Morgen halte ich um 10 Uhr morgens im Kurs Mediensoziologie ein kleines Referat. Völlig freiwillig ohne mehr dafür zu bekommen als eine aktive Teilnahme. Grund war ein Filmbeitrag vom ZDF zum Thema »CounterStrike«, der uns dort von unserem Dozenten Herrn Prof. Dr. Tillmann Sutter gezeigt wurde.

Diskussion über Spiele

Er war zwar nicht so schlimm wie bei Frontal21 – Gemetzel im Kinderzimmer aber dennoch sehr manipulativ gefilmt. Und als auch noch die Wortmeldung aus dem Kurs kam, dass sich ja seit Tetris nichts mehr getan hätte und so wie so nur noch Ballerspiele gespielt werden, habe ich mich selber auf den Plan gerufen…und Philipp gleich mit.

Ich will auch gar nicht lange drum rum reden weil ich ins Bett muss. Deswegen gibt es auch jetzt den Link zur PDF-Datei. Ich sehe das Referat als work-in-progress an. D.h. ich werde das sicherlich nochmal halten und dann wesentlich mehr Inhalt reinbringen. Für Anregungen bin ich jederzeit zu haben. Außerdem werde ich auch viele Spiele live zeigen. Viel Spaß damit.

Beteilige dich an der Unterhaltung

31 Kommentare

  1. Inhaltlich wurde ja schon einiges gesagt… Löblich, dass Du dich freiwillig zu sowas aufraffen konntest, da wäre ich früher einfach zu faul für gewesen. Trotz der Thematik!

  2. Und danke fürs Verlinken! =)

    Curiosity Killed the Game

  3. Also, für Leute die behaupten, dass sich „seit Tetris nichts mehr getan hätte und so wie so nur noch Ballerspiele gespielt werden“ war dieses Referat doch die logische Konsequenz. Denen muss halt visuell gezeigt werden, was sich denn so getan hat. Und der Wiedererkennungsfaktor bezüglich MI, Doom und all den bekannten Spielen war auch in Ordnung.

    Was ich sagen möchte ist: Hätt’s auch so gemacht.

  4. Nicht nur „die Games“ entwickeln sich weiter, auch die Anzahl an Publikationen und die Art der „Berichterstattung“. Bei der Zeit z.B. arbeiteten die Redakteure noch 2006 zynisch auf einen festen Fluchtpunkt hin. GTA bildetete Arbeit und Vergnügen ab: Der handwerklichen Tätigkeit des Kettensägenmassakers folgte das Aufsuchen von Prostituierten, möglichst als Rekursivschleife direkt hintereinander. Hier sah man u.a. an der Fabulierkunst der Schreiber, dass man mit der Materie nicht vertraut war. Nun, muss man Spieler sein, um übers Spielen zu schreiben ? Ich würde sagen: Nein. Aber recherchieren kann man.

    Im August ’08 dann ein Artikel (Die Zeit), der sich sehr nüchtern das Phänomen GTA IV zur Brust nimmt. Der Begriff „Killerspiel“ fällt nicht mehr. Anders:

    „Doch wo einst Abenteuer warteten, herrscht jetzt die Routine der Unterhaltungsindustrie […]“

    Der Artikel ist so raffiniert, dass ich den Abschnitt zitieren möchte, der die o.g. Behauptung mit einem Argument stützt, das aus dem besprochenen Gegenstand (GTA IV eben) gewonnen ist und nicht aus irgendeinem oberflächlichen pädagogischen Interesse (à la ‚Du sollst nach dem Shooter-Konsum nicht in der Schule mit der Flinte töten tun‘):

    [..]

    Mir persönlich gefällt diese un-leidenschaftliche, trotzdem amüsante & involvierte Perspektive, da sie (a) das Distinktionsbewusstsein aufgibt („Gaming ist erstens ein Problem und zweitens was für Unterschichtler. Wenn darüber gesprochen wird, dann aseptisch und wir müssen’s mit der Kneifzange anfassen, Schmutz könnte auf die eigene ‚Weiße Weste‘ geraten, ich verliere meine Reputation als Universitätsangehöriger, Redakteur, Journalist o.ä.“), (b) in der Lage ist, auch dem Enthusiasten darüber auzuklären, dass sein geliebtes Hobby mit dem Kino zwar ökonomisch wie „künstlerisch“ bereits mithalten kann, aber gerade deshalb auch vor ähnlichen, z.B. ästhetischen Problemen steht (vgl. allein ‚Abenteuer vs. Routine‘), die es als „Kulturgut“ (im konventionellen Sinne) häufiger disqualifizieren als qualifizieren.

    Kurz: „Gaming ? Ja, aber …“

    Damit kann man als Hobby-Pädagoge und Seifen-/Wissensspender (Vadda, Mudda, Dozent, Referent, Lehra usf.), als auch in der Selbstbeobachtung oder Sonstwieinteressierter ganz gut arbeiten. Zu den Publikationen: Dein Referat hast Du ja 2006 gehalten. Wenn man jetzt eines hielte, kämen z.B. derartige Quellen in Betracht (2007+):

    Andreas Rosenfelder: Digitale Paradiese, Von der schrecklichen Schönheit der Computerspiele.

    Christian Holtorf (Hrsg. u.a.): Escape! Computerspiele als Kulturtechnik.

    Thorsten Quandt (Hrsg. u.a.): Die Computerspieler. Studien zur Nutzung von Computergames.

    Johan Huizinga: Homo Ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel. (der sowieso, 19. Auflage …)

    Vielleicht kannst Du ja eine Rezension zu einem dieser Dinger schreiben, d.h. bloggen :)

  5. Hi Marcel,

    ich habe mal das Zitat entfernt weil ich gerade live mitbekomme wie schnell man da eine Abmahnung am Hals hat. =)

    Das Referat war bewusst so gehalten wie es ist und ich würde auch nichts daran verändern außer aktuellere Spiele ans Ende setzten als damals. Es ging darum den Leuten, die nur Tetris kennen zu zeigen wie faszinierend dieses Medium ist. Ich will dann auch niemanden langweilen mit Texten von Autoren die sehr wahrscheinlich selber nicht wirklich spielen. Mich persönlich nervt dieses pseudo-intellektuelle Gerede über Computerspiele. Sie sind was sie sind: Spiele. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn ich damals das Fass „Kultur und Videospiele“ aufgemacht hätte, dann hätte man mich wahrscheinlich für einen Spinner gehalten. So war es eine absolut positive Veranstaltung bei der ich sicher den einen oder die andere dazu bewegt habe nochmal ein paar Spiele zu spielen.

Schreibe einen Kommentar