Bücher von Haruki Murakami

Wenn ich gefragt werde, was ich so lese, dann fällt auch immer dieser japanische Autor: Murakami. Durch eine kostenlose Version des Romans 1Q84 bin ich damals im Amazon Kindlestore auf ihn gestoßen.

Kein Fantasy aber trotzdem surreal

Eines ist klar: Murakami schreibt ziemlich abgedrehte Bücher. Ich würde es nicht als Fantasy bezeichnen da alle Geschichten in der Wirklichkeit angesiedelt. Aber meistens ist ein Detail darin ganz und gar entrückt und surreal.

Gelacht wird hier nicht

Mit den witzigen Büchern von Terry Pratchett habe ich damals zu Schulzeiten viel Zeit verbracht. Als ich dann älter wurde habe ich dann hauptsächlich ernstere Bücher gelesen. Murakami schreibt definitiv nichts worüber ich lachen könnte.

Die Geschichten sind nicht unbedingt deprimierend. Aber meistens geht es um Verluste und die Suche nach dem Sinn im Leben. Oberflächlich sind die Geschichten trotzdem eher unterhaltsam als dass sie mich als Leser runterziehen könnten.

Gelesene Bücher von Murakami

Ich stelle die Bücher in meiner Leserheihenfolge vor und schreibe deren Erscheinungsjahr in Japan in Klammern dahinter.

1Q84 – Buch 1 und 2 (2009)

Aomame und Tengo entdecken, dass sie in einer zweiten Realität leben. Statt einem stehen dort nämlich zwei Monde am Nachthimmel. Die wirre Geschichte, in der unter anderem eine Puppe aus Luft von kleinen Männchen gesponnen wird, entpuppt sich als romantische  Zelebrierung der Einsamkeit. Es geht dabei um die Hoffnung, seine bessere Hälfte irgendwo dort draußen noch finden zu können.

Nachdem das zweiteilige Buch plötzlich mittendrin aufhört und ich an den lethargisch handelnden Protagonisten fast verzweifelt bin, hatte ich eigentlich keine Lust mehr auf den deprimierenden Stil.

Irgendwie hat mich die Geschichte der zwei Personen aber nicht losgelassen. Ein Jahr später kaufte ich mir dann doch das dritte und letzte Buch der 1Q84 Trilogie:

1Q84 – Buch 3 (2009)

Die Geschichte der langen Suche wird hier zu Ende geführt. Und irgendwie hinterließ das Buch nach dem Beenden ein Vakuum das gefühlt werden musste. So als ab ich zum ersten Mal einen besonderen Käse gegessen hätte, der so besonders schmeckt, dass man ihn nur in kleinen Portionen essen kann aber man sich nur schwer an seinen Geschmack erinnern kann.

Also musste mehr von dieser eigenartig schmeckenden Delikatesse gekauft werden.

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (2013)

Der Buchtitel sagt eigentlich schon alles. Tsukuru Tazaki wird von seiner neuen Freundin auf die Reise geschickt um herauszufinden, was vor 16 Jahren bei ihm schief gelaufen ist.

Auch hier hat man es mit einer lethargischen Hauptperson zu tun, dessen Charakterzüge ich während des gesamten Buches nicht nachvollziehen konnte. Trotzdem fand ich es irgendwie auf eine perverse Art spannend Herrn Tazaki auf seiner Pilgerreise zu begleiten. Wenn jemand so wortkarg ist und dadurch Probleme mit sich rumträgt bis sie in einholen, dann möchte ich durch die Buchstaben ins Buch reinspringen und ihn wachrütteln.

Und auch hier ist das Buch dann wieder einfach so zu Ende. Ein Gefühl von Leere breitet sich auf meinem Kindle aus den kein anderer Autor zu füllen vermag. Also neuer Stoff in Form von:

Hard-boiled Wonderland und Das Ende der Welt (1985)

Das Buch heißt tatsächlich genau so. Das liegt daran, dass es eigentlich zwei Geschichten in einem sind die gleichzeitig erzählt werden.
Das Buch ist wirklich ziemlich verrückt und auch anstrebend zu lesen. Denn natürlich hängen die parallel erzählten Geschichten zusammen obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten.

Das Buch ist trotzdem gut. Danach habe ich auch beschlossen dem Autor auf Facebook zu folgen. Darüber habe ich dann auch gelernt, dass wir eine gemeinsame Leidenschaft teilen. Darüber hat er ein Buch geschrieben:

Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede (2007)

Ein ganzes Buch nur über das Laufen. Ich bin ja nur ein Hobbyläufer aber Murakami läuft öfters Marathonläufe.

Dieses Buch ist definitiv eher was für Leute, die ebenfalls gerne Laufen gehen. Es ist weder eine Anleitung um ein besserer Läufer zu werden noch macht es Werbung fürs Laufen. Statt dessen erfährt man Einblicke in die tägliche Schreibarbeit von Murakami. Sogar ein paar Tipps zum Thema Fitness konnte ich daraus lernen:

Muskeln ähneln intelligenten, lernfähigen Arbeitstieren. Erhöht man die Belastung behutsam und allmählich, lernen sie ganz natürlich, sie zu ertragen.

Von Männern, die keine Frauen haben (2014)

Diese Sammlung an Kurzgeschichten ist bislang das beste Werk von Murakami, dass ich lesen durfte. Und wie immer ist der Titel Programm: es geht um Männer ohne Frauen.

Die Geschichten fangen normal an und enden dann am Schluss in Kafka-esken Schilderungen. In solchen kleinen Happen macht mir Murakami noch mehr Spaß.

Tanz mit dem Schafsmann (1988)

Das Buch wollte ich wegen des Titels erst gar nicht kaufen.

Im Mittelteil hätte es etwas schneller gehen können und wieder kann ich die Personen nicht nachvollziehen aber es war trotzdem gut. Vielleicht sollte ich mehr von den älteren Büchern von Murakami lesen.

Fortsetzung folgt.

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