SSDs werden immer billiger. Damit meine ich nicht den Einsatz als Lese- und Schreibcache im M2-Slot meiner DS1019+ (kaufen). Einen SSD Cache kann man nämlich nicht als Volume und somit nicht als Shared Folder nutzen. Aber eine SATA SSD als schneller Festplattenersatz eröffnet ganz neue Möglichkeiten für ein NAS das mehr sein will als ein Netzwerkspeicher.

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SATA SSD im Synology NAS ausprobiert

Jedoch bin ich durch einen glücklichen Zufall (Danke CB) bin ich nun im Besitz einer Seagate IronWolf 110 NAS SSD 480GB (kaufen). Diese SATA Festplatte kann genau so wie meine WD Red Festplatten (kaufen) als Laufwerk im Synology NAS genutzt werden.

Korrekter Einbau einer IronWolf 2.5 Zoll SSD in einer 3.5 Zoll Laufwerkshalterung von Synology.
Korrekter Einbau einer IronWolf 2.5 Zoll SSD in einer 3.5 Zoll Laufwerkshalterung von Synology.

DiskStation Manager wird schneller

DiskStation Manager (kurz: DSM) ist das Betriebssystem bzw. vielmehr die Weboberfläche aller Synology NAS. Gleichzeitig ist dies auch ein Alleinstellungsmerkmal von Synology denn die ist wirklich super. DSM wird auf alle Festplatten im System installiert. Sehr wahrscheinlich aus Gründen der Redundanz.

Gleich nach dem Einbau hat die Geschwindigkeit beim Navigieren durch die Menüs stark zugenommen. Der Ressourcenmonitor startet nun fast ohne Wartezeit. Meine WD Red hatten aber auch nur 5400 RPM. Da ist der Sprung für mich gleich doppelt groß.

Der Transcoder Cache auf der SSD

Transcoding-Cache für PLEX

Natürlich könnte ich einige der Videos der PLEX Medialibrary auf die kleine SSD schieben. Dann würde ich sehr wahrscheinliche einen Geschwindigkeitsschub beim Starten der Videos oder beim Laden der Thumbnails am TV bemerken. Allerdings habe ich über 8 TB an Videos und die passen nicht auf die ohnehin schon teure aber kleine SSD.

Jedoch kann man unter EinstellungenTranscoderTemporäres Verzeichnis für Transcoder das Verzeichnis auf die SSD setzen. Bei mir ist das /volume2/SSD/cache Und schon sollte das Transcodieren deutlich schneller starten.

Pro-Tipp: Ihr könnt dort auch einfach /dev/shm/ eintragen. Das ist der Pfad zur eingebauten Linux-RAM-Disk. Wer genug Speicher hat, schont hier seine SSD.

Mehr Performance für Minecraft-Server

Auf einem Synology NAS lässt sich wunderbar ein Minecraft-Server betreiben. Allerdings waren die Ladezeiten zwischen zum Nether und beim Generieren der Chunks schon sehr deutlich. Das sah man auch in meinem Grafana-Setup auf dem Synology NAS. Nach dem Verschieben der Minecraft-Welt auf die SSD konnte ich mein riskantes Experiment mit der RAM-Disk wieder zurückbauen. Denn die Performance ist gefühlt identisch: Als würde man lokal spielen.

Video: Windows 7 auf dem DS1019+ auf einem SSD Laufwerk

Windows 10 als VM ist ebenfalls schneller geworden

Mit dem Virtual Machine Manager kann man auf einem Synology NAS z.B. ein Windows 7 oder 10 laufen lassen. Windows 7 war schon vorher durch die 16 GB RAM (kompatiblen Speicher kaufen) benutzbar. Windows 10 lief sehr inperformant. Mit der SSD ist es erträglich geworden aber weit entfernt von produktiv nutzbar.

Übrigens: Wer USB 3.0 Treiber für den USB Host Controller unter Windows 7 unter der Synology VM sucht, der findet diese als „Chipset_Driver_36X7D_WN32_2.0.30.0_A02.EXE“ auf der NEC Seite. Dann kann man auf Windows 10 nämlich verzichten.

Pakete lassen sich auf der SSD installieren

Der Diskstation Manager lässt die Installation auf SSD zu wenn sie als Volume gemountet werden können. Das wirkt sich positiv auf alle Pakete aus, die von schnellen Lese- und Schreibzugriffen so wie den schnellen Zugriffszeiten einer SSD profitieren. Dazu gehört zum Beispiel Synology Office, die Antwort auf Google Drive von Synology.

Zusätzlich macht eine SSD Sinn

Ein NAS ist in der Regel dazu da, sehr viel Speicher im Netzwerk verfügbar zu machen. Dazu gehören Videosammlungen, Time Machine Backups oder einfach eine Dateiablage weil der Laptop zu wenig Speicher hat. Jedoch hat die SSD als zusätzliches Laufwerk hat die SSD erstaunlich viel gebracht. Weil alle dauerhaft laufenden Applikationen nun auf der SSD ihr neues zu Hause haben, können sich theoretisch die normalen Festplatten schlafen legen.

Für Applikationsserver eine Offenbarung

Moderne NAS sind heute zu viel mehr in der Lage als nur ein dummes Datengrab zu sein. Mit ihrem Intel Quad-Core und sehr viel Arbeitsspeicher sind kleine Applikationsserver mit Docker möglich. Das fängt beim jDownloader und FileBot an, geht über ein Mini Data Warehouse und hört beim Minecraft-Server auf Docker-Basis auf. Besonders die Minecraft-Spieler gaben mir durchweg positives Feedback.

