The Outer Limits

„Sind Sie bereit, bereit für das Unbekannte? Für eine neue Erfahrung, die alles in Frage stellen könnte, was Sie zu wissen glauben?“  So beginnt jede Folge der Mystery-Science-Fiction-Serie Outer Limits – Die unbekannte Dimension aus den Neunziger Jahren. Auf Pro 7 direkt nach Akte X wurden Themen wie Genetik, Künstliche Intelligenz oder Aliens in immer wieder anderen Kurzgeschichten moralisch durchleuchtet. Die Serie war eine Neuauflage der gleichnamigen Serie aus den 60er Jahren aber mit aktuelleren Themen.

Gleiches Muster, andere Geschichten

Das Muster jeder Folge der insgesamt 7 Staffeln war dabei immer gleich: Man steigt direkt in die Geschichte ein. In nicht mal fünf Minuten wird in die aktuelle Welt und ihre Charaktere eingeführt. Das kann eine Alienrasse sein, die sich Menschen heran gezüchtet oder eine ganz normale Familie in einem Vorort in den USA beim Essen. Kurz vor Ende dieser ersten Einführung kommt dann auch sofort der erste Twist. Meistens rätselt man also schon gleich zu begin, um was es diesmal geht.

Danach folgte das markante Intro, das in der deutschen Version ein völlig anderer Text vom deutschen Synchronsprecher von Jack Nicholson namens Joachim_Kerzel spricht, als im original Opening auf Englisch. Ich wurde damals förmlich davon hypnotisiert. Während die Folge nach dem Opening weiterlief, führte der Sprecher moralisch mit einem Satz in die Folge ein.

Video

Nun kann alles passieren: Die Menschheit ist  lange tot, alle sind Aliens oder Roboter oder eine K.I., teile der Personen sind K.I.s. Manchmal gibt es ein Happy End, meistens aber nicht. Dabei ist der Storytwist auch schwer vorhersehbar, da um mehrere Ecken gedacht werden muss. Direkt nach der Auflösung ertönt dann wieder der Sprecher aus dem Off und führt mit einer cleveren Anmerkung wieder aus der Folge raus.

Licht und Schatten

Die über 170 Folgen sind nicht nur verschiedenen sondern auch unterschiedlich gut. Das Spektrum reicht von absolut schlechten Folgen bis hin zu Geschichten, bei denen ich die dreiviertel Stunde förmlich am Bildschirm geklebt habe. Die unterschiedlichen Autoren haben viele Dinge ausprobiert.

Somit gibt es Episoden mit einem vermeintlich lustigen Witz nach dem anderen oder auch mal viel nackter Haut. Das ist damals wie heute immer ein Grund zur nächsten Folge zu springen, um sich fremdschämen zu ersparen. Viele Folgen sind aber heute noch beeindruckend clever geschrieben und funktionieren genau so gut wie damals. Obwohl die Serie mit erstaunlich minimalem Aufwand produziert wurde und man sich pro Folge auf wenige Schauplätze konzentriert hat, tut dieser Umstand der Spannung keinen Abbruch. Besonders die Gadgets in der Serie wie Gameboys oder andere Alltagsgegenstände werden zweckentfremdet oder haben eine tiefgreifende Bedeutung wie in der Episode Dead Man’s Switch.

Aliens, Virtuelle Realität oder sind schon alle tot?
Man weiß es erst am Ende der Episode: Aliens, Virtuelle Realität oder sind schon alle tot?

Dead Man’s Switch – S03E13

Eine Folge ist mir tief in Erinnerung geblieben: Die Menschheit wird von einem außerirdischen Raumschiff angeflogen. Aus Angst vor einem Angriff werden fünf Menschen in unterirdische Bunker verfrachtet und müssen per Retina und Fingerabdruck-Scanner immer wieder einen Knopf drücken. Wenn sie das nicht tun, wird automatisch eine Vergeltungswaffe gezündet, die den Planeten für die Aliens und auch die Menschen unbewohnbar macht – falls sie den Menschen feindlich gesonnen sind.

Damit sie nicht falsche Informationen zugespielt bekommen, können die Fünf nur per Videonachrichten untereinander kommunizieren. Außerdem haben sie nur Wasser und Essen für ein Jahr. Nach ein paar Wochen nutzt der chinesische Bunkerwächter eine Antenne, um doch etwas von außen mitzubekommen. Dadurch erfahren die Protagonisten, dass eine Friedensfeier angefangen hat, aber dann durch irgendwas unterbrochen wurde.

Nach Monaten bricht plötzlich der Kontakt zum russischen Bunker ab und kurz danach auch zum Europäischen. Ein Feuer tötet dann auch den Mann im dritten Bunker und schließlich ist auch der Kontakt zum vierten Bunker tot und es bleibt nur einer übrig. Nach ein paar weiteren Monaten beschließt der Mann im letzten Bunker den Knopf nicht mehr zu drücken, weil er denkt, dass die Aliens die Erde wahrscheinlich eingenommen haben.

Kurz vor Ablauf des Countdowns, zur Verhinderung der totalen Vernichtungswaffe der Menschen, kommt ein Funkspruch vom Präsidenten der Menschen rein. Er gratuliert ihm, dass er so lange durchgehalten hat. Die Aliens sind in Frieden gekommen und es hat technische Probleme mit den Bunkern gegeben, sodass man ihn erst jetzt erreichen konnte. Er solle bitte noch etwas aushalten, man würde sich zu ihm durchgraben. Nachdem der Präsident aufgelegt hat und der Mann im Bunker fleißig weiter drückt, fährt die Kamera zur Seite und zeigt eine Alienhand im Kopf des Präsidenten und zeigt eine total verwüstete Erde im Hintergrund.

3 Antworten auf „The Outer Limits“

  1. Was habe ich diese Serie gehasst. Und zwar weil sie manchmal wirklich, wirklich gut war. Aber man hat nie gewusst, was man bekam, weil zum einen wie erwähnt die Qualität ziemlich durchwachsen war, zum anderen aber noch nicht mal das Genre im Vorfeld wirklich fest stand. Was gab es diesmal, Sciene Fiction, Horror, ein Psycho-Drama?

    Es gab Tage, da ist man beim Zappen bei irgend einem Film hängen geblieben, noch nie gesehen, aber sehr interessant. Am Ende dann: Ach, das war Outer Limits? Cool … Es gab absolut keine Konstante (vom Intro abgesehen), an der man eine Folge erkennen konnte (oder war die Hintergrundmusik in der Serie gleichartig? zu lange her …). Aber regelmäßig schauen war für mich eine Qual, da ich 50-80% wirklich als Schrott empfand, eine Stunde vergeudete Lebenszeit. Aber wenn man nicht geschaut hat, wusste man, es könnte sein, man verpasst eine Perle. Ach, es war furchtbar.

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