Innerhalb von 5 Minuten kommt man mit einem Synology NAS mit Intel CPU (z.B. DS218+ kaufen) und viel RAM zu einem stabilen Minecraft-Server. Die Intel CPU brauchen wir zwingend für das Docker-Paket, welches die potente Basis für den Server bildet. Ich habe auch eine Anleitung für die Bedrock-Edition für iOS und Xbox ONE geschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Was wird benötigt?

  • Synology NAS mit Docker-Support (z.B. DS218+ kaufen)
  • Kompatible Arbeitsspeicherweiterung (z.B. 8GB DDR3-RAM kaufen)
  • Einen Router mit Port-Forwarding (z.B. FritzBox 7590 kaufen)
  • 5 Minuten eurer Zeit

Geht das auch mit einem DS216j?

Wenn man ein Synology NAS der J-Reihe hat, dann wird die Leistung nicht reichen. Diese Geräte haben meistens nur 512 MB Arbeitsspeicher und sind in dieser Hinsicht auch nicht aufrüstbar. Wenn das NAS noch ein paar andere Aufgaben neben Minecraft haben sollte, dann hat man damit keinen Spaß. In dem Fall empfehle ich mein Tutorial für Minecraft auf einem Raspberry Pi 4.

Warum Docker und nicht das Minecraft-Paket?

Docker erlaubt den Starten des Server innerhalb von Sekunden. Außerdem trennen wir damit den Minecraft-Server vom Rest des Synology-System und können es so besser kontrollieren. Das Community Paket verwendet dazu noch eine alte Version des Servers und nicht das performantere PaperMC für für die aktuellen Versionen von Minecraft.

In wenigen Schritten zum Minecraft-Server

Dank Docker ist die Einrichtung mittlerweile kinderleicht. Wenn man sich an die hier beschriebenen Schritt hält, dann wird das auch klappen. Viele andere Menschen haben das schon vorher geschafft. Und wer nicht lesen mag, der schaut sich einfach das Schritt-für-Schritt-Video an. Viel Spaß.

Schritt 1: Erstellen eines Shared Folders

Der Server braucht einen Speicherort auf der DiskStation in dem die Konfigurationsdateien und vor allem die Map liegt. Deswegen ist dieser Schritt wichtig weil sonst Aktualisierungen des Containers zum Verlust der Minecraft Karte führen würden. Damit dies nicht passiert, legt man im Control Panel ein dediziertes Shared Folder an.

Schritt 2: Installieren von Docker

Über die Paketverwaltung vom DiskStation Manager installieren wir nun Docker. Wenn Docker dort nicht auftaucht, dann ist deine Diskstation damit leider nicht kompatibel. Das sollte man auch nicht erzwingen sondern statt dessen die Lösung mit einem Raspberry Pi in Erwägung ziehen.

Schritt 3: Runterladen des Docker images

In Docker selber suchst du nun in der Registry nach „MarcTV“ und wählst das Image „MinecraftPaperServer“ aus und lädst es runter. Docker fragt, ob du „latest“ „1.15.2“ oder „1.16.1“ als Tag runterladen willst. „Latest“ ist immer die jeweils neueste Version.

Das ebenfalls verfügbare Overviewer Image ist für die Generierung einer isometrischen Karte sobald der Server später läuft. Dies ist jedoch optional.

Schritt 4: Konfigurieren des Docker Containers

Nachdem wir das Image runtergeladen haben, kann es nun als Container konfiguriert und gestartet werden.  Folgende Einstellungen sollten hier vorgenommen werden:

Docker ressource limitation

  • CPU priority: high
  • Memory Limit: 50% vom Arbeitsspeicher im NAS

Advanced Settings

  • enable auto-restart: yes

Volume

  • File/Folder: Das shared folder aus Schritt 1 hier auswählen
  • Mount path: /data

Port Settings

  • Local Port: 25565 TCP
  • Container Port: 25565 TCP
  • Local Port: 25565 UDP
  • Container Port: 25565 UDP

Environment

  • MEMORYSIZE: 33% eures Arbeitsspeichers im NAS

Diese Option ist etwas versteckt aber sehr wichtig. Ich habe hier 3 Gigabyte als Standard im Dockerfile für Xms und Xmx für JAVA gesetzt.

Schritt 5: Starten des Servers

Nun muss man den Server nur noch starten und er ist im lokalen Netzwerk verfügbar. Das Starten selber dauert beim ersten mal ca. 3 Minuten. Danach ist er nach wenigen Sekunden jederzeit verfügbar und gestartet.

Die Konfiguration geschieht über die Datei server.properties, die nach dem ersten Start in dem shared folder zusammen mit den anderen Dateien generiert wurden.

