Wer einen Minecraft Bedrock Server für iOS, Android, Windows, PlayStation 4 und XBOX ONE auf seinem Synology NAS hosten möchte, kann dies nun tun. Die Minecraft Java-Version bietet allerdings immer noch mehr Features wie Unterstützung durch Overviewer und MacOS. Die Bedrock-Edition wird immer populärer und somit interessanter und man sollte sich alle Wege offen halten. Vor allem, weil Mojang seit Dezember 2018 eine offizielle Dedicated Server Software für Ubuntu und Windows anbietet. Deswegen lernen wir nun, wie wir einen Bedrock-Server auf einem Synology NAS installieren.

Inhaltsverzeichnis

Andy's XBOX ONE und mein iPhone auf dem meinem Bedrock Server
Andy’s XBOX ONE in Köln und meine iPhone-Version in Hannover auf dem Synology Bedrock Server

iOS, Android, Windows und PlayStation und XBOX vereint

Nun ist es möglich, seine Java-Minecraft Karte zu konvertieren und zusammen mit XBOX ONE und iPhone Spielern gleichzeitig zu spielen. Den Beweis seht ihr oben: Andy und ich spielen mit dem iPhone, PlayStation 4 und der XBOX ONE auf einem von mir gehosteten Server. Wer mitspielen möchte, meldet sich bitte per Mail bei mir.

Es fehlt leider die Unterstützung für die Nintendo Switch und MacOS. Unglaublich aber wahr: Für den Mac gibt es keine Bedrock-Edition. Für die Java-Version schon. Die Anleitung ist der für den Server für die Java-Version sehr ähnlich:

Was wird benötigt?

  • Synology NAS mit Docker-Support (z.B. DS218+ kaufen)
  • Kompatible Arbeitsspeicherweiterung (z.B. 8GB DDR3-RAM kaufen)
  • Einen Router mit Port-Forwarding (z.B. FritzBox 7590 kaufen)
  • 5 Minuten eurer Zeit

Schritt 1: Erstellen eines Shared Folders

Der Server braucht einen Speicherort auf der DiskStation in dem die Konfigurationsdateien und vor allem die Map liegt. Dafür legt man im Control Panel ein dediziertes Shared Folder an.

Schritt 2: Installieren von Docker

Über die Paketverwaltung vom DiskStation Manager installieren wir nun Docker. Wenn Docker dort nicht auftaucht, dann ist deine Diskstation damit leider nicht kompatibel.

Bedrock Server Docker Image im Synology Repository
Bedrock Server Docker Image im Synology Repository

Schritt 3: Runterladen des Dockerimages

In Docker selber suchst du nun in der Registry nach „MarcTV“ und wählst das Image „Minecraft Bedrock Server“ aus und lädst es runter. Das Image kann auch auf DockerHub runtergeladen werden.

Schritt 4: Konfigurieren des Docker Containers

Nachdem wir das Image runtergeladen haben, kann es nun als Container konfiguriert und gestartet werden.  Folgende Einstellungen sollten hier vorgenommen werden:

Docker ressource limitation

  • CPU priority: high
  • Memory Limit: 50% vom Arbeitsspeicher im NAS

Advanced Settings

  • enable auto-restart: yes

Volume

  • Folder: Das shared folder aus Schritt 1 hier auswählen
  • Mount path: /bedrock-server/worlds

server.properties

  • File: Die lokale Konfigurationsdatei für den Server. Kopiert einfach diese hier lokal ins NAS.
  • Mount path: /bedrock-server/server.properties

whitelist.json

  • File: Die lokale whitelist.json für den Server. Kopiert einfach diese hier lokal ins NAS.
  • Mount path: /bedrock-server/whitelist.json
So sieht der mount path mit server.properties Datei (NICHT Verzeichnis!) aus.
So sieht der mount path mit server.properties Datei (NICHT Verzeichnis!) aus.

Port Settings

  • Local Port: 19132 TCP
  • Container Port: 19132 TCP
  • Local Port: 19132 UDP
  • Container Port: 19132 UDP
Korrektes Port-Mapping für Docker

Whitelist und Adminrechte

Auf dem Terminal des Synology Docker Containers könnt ihr Befehle ausführen. Zum Beispiel jemanden auf die Whitelist setzen:

whitelist add MarcTV

Fügt einen Nutzer in die whitelist.json hinzu. Überprüft hier, ob der Benutzer auch wirklich in der Datei eingetragen wurden.

