Minecraft Bedrock Server 1.19 auf Synology NAS installieren

Minecraft Bedrock Server 1.19 auf Synology NAS installieren

Wer einen Minecraft Bedrock Server für iOS, Android, Windows, PlayStation 4 und Xbox One auf seinem Synology NAS hosten möchte, kann dies nun tun. Die Minecraft Java-Version bietet allerdings immer noch mehr Features wie Unterstützung durch Overviewer und macOS. Die Bedrock-Edition wird immer populärer und somit interessanter und man sollte sich alle Wege offen halten. Vor allem, weil Mojang seit Dezember 2018 eine offizielle dedizierte Server Software für Ubuntu und Windows anbietet. Deswegen lernen wir nun, wie wir einen Bedrock-Server auf einem Synology NAS installieren.

Inhaltsverzeichnis

Was wird benötigt?

  • Synology NAS mit Docker-Support (z.B. DS218+ kaufen)
  • Kompatible Arbeitsspeicherweiterung (z.B. 8GB DDR3-RAM kaufen)
  • Einen Router mit Port-Forwarding (z.B. FritzBox 7590 kaufen)
  • 5 Minuten eurer Zeit

Kompatibilität der Minecraft Clients mit den Servern

Der Server der neueren Bedrock-Edition läuft viel performanter als der Java-Edition. Die Bedrock-Edition findet sich auf den Konsolen und mobilen Geräten wieder. Dafür ist der dedizierte Bedrock-Server noch in der Alpha-Phase seitens Mojang und erlaubt keine Mods. Außerdem wurde der Server nur für x86-Architektur kompiliert. Das heißt: Es gibt keinen performanten Bedrock-Server für z.B. den ARM-basierten Raspberry Pi. Clientseitig fehlt dem Bedrock-Server die Unterstützung für die Nintendo Switch und macOS. Unglaublich aber wahr: für den Mac zudem keinen Bedrock-Edition Client.

ClientBedrock ServerJava Server
Android
iOS
XBOX ONE
Nintendo Switch
PS4
XBOX 360
PS3
Windows 7/8/10 Java
Windows 10 Bedrock
Linux
macOS
Welcher Client kann sich mit JAVA oder Bedrock Servern verbinden?
Andy's Xbox ONE und mein iPhone auf dem meinem Bedrock Server
Andy’s Xbox One in Köln und meine iPhone-Version in Hannover auf dem Synology Bedrock Server

Anleitung Schritt für Schritt

Schritt 1: Installieren von Docker

Über die Paketverwaltung vom DiskStation Manager installieren wir nun Docker. Wenn Docker dort nicht auftaucht, dann ist deine DiskStation damit leider nicht kompatibel. Ein günstiger Einstieg ist das DS218+ (kaufen).

Bedrock Server Docker Image im Synology Repository
Bedrock Server Docker Image im Synology Repository

Schritt 2: Erstellen eines Ordners

Der Server braucht einen Speicherort auf der DiskStation in dem die Konfigurationsdateien und vor allem die Map liegt. Dafür legt man einen neuen Ordner im nun vorhanden Shared Folder „docker“ an. Das hat den Vorteil, dass dort alle Rechte bereits vergeben sind.

Schritt 3: Runterladen des Dockerimages

In Docker selber suchst du nun in der Registry nach „MarcTV“ und wählst das Image „Minecraft Bedrock Server“ aus und lädst es runter. Das Image kann auch auf Docker Hub heruntergeladen werden.

Schritt 4: Konfigurieren des Docker Containers

Nachdem wir das Image heruntergeladen haben, kann es nun als Container konfiguriert und gestartet werden. Folgende Einstellungen sollten hier vorgenommen werden:

Docker resource limitation

  • CPU priority: high
  • Memory Limit: 50 % des Arbeitsspeichers im NAS

Advanced Settings

  • Enable auto-restart: yes

Volume

  • Folder: Das shared folder aus Schritt 1 hier auswählen
  • Mount path: /bedrock-server/worlds

server.properties

  • File/Datei und nicht Ordner: die lokale Konfigurationsdatei für den Server. Kopiert einfach diese hier lokal ins NAS.
  • Mount path: /bedrock-server/server.properties

whitelist.json

  • File/Datei und nicht Ordner: die lokale whitelist.json für den Server. Kopiert einfach diese hier lokal ins NAS.
  • Mount path: /bedrock-server/whitelist.json
So sieht der mount path mit server.properties Datei (NICHT Verzeichnis!) aus.
So sieht der Mount Pfad mit server.properties Datei aus.