Schritt 6: Freigeben des Servers über das Internet

Ich nutze eine Fritzbox. Dort kann man unter den Einstellungen Internet > MyFritz-Konto eine Adresse einrichten, über die man die Fritzbox außerhalb des eigenen Netzwerks erreichen kann.

Unter Internet > Freigaben > Gerät für Freigaben hinzufügen > [Gerät auswählen] > Neue Freigabe > MyFritz Freigabe > Andere Anwendung und dort den Port „25565“ für TCP und UDP freigeben.

Die MyFritz-URL ist dann die Server-Adresse, die man in Minecraft einträgt. Zum Beispiel u5xvqz2trolololom.myfritz.net Mein Server läuft durch einen SRV-Eintrag in meine DNS-Einstellungen der Domain hier mc.marc.tv

Wie sieht das Dockerfile aus?

Da ich persönlich gerne Dinge unter meiner Kontrolle haben möchte, fühle ich mich wohler mit einem überschaubaren Code wohler. Das Dockerimage ist in meinem GitHub-Account verfügbar und ich freue mich über Verbesserungen. Dank an Felix Klauke. Auf seinem Dockerimage basiert meines und er gab mir hilfreiche Tipps.

Der Minecraft-Server auf dem Synology NAS
Der Minecraft-Server auf dem Synology NAS

Wie optimiere ich die Leistung des Servers?

„Can’t keep up! Is the server overloaded? Running 5190ms or 103 ticks behind“ ist eine Meldung, die man eventuell sofort nach dem ersten Start des Servers sieht. In der Datei „paper.yml“ kann man mit dem folgenden Befehl die Pillager Patrouillen abschalten. Mich haben sie ohnehin genervt und der Server läuft deutlich besser.

  disable-pillager-patrols: true

Zusätzlich hat der Einbau einer NAS SSD wahre Wunder bewirkt. Dadurch läd die Welt schneller. Auch Wechsel ins Nether und zurück werden massiv beschleunigt. Alternativ kann man im NAS eine RAM-Disk verwenden. Eine SSD ist aber deutlich sicherer.

Da der Minecraft-Server eine Single-Thread-Anwendung ist und somit nur auf einem CPU-Kern laufen kann, bringen mehr CPU-Kerne hier leider wenig.

Konfiguration des Servers

Die Einstellungen für den Bedrock-Server müssen in Konfigurationsdateien vorgenommen werden. Diese wurden in den lokalen Verzeichnissen auf dem NAS erzeugt. Wichtig: Vor Änderungen den Server immer runterfahren bzw. den Container stoppen.

server.properties

Hier wird zum Beispiel eingestellt, ob eine Whitelist verwendet wird oder ob im Survival oder Creative-Modus gespielt wird:

gamemode=creative

whitelist.json

Die whitelist.json sollte hingegen nicht manuell editiert werden. Um Benutzernamen der Whitelist hinzuzufügen, geht man auf die Kommandozeile im Terminal des Servers bzw. des Containers und gibt ein:

whitelist on
whitelist add BENUTZERNAME

BENUTZERNAME steht natürlich für den jeweiligen Account-Namen.

Wie aktualisiere ich den Minecraft Docker Container?

Unter DSM von Synology ist der Weg leider alles andere als intuitiv. Wenn der Container genau nach dieser Anleitung angelegt wurde, dann kann man den Container mit dem Server wie folgt aktualisieren:

  1. Docker App öffnen
  2. „Registry“ aufrufen
  3. „MarcTV“ eingeben
  4. Neueste Version des Minecraft-PaperMC-Servers runterladen.
  5. Warten bis der Download erfolgreich war. Das kann ca. 2 Minuten dauern.
  6. Den vorhandenen Minecraft Container stoppen.
  7. Mit rechter Maustaste den Befehl „clear“ ausführen.
  8. Den Container wieder starten.
„Clear“ löscht nicht die lokalen Inhalte sondern nur den Container

Man kann Docker Container auch automatisch mit Watchtower aktualisieren. Das bietet sich vor allem bei mehreren laufenden Containern an. Sonst kann es passieren, dass sich die Client nicht mit dem Server verbinden können, weil die Versionen nicht übereinstimmen.

Manchmal gibt es noch keinen aktuellen Paper Minecraft Server für den neusten Client
Manchmal gibt es noch keinen aktuellen Paper Minecraft Server für den neusten Client.

Wie starte ich eine alte Version von Minecraft?

Die eingesetzte Server-Software PaperMC ist nicht immer sofort auf dem neuesten Stand. Deswegen kann man in der Zeit einfach seinen Minecraft-Client mit einer alten Version starten. Dazu startet man den Minecraft Launcher und wählt oben im Menü „Installations“ und dann „New“ aus.

