Highscores im Sozialismus

Монета Вставки! Das Gegenmodell zum Kapitalismus hatte in der Ex-Sowjetunion in Form des Sozialismus ein paar interessante Nebenwirkungen. Die in Militärfabriken gefertigten Spieleautomaten der späten 70er und frühen 90er hatten einen bizarren Charme und sahen aus wie Elektroschrott mit bunten Aufklebern. Ihnen fehlten neben der ausgereiften Technik im Zuge der vorherrschenden politischen Ideologie noch etwas: die Highscore-Listen.

Die Spielautomaten kann man nicht denen aus Japan und den USA vergleichen

Solche Gegebenheiten finde ich wirklich interessant. Sie zeigen, wie unterschiedlich Spiele in verschiedenen politischen Systemen funktionieren. Wie läuft das wohl in China ab? Ich selber kann mich der Fazination des Gamerscores auch nicht entziehen und erwische mich immer wieder dabei, wie ich z.B. Assassins Creed 10 Minuten gegen angreifende Gegnerhorden antrete, nur um das entsprechende Achievement zu bekommen. Auch bei Geometry Wars 2 liefere ich mir gerade mit Arne wilde Kämpfe um die Highscores. Hat mich der Kapitalismus geprägt und deswegen bin ich so heiß auf Highscore-Listen? Vielleicht man das sogar ethnologisch erfassen: Vielleicht spielt der deutsche Durchschnittspieler gründlicher und sauberer als italinische Spieler. Diese spielen vielleicht kreativer und mit mehr Hingabe. Das wäre doch mal ein schönes Thema für eine Abschlussarbeit.

Eine Antwort auf „Highscores im Sozialismus“

  1. Mein allererstes Telespiel (ja so hieß das damals!) war ein Spielautomat in der damaligen DDR. Das muss so 86/87 gewesen sein. Ich erinnere mich als ob es gestern war. Das Ding stand im Vorraum einer recht schäbigen Kneipe, äh ich meine Restaurant. Es war ein Dig Dug Clone mit einem komischen Titel. Es gab allerdings Highscores, die damals aber noch Punktelisten hießen. Was es nicht gab war ein Farbmonitor, statt dessen steckte da eine uralte Schwarz-Weiß-Röhne drin, die ihre besten Tage lange hinter sich hatte. Und dennoch war mein Spielerherz sofort angefixed. Good times.

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