Port Settings

  • Local Port: 19132 TCP
  • Container Port: 19132 TCP
  • Local Port: 19132 UDP
  • Container Port: 19132 UDP
Korrektes Port-Mapping für Docker

Whitelist und Adminrechte

Auf dem Terminal des Synology Docker Containers könnt ihr Befehle ausführen. Zum Beispiel jemanden auf die Whitelist setzen:

whitelist add MarcTV

Fügt einen Nutzer in die whitelist.json hinzu. Überprüft hier, ob der Benutzer auch wirklich in der Datei eingetragen wurden.

Ihr könnt einem Nutzer auch Adminrechte geben. Dies funktioniert nur, wenn der entsprechende Nutzer online ist.

op MarcTV // Adminrechte für den Usernamen
deop MarcTV // entfernen der Adminrechte
Die /op Befehle funktionieren nur, wenn der User online ist

Schritt 5: Starten des Servers

Nun muss man den Server nur noch starten und er ist im lokalen Netzwerk verfügbar. Das Starten selber dauert beim ersten Mal ca. 3 Minuten. Danach ist er nach wenigen Sekunden jederzeit verfügbar und gestartet. Nun sollte er im Spiel erscheinen. Unter Umständen muss in der Firewall des NAS selber die Ports geöffnet werden: „Control Panel > Security > Firewall > Edit Rules“ den Docker Server für UDP und TCP freigeben.

Schritt 6: Freigeben des Servers über das Internet

Ich nutze eine Fritz!Box. Dort kann man unter den Einstellungen Internet > MyFritz-Konto eine Adresse einrichten, über die man die Fritz!Box außerhalb des eigenen Netzwerks erreichen kann.

Unter Internet > Freigaben > Gerät für Freigaben hinzufügen > [Gerät auswählen] > Neue Freigabe > MyFritz Freigabe > andere Anwendung und dort den Port „19132“ per TCP und UDP freigeben.

UDP und TCP Freigaben in einer Fritz.Box 7590
UDP und TCP Freigaben in einer Fritz.Box 7590 (kaufen)

Hinweis für IPv6 Kunden

Viele Router laufen schon über IPv6 oder DS-Lite. Das bedeutet, dass die Portfreigabe komplizierter ist. Einfacher ist es beim Internetprovider anzurufen und sagen, dass man gerne auf eine IPv4 Anbindung wechseln möchte. Die Begründung sollte sein, dass IPv4 für einen beruflichen Dienst benötigt wird. Danach schaltet man unter „Internet“ -> „Zugangsdaten“ -> „IPv6“ auf „native IPv4 Anbindung“ um und erstellt dann die Portfreigabe.

Verbinden auf den Server mit Xbox und PlayStation

Lokal funktioniert die Verbindung auf den Server auf der PlayStation und XBOX ONE ohne Probleme. Über das Internet muss man Phantom benutzen.

Konvertieren der Minecraft Java-Karte für Bedrock

Das Tool MCC Toolchest PE kann zur Konvertierung von Java-Karten zur Bedrock-Edition genutzt werden. Nicht verwechseln mit Tool MCC Toolchest ohne PE im Namen. Dafür öffnet man eine Bedrock-Edition Karte und wählt im Kontextmenü Tools > Convert > From Java und wählt die Java-Karte. Anschließend speichern nicht vergessen.

Der Bedrock-Server braucht deutlich weniger Leistung als der Paper-Java-Server

Wie hoch ist die CPU-Last?

Während der Bedrock-Server sehr genügsam ist und selten über 5 % CPU Last verursacht, sorgt der Paper-Server schnell für 25 % und mehr CPU-Last. Da der Java-Server eine Single-Thread-Anwendung ist, wird bei einer Quad-Core-CPU wie in dem Synology DS1019+ (kaufen) nur ein Viertel der vorhandenen Leistung genutzt. Bei mir geht die Leistung manchmal auch auf über 35 % CPU-Last. Das liegt entweder am Boost-Mode der CPU oder daran, dass der Paper-Server neben dem Haupt-Thread noch andere Dinge berechnet.

Docker Container automatisch aktualisieren

Man kann Docker Container auch automatisch mit Watchtower aktualisieren. Das bietet sich vor allem bei mehreren laufenden Containern an. Sonst kann es passieren, dass sich die Client nicht mit dem Server verbinden können, weil die Versionen nicht übereinstimmen.