Mittlerweile macht eine kleine SSD im NAS kostentechnisch Sinn. Außer man will eine NAS-taugliche SSD mit 4TB für den Preis eines Laptops haben. Ich werde berichten, wie lange die SSD den Dauereinsatz aushält. Immerhin schreibe ich jede Nacht über eine Million kleine Dateien für den Overviewer darauf.

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8 Kommentare

  1. Synology: Ist ein SSD Laufwerk im NAS sinnlos? Ja, nein, doch? – kommt darauf an, wie so oft im Leben…

    Zuvörderst einige deiner Punkte:
    DiskStation Manager wird schneller > mag sein, aber a) gehe ich nicht so oft dahin und b) so langsam ist dasbei mir auch nicht
    Transcoding-Cache für Plex? – weiß ich mal gerade, was ~ Plex ist…
    über 8 TB an Videos und…ich hab´ schon über 10 TB
    Mehr Performance für Minecraft-Server? – weiß ich mal gerade, was ~ Minecraft sein könnte…
    Windows 10 als VM ist ebenfalls schneller – nun ja, ganz so schnell wie auf PCs mit Core i7/i9 und 32 GB RAM wohl nicht
    ———————————————-
    – ich habe ein „kleines“ Syno-NAS mit 3/3 TB (gespiegelt) für syncen, Backups etc. und ein „großes“ Syno-NAS für die Filme mit 6/6/6/6/6 TB (RAID 5)
    – das größere NAS war zu Anfang an als Ersatz für das kleine und „Datengrab“ gedacht – bald habe ich das aber wieder getrennt und beide NASs sind aktiv, wenn nötig (bei mir nur, wenn ich a) iwas am einem Comp mache bzw. iwas mit Filmen)
    ————————————-
    Meine (Wohnzimmer)Welt ist eine Windows-Welt – nicht, weil ich Win SO toll finde, oder mit macOS nicht zurecht käme. Komme ich schon, will ich aber nicht. – aus rein pragmatischen Gründen.

    Fazite: für dich macht die SSD im NAS sicher Sinn, bei mir siehts ganz anders aus. Die Sinnfrage sollte man sich auch gar nicht stellen: richtig „brauchen“ tu ich Core i9/i7 2x 32 GB RAM und 6 Monitore an Haupt- und Zweit-PC am Haupt-Platz im Wohnzimmer nicht – schaden tun sie aber auch nicht, grins.

    Das mit den SSDs habe ich beim neuen Haupt-PC konsequent umgesetzt: 2x M.2 SSDs auf Mainboard plus 1x Sata SSD für Daten (M.2 = je 500 GB Evo 970, Sata 2 TB 860 QVO) – da drehen sich nur noch die Lüfter, aber keine Datenträger mehr.
    ——————————————–
    Noch eine Kleinigkeit zum Schluß: oben im Screenshot ist „Virtual Machine“ unterfärbt – das ist zufällig fast GEnau die gleiche Farbe, die ich aktiven Fenstern in Win10 für Titelleisten usw. „verpaßt“ habe…

    …so ganz standardmäßig laufen meine Windowse nämlich nicht. Ein 100%-er MS-ler würde die vielleicht gar nicht gleich als Win10 erkennen.

    1. Wenn Du dein NAS in erster Linie für die Speicherung von Daten und nicht zusätzlich für anspruchsvolle Software nutzt, dann ist eher ein SSD Cache als ein SSD Laufwerk für dich nützlich.
      Für mich als Mac User ist ein Windows 7 irgendwo auf dem NAS schon ganz angenehm wenn man es mal braucht. Vor allem, wenn man daran mal schnell eine USB-Festplatte anschließen kann. Habe ich u.a. für das Projekt mit dem gebraucht.

      Der Screenshot ist übrigens ein Video. ;-)

    2. Screenshot, Video – so what. Kam ja auf die Farbe an. Es ist genau diese bei mir: RGB 22 (Rot), 68 (Grün), 104 (Blau) oder #164468 – habe ich ganz zufällig eingestellt und mir dann „gemerkt“, weil sie mir so gut gefallen hat.

      Das mit macOS oder Windows hat auch viel mit „wollen & glauben“ zu tun. Das muß jeder (der sich genug auskennt, setze ich bei dir mal voraus) für sich selbst entscheiden.

      Bei nur EINem PC oder Notebook ist ein Wechsel recht einfach, wenn man denn will. Falls aber schon die „halbe Bude“ voll steht, sieht das wieder anders aus.

  2. Habe mich vorher noch nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt. Ich finde es sehr interessant für meinen Minecraft server. Werde mich auf jedenfall jetzt hinsetzten und mir alles mal genau anschauen und überlegen, ob ich hier nicht wechseln soll.

  3. kannst Du mir sagen, wie Du das DSM auf die SSD bekommen hast? Ich sehe, das Du die SSD als Volume 2 eingebunden hast. Da ich viel von extern auf mein Netzwerk zugreife via Plex, wäre es schon angenehm, wenn das transcoden beschleunigt.

    1. Die Apps musst du wie beschreiben einmal de- und wieder installieren. Für den SSD Cache für den Transcoder kannst Du einen pfad angeben. Siehe Screenshot im Artikel.
      DSM wird auf allen Volumes installiert.

  4. DSM wird auf allen Volumes installiert.

    können sich theoretisch die normalen Festplatten schlafen legen.

    Ist das nicht ein Widerspruch in sich ? – Wär ja schön, wenn das irgendwie ginge.

    1. Theoretisch. Ich weiß leider nicht wie das intern funktioniert. Wenn man aber konsequent die magnetischen HDDs als Volume2 installiert und die Programm alle auf der SSD als Volume1 installiert, dann sollten ja alle Programmdaten nur dort liegen. Sobald man natürlich dann Daten permanent liest oder schreibt die auf der HDD liegen, dann geht es nicht. Plex sollte dann z.b. nicht stündlich die Filme indexieren.

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