Ihr könnt einem Nutzer auch Adminrechte geben. Dies funktioniert nur, wenn der entsprechende Nutzer online ist.

op MarcTV // Adminrechte für den Usernamen
deop MarcTV // entfernen der Adminrechte
Die /op Befehle funktionieren nur, wenn der User online ist

Schritt 5: Starten des Servers

Nun muss man den Server nur noch starten und er ist im lokalen Netzwerk verfügbar. Das Starten selber dauert beim ersten mal ca. 3 Minuten. Danach ist er nach wenigen Sekunden jederzeit verfügbar und gestartet.

Schritt 6: Freigeben des Servers über das Internet

Ich nutze eine Fritzbox. Dort kann man unter den Einstellungen Internet > MyFritz-Konto eine Adresse einrichten, über die man die Fritzbox außerhalb des eigenen Netzwerks erreichen kann.

Unter Internet > Freigaben > Gerät für Freigaben hinzufügen > [Gerät auswählen] > Neue Freigabe > MyFritz Freigabe > Andere Anwendung und dort den Port „19132“ freigeben.

Verbinden auf den Server per XBOX ONE

Aktuell muss die Server-Adresse manuell auf einem Raspberry Pi oder PC mit einem Python-Script als LAN-Server zur Verfügung gestellt werden.

MCC Toolchest PE für Windows
MCC Toolchest PE für Windows

Konvertieren der Minecraft Java-Karte für Bedrock

Das Tool MCC Toolchest PE kann zur Konvertierung von Java-Karten zur Bedrock-Edition genutzt werden. Nicht verwechseln mit Tool MCC Toolchest ohne PE im Namen. Dafür öffnet man eine Bedrock-Edition Karte und wählt im Kontextmenü Tools > Convert > From Java und wählt die Java-Karte. Anschließend speichern nicht vergessen.

Der Bedrock-Server braucht deutlich weniger Leistung als der Paper-Java-Server

Wie hoch ist die CPU-Last?

Während der Bedrock-Server sehr genügsam ist und selten über 5% CPU Last verursacht, sorgt der PaperMC Java-Server schnell für 25% und mehr CPU-Last. Da der Java-Server eine Single-Thread Anwendung ist, wird bei einer Quad-Core-CPU wie in dem Synology DS1019+ (kaufen) nur ein Viertel der vorhandenen Leistung genutzt. Bei mir geht die Leistung manchmal auch auf über 35% CPU-Last. Das liegt entweder am Boost-Mode der CPU oder daran, dass der Java PaperMC-Server neben dem Hauptthread noch andere Dinge berechnet.

Docker Container automatisch aktualisieren

Man kann Docker Container auch automatisch mit Watchtower aktualisieren. Das bietet sich vor allem bei mehreren laufenden Containern an. Sonst kann es passieren, dass sich die Client nicht mit dem Server verbinden können, weil die Versionen nicht übereinstimmen.

Läuft der Bedrock-Server auch auf einem Raspberry Pi 4?

Die Bedrock-Server Software gibt es aktuell nur für x86-CPU Architekturen wie von Intel und AMD. Der Raspberry Pi 1 bis 4 nutzt einen ARM Prozessor. Es ist deswegen nicht sinnvoll möglich einen Bedrock-Server auf einem Pi zu betreiben. Aus diesem Grund ist diese Anleitung für ein Synology NAS mit einer Intel CPU und Docker angelegt.

Die Zukunft

Ich werden unseren Minecraft Java Server unter mc.marc.tv so lange weiter nutzen, bis alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  1. MOJANG stellt die Unterstützung der Java-Version ein
  2. Bedrock-Edition erscheint für MacOS
  3. XBOX ONE,PS4  und Nintendo Switch erhalten offiziellen Support für dedizierte Server
  4. Overviewer generiert isometrische Ansichten von Bedrock-Karten

Das Eintreten aller dieser Bedingungen ist sehr unwahrscheinlich. MOJANG möchte mit den kostenpflichtigen Realms Geld verdienen und Overviewer unterstützt seit wenigen Monaten überhaupt erst Minecraft 1.13.2.

This is an early release (alpha) which we don’t fully support yet. It might contain severe issues and we could stop supporting it at any time.

MOJANG Anfang 2019 über ihren Bedrock Server

Wenigstens gibt es einen Migrationspfad auf Bedrock der heute schon funktioniert. So hält man sich alle Optionen offen. Durch den Alpha-Status bleibt nun alles bei der Java-Version für unseren aktuellen Minecraftserver.