Wie installiere ich Plug-ins und Mods für die Bedrock-Edition?

Für die Bedrock-Edition sind mir keine Plug-ins und Mods bekannt. Wenn das wichtig ist, sollte man sich eher für den Server für die JAVA-Version von Minecraft entscheiden. Wenn es sie doch geben sollte, kann man sie auf dem lokalen Ordner auch installieren. Denn der gesamte Server abzüglich der Linux-Umgebung befindet sich außerhalb des Containers. Jedenfalls, wenn die Anleitung korrekt befolgt wurde.

Läuft der Bedrock-Server auch auf einem Raspberry Pi 4?

Die Bedrock-Server Software gibt es aktuell nur für x86-CPU Architekturen wie von Intel und AMD. Der Raspberry Pi 1 bis 4 nutzt einen ARM Prozessor. Es ist deswegen nicht sinnvoll möglich einen Bedrock-Server auf einem Pi zu betreiben. Aus diesem Grund ist diese Anleitung für ein Synology NAS mit einer Intel CPU und Docker angelegt.

Die Zukunft

Ich werde unseren Minecraft Java Server unter mc.marc.tv so lange weiter nutzen, bis alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  1. Mojang stellt die Unterstützung der Java-Version ein.
  2. Bedrock-Edition erscheint für macOS.
  3. Xbox One ,PS4 und Nintendo Switch erhalten offiziellen Support für dedizierte Server ohne Phantom.
  4. Overviewer generiert isometrische Ansichten von Bedrock-Karten

Das Eintreten aller dieser Bedingungen ist sehr unwahrscheinlich. MOJANG möchte mit den kostenpflichtigen „Realms“ Geld verdienen.

This is an early release (alpha) which we don’t fully support yet. It might contain severe issues, and we could stop supporting it at any time.

MOJANG Anfang 2019 über ihren Bedrock Server

Wenigstens gibt es einen Migrationspfad auf Bedrock der heute schon funktioniert. So hält man sich alle Optionen offen. Durch den Alpha-Status bleibt nun alles bei der Java-Version für unseren aktuellen Minecraftserver.

Bedanke dich mit einer Spende

Mein Artikel hat dir geholfen? Dann gibt mir einen Kaffee aus:

Zum Thema

Neue Artikel


312 Antworten

  1. Avatar von Christoph
    Christoph

    Leider geht das nicht so. Ich kann die Ports so nicht anlegen. Er sagt der Port sei schon vorhanden.
    Port 19132 TCP geht aber dann bei UPS 19132 sagt er ist schon vorhanden mit TCP. Wie kann das sein ?

    1. Avatar von Marc
      Marc

      Weiterer Container schon am Laufen?

    2. Avatar von Christoph
      Christoph

      Nein kein weiterer Container am Laufen. Das ist auch erst seid dem neuesten Update so bon der Syno. Kann das sein ? Wie kann ich das denn umgehen oder anders einstellen das ich die Ports anders vergebe ?

  2. Avatar von Michael Schulz
    Michael Schulz

    Hallo Marc,

    bei meinem installierten Bedrock Server Container auf der Synology wird im Protokoll in dem man sehen kann wer sich verbunden oder getrennt hat eine falsche Uhrzeit angezeigt (2 Stunden hinter unserer normalen Uhrzeit). Läßt sich diese Zeit korrigieren ?

    Gruss,
    Michael

    1. Avatar von mckarl
      mckarl

      Ist bei mir auch so und auch nur bei diesem Docker Image. Alle anderen Dockerprotokolle zeigen immer die richtige Uhrzeit.

  3. Avatar von Vic
    Vic

    I have been using this for my daughter and her friends and she woke up this morning with compatibility issues as the client doesn’t match the server. I’m assuming the server updated overnight with Watchtower. The issue I have is that it updated to 1.19 beta which is not released yet for PC. Why did yall update the server image in the registry already without waiting for it to be in all clients first? I would think that the best thing here is to wait until 1.19 is released so that you don’t screw up the players already using it. My 7 year old woke up crying today. Is there a way that you guys can have older versions in the registry so we can choose which version of the server we want? I tried going back to 1.18 but you guys only have one version out which is the 1.19. Any help will be appreciated. thanks

    1. Avatar von Marc
      Marc

      Sorry, will be fixed soon. Just pull the newest image in an hour or so. My script always downloads the most recent version. that’s what happend.