So legt man eine neue Installation mit einer alten Version an.

Dort kann man nun eine Installation anlegen mit einer älteren Version und diese beim Starten auswählen.

Wieso bist du nicht auf dem Raspberry Pi geblieben?

Der Raspberry Pi hat nur 1 GB Speicher, der nicht erweiterbar ist. Wenn nun ein paar Leute auf dem Server wirklich spielen und mit einer riesigen Eisenbahn neue Chunks erzeugen verbraucht das Speicher. Nachdem der Server dann mehrmals abgestürzt ist und ich sogar einmal ein Backup wiederherstellen musste, habe ich nach einer neuen Lösung gesucht. Für kleinere Karten ist der Raspberry Pi mit PaperMC allerdings immer noch ein idealer und sehr günstiger Anfang.

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149 Kommentare

  1. Hey Marc
    Vielen Dank für die kurze und verständliche Anleitung.
    Mit Docker habe ich somit auch das erste Mal gearbeitet. Mein Sohn freut sich über den eigenen Minecraft-Server. Jetzt fragte er nach dem creative-Mode. So wie in Deiner Anleitung habe ich das auch angepasst und der Server neu gestartet. Aber er ist trotzdem weiterhin in dem Survival-Mode.
    Hast Du eine Idee, woran das liegen kann?
    Gruß
    Matthias
    PS: Von Minecraft habe ich null Ahnung. Und somit auch nicht von den Dateien und den dazugehörigen Befehlen.

  2. Hallo
    Ich hätte da noch eine Frage.
    Hat schon mal jemand einen zweiten Server auf der NAS installiert und übers Internet freigeschaltet?
    Laut minecraft wird ja der Port 25565 genutzt. Jetzt habe ich mal den 25566 für den zweiten mc-server genutzt und bei minecraft diesen bei der Serveradresse mit angegeben (name.dns.de:25566). Nur bekomme ich keine Verbindung hin. Bei der Fritz ist der Port schon zusätzlich eingetragen. Kommt minecraft (java-version) damit nicht klar?
    Hat da jemand eine Idee wie das funktionieren könnte?
    Vielen Dank schon mal.
    Gruß

    1. Ich habe zwei Java Minecraft Server über Docker und einen Pi Server genau so am Laufen. Klappt wunderbar. Irgendwo hast du einen Fehler gemacht. Probier es erstmal lokal und such dann den Fehler.

    1. Hi Marc

      Mein Sohn hat auch schon nach der 1.16.02 Version gefragt ;-) Aber bei dem Wetter sitzt man wohl besser nicht vor dem Rechner.

      LG Uwe

    2. Würde mich auch sehr interessieren. Ich bin durch einen Arbeitskollegen auf diese Möglichkeit gestoßen und wollte das heute direkt ausprobieren.
      Es lässt sich auch eine Verbindung zum Server aufbauen im Spiel nur leider stimmt die Version vom Server zum Spiel nicht überein und leider weiß ich nicht wie man Minecraft auf eine ältere Version downgradet.
      Ich hoffe du schaffst das bald und schonmal vielen Dank für das gute Tutorial.

    3. Nun wird im Tutorial auch dieser Aspekt erklärt. Denn aktuell kann man Paper 1.16.2 noch nicht nutzen außer man hat Bock auf eine kaputte Welt.

  3. Hey,
    der Server läuft ganz entspannt im LAN, jetzt wollte ich die Ports übers Internet freigeben sodass ich mit einem Freund online spielen kann, jeder von seinem Haus aus.(Das sollte doch soweit ich es verstanden habe dann möglich sein oder?) Jetzt habe ich wirklich lange versucht den Server also :25565 freizugeben und dann die richtige Adresse einzugeben sodass wir zusammen spielen können, doch irgendwie klappt das alles nicht so wie es soll. Meine Bitte/Frage also: Könntest du nochmal ein Video machen indem du zeigst wie genau du die Ports freigibst und welche Addresse ich und mein Freund dann eingeben müssen? Vielleicht gibt es so ein Video dazu ja schon (hab zumindest etliche gesehen, hat nur nie funktioniert)dann würden wir uns über einen Link zu dem Video echt mega freuen. Wenn nicht dann trotzdem vielen Dank für das andere Video.
    Sonnige Grüße
    Denis

    1. „und dort den Port 25565 freigeben“ ist etwas zu ungenau ich habe da jetzt alles freigegeben was irgendwie ging und es sagt mir auch das es ein Exposed Host ist aber irgendwie funktioniert es noch nicht könntest du den schritt evtl etwas erläutern das wäre klasse

    2. und nur um sicher zu gehen: wir reden über die MyFRITZ!-Adresse und nicht den MyFRITZ!-Internetzugang korrekt?

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