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103 Kommentare

  1. Hallo Marc,

    danke für deine Anleitung – wir haben das jetzt seit ein paar Wochen erfolgreich in Betrieb und die Kids haben recht Spass daran.

    Leider hat ein iPad gestern mittels automatischem Updaten der Apps die Minecraft-App auf Version 1.14.60 aktualisiert und kann sich seitdem nicht mehr mit dem Server verbinden. Der Server läuft auf Version 1.14.32.
    Offenbar kann man mit einer älteren App-Version auf einen neueren Server verbinden, aber nicht umgekehrt.

    Danke und Grüsse
    Chris

    1. Hi, in diesem Fall empfehle ich meinen Artikel zu dem Thema. Darauf gehe ich auch hier im Artikel ein.

    2. Ah, ich glaube, da haben wir uns missverstanden.. Ich habe den Container schon auf 1.14.32 aktualisiert. Eine neuere Version gibt es hier ( ) noch nicht, oder? Ich habe den Container schon manuell aktualisiert.

    3. Klar gibt es die. Das ist alles automatisch. Mein image aktualisiert sich selber. Mein persönlicher Server hat sich bereits aktualisiert

    4. Hey Marc.

      Danke für deine tolle Arbeit – aber ich habe auch Probleme mit der Aktualisierung. Ich hab den Watchtower-Dienst wie von dir beschrieben eingerichtet, wenn ihn ihn aber laufen lasse, finde ich Folgendes im Logfile:

      time=“2020-04-16T11:49:45Z“ level=info msg=“Unable to update container /marctv-minecraftbedrockserver1_new. Proceeding to next.

      Kurioserweise musste ich vorhin auch das Docker-Image neu ziehen (sorry, ich kenne das Docker-Wording nicht besonders gut), weil ich eines ohne Bindestriche im Namen laufen hatte – im Repository aber nur eines mit Bindestrichen im Namen zu finden war. Ist jetzt auch wieder so – eventuell liegt mein Problem hier? Ich habe keine Ahnung, wie es dazu kommt oder was ich dagegen machen kann. Wäre für einen Tipp sehr dankbar.

      Grüße
      Jürgen

    5. Hmm, okay – ich hab jetzt alles entfernt (außer meine Servereinstellungen und Weltenordner) und es nochmal nach deiner Anleitung neu aufgesetzt. Jetzt habe ich die neue Version … und das Gefühl, mein Problem zumindest mal fürs Erste vertagt zu haben ;-)

      Nichts für ungut (aber falls du weißt, wo mein Fehler lag, lass es mich gerne noch wissen)!

    6. Am besten exakt so machen wie in meiner Anleitung und nicht kreativ werden. Auch mal das Video dazu ansehen. Dann hast du das selbe setup wie ich und da läuft der Watchtower auch wunderbar durch.

      Im Artikel zum Watchtower steht auch wie man es manuell ohne Watchtower macht. Das hilft sicherlich.

    7. Klasse, mit dem Watchtower hat es grad funktioniert. Ich hatte vorher nur mittels Clear das Image ersetzt, aber vorher kein neues heruntergeladen (zu meiner Entschuldigung steht auf der Dockerhub-Seite aber auch die Version V1.14.32.1, weshalb ich davon ausgegangen bin, dass das die ist, die ich bereits am Laufen hatte).
      Immerhin ist jetzt das Aktualisieren grad für die nächste Zeit automatisiert.
      Vielen Dank!

      Gruss
      Chris

  2. Ich habe Probleme mit der neuen Serverversion 1.14.60.5. Wenn sie darauf zugreifen, heißen alle Spieler Steve. Passiert es dir auch?

    1. Nach Durchführung verschiedener Tests. Dies geschieht nur, wenn Sie nicht mit einem Microsoft-Konto verbunden sind.

    2. Wenn wir Microsoft-Konten haben. Aber wir spielen zu Hause mit den Kindern in LAN. Wenn Sie also nicht mit dem Konto verbunden sind, können Sie Ihren eigenen Namen eingeben, ohne Zahlen anzuzeigen.
      Anscheinend ist es ein Fehler in der neuesten Version des Mojang-Servers, da er in früheren Versionen nicht aufgetreten ist.
      Danke.

  3. Hi Marc, thank you for setting this up! I have a question – have you been able to successfully install any resource packs on the Minecraft server? I’ve tried dropping the resource_packs folder into \minecraft-bedrock-server\[World Name] and along with the world_resource_packs.json and so far no luck. Any tips or docs I could read? I’m pretty new to Minecraft, just getting it setup for my kids on our LAN.

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