    2. Avatar von Marc
      Marc

      Oh, no:

      From Minecraft.net:

      „From now until The Wild Update releases, this page will be serving up builds from the future! The Microsoft Build 2022 Conference will include a special demo that uses unreleased Minecraft features while connecting to a special Preview Dedicated Server (1.19.10). When The Wild Update releases, we will update the download page to offer a compatible Dedicated Server (1.19.0) which will still support the Build 2022 demo.

      This does mean that we do not have a Dedicated Server that works with today’s Minecraft release (1.18.33), and we apologize for this inconvenience.“

  4. Avatar von Ori
    Ori

    Hello Marc.tv
    I’m also using your build so far because there works just everything as intended like server properties and allowlist options.
    But since the new 1.19.0 Client Update I cant play on my server anymore because this is stuck on 1.18.31.02 and I already downloaded the latest build again.
    I’ve seen the link where the developer says there are some issues.
    This means we won’t have an update to the latest version in the near future?
    Greetings

    Written 07.06.2022

    1. Avatar von Ori
      Ori

      Oh und apropro, /bedrock-server/whitelist.json ist veraltet, der server nutzt schon seit der 1.18 die allowlist.json
      :)

    2. Avatar von Ori
      Ori

      Der rote Text auf der Seite ist weg und für Linux kann der neueste heruntergeladen werden. Aber leider funktioniert es noch nicht für Docker :(

    3. Avatar von Marc
      Marc

      The Docker Image has been updated. Thanks for the hint. I stopped the automatic process because of the message on the download page. I also added an allowlist and edited the readme.txt. I can’t provide a migration script so if you wan’t use the allowlist you have to migrate it yourself.

    4. Avatar von Ori
      Ori

      Perfect, it works now. :)

    5. Avatar von Ori
      Ori

      But something feels odd now, the new Minecraft version seems not to use the server.properties file that we have created.
      It’s completely ignoring files and world folder.
      I already had a world and minecraft generates a completely new one.
      It creates a new subfolder in our worlds folder named Bedrock level.
      Well this can be fixed by changing the directory for the worlds folder or copy the old world into the new subfolder, but the server.properties is completely missing.
      That said its impossible to change the serverrules in windows client like enable cheats or changeging friendly fire and everything else is greyed out when not op, when op most still are greyed out but that what seems to be enabled are not changeable, instad of gamerule peaceful to hard and survival or creative…

    6. Avatar von Marc
      Marc

      Works fine on my server.

    7. Avatar von Ori
      Ori

      Das ist seltsam, bei mir stellt erstellt er im Worlds Verzeichnis einen völlig neuen Ordner und meine Server.properties akzeptiert er nicht mehr, obwohl ich auch nur den Container zurückgesetzt, das Packet neu geladen und den Container gestartet habe.
      Würde gern wissen was bei mir falsch läuft.

    8. Avatar von Marc
      Marc

      Anleitung nochmal genau lesen. Bestimmt ist was mit dem mounten der Dateien falsch gelaufen bei dir

    9. Avatar von Ori
      Ori

      Ok, habe den Container nochmal entfernt und grundauf neu erstellt und ja du hast recht, ich hab direkt auf den Unterordner den WORLDS verlinkt statt direkt auf den Root ordner, mein Fehler.
      Nun nimmt er auch wieder die Server.Properties Datei und handelt mit den Einstellungen wieviele User rauf dürfen.
      Was ich aber nicht verstehe ist warum ich nicht im Client die Optionen umschalten kann wie z.b. alle Weltoptionen wie Friendly Fire und co. und auch die Cheatsoptionen lassen sich nicht über den Client direkt ändern obwohl sie nicht ausgegraut sind.
      Irgendwie blockt der MC Client das wohl bei mir.
      Und bei dir klappt das als OP ja? Hmmm.

    10. Avatar von Ori
      Ori

      Immerhin, die Kommandozeilenbefehle funktionieren dafür vollständig.

  5. Avatar von Wolfgang
    Wolfgang

    Hallo!
    Gibt es schon die 1.19 Version? Das iPad hat sich automatisch aktualisiert, jetzt kann ich nicht mehr auf den 1.18 Server :-(

    1. Avatar von Marc
      Marc

      Ja, der Docker Container ist auf 1.19

Schreibe einen Kommentar

You have to agree to the comment policy.