosten?

    1. Dadurch ist dann einerseits gewährleistet, dass es keinen Vor- oder Nachteil bei der Downloadversion zum Spiel aus dem Laden gibt und andererseits ist der Gebrauchthandel unterbunden.

      Liest du die Beiträge hier gar nicht? Zum Gebrauchthandel steht auf der letzten Seite genügend. Microsoft hat sich niemals dazu geäußert.

      Aus Herstellersicht eine gute Entscheidung.

      Siehe letzte Seite. Der Hersteller verkauft (Stand heute) mehr Spiele auf Plattformen, die einen Weiterverkauf ermöglichen.

      Und noch kurz zum Vorteil von Download vs. Kauf im Laden: der Vorteil kommt dann zum Tragen wenn man die Kette der Zwischenhändler verkürzen kann und dadurch niedrigere Preise anbieten kann (siehe Steam X-Mas-Deals)

      Steam hat im Schnitt aber höhere Preise. Die Xmas Angebote sind da lediglich Kundenfang. Steam nimmt angeblich 30% Provision für das verkaufen des Spiels. Ein Markt hat lediglich eine Marge von 5 bis 10€.

      Das Argument mit den niedrigeren Preise zieht also nicht, denn die sind zu 99% gleich oder sogar höher.

      Ach ja, eine Sache noch zu der lächerlichen Diskussion mit den Nebenkosten pro GB: glaubst Du nicht auch Markus, dass die Anbieter von Servern die Nebenkosten an die Endkunden schon durchreichen?

      Die Nbenkosten werden genauso durchgereicht wie mit dem Verkauf von physischen Spielen. Der Unterschied ist der, dass die physische Version geringere Nebenkosten hat. Oder warum sind die Preise auf Steam zu 99% genauso teuer bzw. sogar teurer als die Ladenversion?
      Selbst wenn die Nebenkosen tatsächlich niedriger wären, was interessiert das dem Endkunden, der weiterhin das gleiche oder sogar mehr zahlen muss – bei einer schlechteren Listung wohlgemerkt.

      Oder denkst Du die legen dann nochmal was drauf und verlangen nur die Datentransferkosten?

      Sony verlangt z.B. von den Herstellern 16 Cent po GB Datenvolumen um zumindest einen Teil der Kosten aufzufangen. Wie gesagt muss man da mehr als nur den reinen Traffic betrachten.

    2. Es hat im Übrigen keiner von euch auf die Fragestellung antworten können. Welchen Vorteil hat eine digitale Version? Die Nachteile (kein Wiederverkaufswert, nur Lizenz zum spielen, zusätzlich Nebenkosten, stundenlanges downloaden) wurden jetzt zu genüge genannt. Gibt es denn auch Vorteile? Ich sehe da keine, nichtmal preislich gibt es Vorteile und wird es auch niemals geben können.

    3. Doch die wurde von mir schon lange beantwortet: ich komme überall an mein Spiel heran. Ich habe in einer Cloud ein Backup und ich brauche nicht mehr Diskjokey zu spielen. Optische Datenträger ist so 90er Stil und hat bei modernen Unterhaltungsgeräten nichts mehr zu suchen.

    4. Und preislich gibt es Vorteile, da man auch in der USA oder Asien bestellen kann ohne Zollgebühren bezahlen zu müssen und kann so von Währungsvorteilen profitieren. Für mich Schweizer gleich doppelt wichtig. EU Bürger tangiert das nicht so, da sie auch aus UK ohne Zoll bestellen können.

    5. Es hat im Übrigen keiner von euch auf die Fragestellung antworten können. Welchen Vorteil hat eine digitale Version? Die Nachteile (kein Wiederverkaufswert, nur Lizenz zum spielen, zusätzlich Nebenkosten, stundenlanges downloaden) wurden jetzt zu genüge genannt. Gibt es denn auch Vorteile? Ich sehe da keine, nichtmal preislich gibt es Vorteile und wird es auch niemals geben können.

      – bei Aktionen deutlich günstiger
      – nach Download sofort verfügbar ohne auf eine Lieferung warten zu müssen
      – kein Risiko des Verlustes der Software durch Beschädigung des Datenträgers
      – kein Wechseln des Datenträgers nötig
      – Software ist an jedem PC verfügbar ohne Datenträger mitnehmen zu müssen
      – automatische Updates
      – ältere Software wird von Hersteller für neuere Betriebssysteme aktuell und kompatibel gehalten

    1. Cool. Gut, dass das bei Apple in Form des AppStores aus einer Hand kommt. Amazon hat scheinbar auch keinen Bock mehr Daten auf Medien durch die Gegend zuschicken. Erst Kindle, nun ein „AppStore“.

    2. Bei dem, was Amazon sonst noch so durch die Gegend schickt, glaube ich kaum, dass die einfach nur keinen Bock mehr drauf haben^^ Aber eine nette Alternative ist es auf jeden Fall. Die Preise sind allerdings noch ein wenig happig wie es ausschaut.

  2. Wer Klassiker mag, die auch auf aktuellen PCs problemlos laufen, dem kann ich nur GOG.com empfehlen. Alle DRM-frei mit etlichen Extras pro Spiel und sehr günstig. Ein paar aktuelle Titel gibts es sogar auch, Alan Wake ist beispielsweise momentan für 14,99 USD im Angebot, American Nightmare für 13,49 USD. Klingt zwar jetzt fast wie ’ne Werbeanzeige, aber ich finds super ;)

    1. Ist ja auch schon 2-3 Tage älter auf der XBox :). Es ging mir auch nicht um den Preis von Alan Wake, sondern um eine tolle Bezugsquelle für ältere Spiele für kleines Geld, die auch auf einem 64bit W7 PC laufen. Es gibt eben nicht nur Steam. Ein Kingdom Hearts sucht man z.B vergebens im PSN Store, wenn Du schon mit Konsolen kommst^^

    2. Theme Hospital hat mich auch direkt angesprochen. Das war eines der coolsten Spiele meiner Jugend :)
      Auch mit diesem tollen Mini-Game: wenn das Krankenhaus zu dreckig war, gabs Ratten. Und wenn man mal eine gesehen hat und mit dem Mauszeiger drüber ist, dann wurde der zum Fadenkreuz und man konnte die Ratte erschießen. Von den ganzen coolen Krankheiten will ich gar nicht erst anfangen. Vielleicht lege ich mir das mal wieder zu :)

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