Mina the Hollower – 2D-Bloodborne trifft Link’s Awakening

Von den Machern des brillanten Shovel Knight kommt mit Mina the Hollower (kaufen) ein Action-Adventure, das mich wirklich überrascht hat. Hinter der unscheinbaren Pixelgrafik mit einer Maus als Protagonistin steckt eines der besten Action-Adventures der letzten Jahre. Warum ich es am Ende sogar zweimal durchgespielt habe, dazu gleich mehr.

Nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen

Mein erster Gedanke war zugegebenermaßen: Och nö, schon wieder so ein Retro-Spiel. Die Optik erinnert stark an The Legend of Zelda: Link’s Awakening auf dem Game Boy Color – für mich bis heute der schwächste aller 2D-Zelda-Teile. Allein der Anfang mit Mina im Boot erinnerte mich an den Anfang der Traumreise von Link auf dem Game Boy. Genau deshalb hat mich Mina the Hollower zunächst eher abgeschreckt.

Nach ein paar Minuten war dieser Eindruck aber komplett weg.Die Kämpfe fühlen sich eher nach Bloodborne als nach Zelda an. Timing, Ausweichen und Geduld sind entscheidend, statt einfach draufzuhauen. Gleichzeitig verbindet das Spiel diese Soulslike-Kämpfe mit cleveren Rätseln und richtig guter Jump’n’Run-Action.

Vor allem die Grab-Mechanik ist genial. Sich unter die Erde zu graben und diese Fähigkeit für Kämpfe, Erkundung, Rätsel und Geschicklichkeitspassagen einzusetzen, macht bis zum Abspann Spaß.

Die Welt steckt voller Geheimnisse, die es zu entdecken gilt.
Die Welt steckt voller Geheimnisse, die es zu entdecken gilt.

Der Schwierigkeitsgrad ist falsch herum

Das Balancing ist allerdings etwas seltsam: Mina the Hollower (kaufen) steigt unfassbar schwer ein, wird mit der Zeit immer einfacher und zieht erst am Ende wieder richtig an.

Das liegt vor allem an den Upgrades – vorausgesetzt, man findet sie. Einige davon sind schlicht overpowered. Mit Fähigkeiten wie der Bubble oder Verbesserungen, durch die die gelbe Energie deutlich langsamer verbraucht wird, kann man manche Bosse irgendwann einfach mit Gewalt niederprügeln, statt ihr Angriffsmuster wirklich lernen zu müssen.

Das ist schade, denn gerade am Anfang zeigt Mina the Hollower, wie gut seine Kämpfe eigentlich funktionieren können.

Der Löwe, der Dorn und die Maus

Auch die Geschichte hat mich positiv überrascht. Mina the Hollower spielt mit Motiven bekannter Fabeln wie „Der Löwe und die Maus“ von Äsop und der alten Erzählung „Androklus und der Löwe“, in der ein Mann einem Löwen einen Dorn aus der Tatze zieht.

Diese Motive finden sich in Mina, dem Löwen und Thorn wieder und werden zu einer eigenen Geschichte verwoben. Mehr möchte ich dazu nicht verraten.

Zwei wichtige Tipps: Spiegel und Wasser

So begeistert ich vom Spiel insgesamt bin: Einige wichtige Mechaniken werden überhaupt nicht oder viel zu schlecht erklärt. Das ist nicht angenehm schwierig, sondern einfach unfair.

Solltest du Mina the Hollower spielen, werden dir diese beiden Hinweise deshalb vermutlich einiges an Lebenszeit sparen:

  • Spiegel: Vor einem Spiegel lange in seine Richtung drücken, um hineinzugehen.
  • Wasser: Man kann ins Wasser springen, dort den Grab-Knopf gedrückt halten und wieder loslassen.

Beides habe ich mehr oder weniger durch Zufall herausgefunden. Und solche schlecht erklärten Mechaniken gibt es leider häufiger. Für ein ansonsten so stark designtes Spiel ist das völlig unnötig.

Accessibility-Optionen und warum ich zweimal durchspielen musste

Mina the Hollower bietet verschiedene Accessibility-Optionen, mit denen sich das Spiel teilweise deutlich vereinfachen lässt.

Ich bin kein Freund davon. Nicht jedes Spiel muss für jeden sein. Wenn ein Entwickler einen bestimmten Schwierigkeitsgrad als Teil seines Spieldesigns vorsieht, dann gehört diese Herausforderung für mich zum Spiel dazu. Mina the Hollower löst das für mich aber auf eine akzeptable Weise: Wer bestimmte Hilfen aktiviert, bekommt keine Trophäen beziehungsweise Achievements mehr. Damit kann ich leben. Dummerweise hatte ich selbst eine dieser Optionen fürs Springen aktiviert, ohne zu bemerken, dass dadurch die Achievements deaktiviert wurden. Also habe ich Mina the Hollower noch einmal komplett durchgespielt. Dank der Übung brauchte ich beim zweiten Durchgang immerhin nur ungefähr die Hälfte der Zeit.

So gefällt mir diese Lösung jedenfalls deutlich besser als beispielsweise bei Lies of P, wo nachträglich ein einfacherer Schwierigkeitsgrad hineingepatcht wurde, auf dem trotzdem weiterhin alle Trophäen erspielt werden können. Damit wird die ursprüngliche Herausforderung für mich im Nachhinein entwertet.

Mina the Hollower auf PortMaster

Wie schon Shovel Knight ist auch Mina the Hollower (kaufen) über PortMaster auf entsprechenden Handhelds spielbar. Mehr dazu gibt es in meinem Artikel über PortMaster auf Anbernic-Handhelds.

Dank Portmaster kann man das Spiel auf Anbernic-Handhelds spielen.

Fazit

Mina the Hollower sieht auf den ersten Blick aus wie ein Spiel, das ich eigentlich gar nicht spielen möchte – und hat sich dann als eines der besten 2D-Action-Adventures der letzten Jahre entpuppt. Aber ein Spiel, das ich trotz allem direkt zweimal durchspiele, muss schon einiges richtig machen.

Das Spiel kann man günstig für Steam und den Steam Deck kaufen.

Die perfekte Plattform für Mina: Das Steam Deck.

Wertung

Mina the Hollower: Die Mischung aus Bloodborne-artigen Kämpfen, Zelda-Rätseln, Jump’n’Run-Passagen und der fantastischen Grab-Mechanik funktioniert erstaunlich gut. Das merkwürdige Balancing und einige miserabel erklärte Spielmechaniken verhindern eine noch höhere Wertung. Marc

9
von 10
2026-07-20T08:30:00+02:00

Beitrag veröffentlicht

in

,

von

Mehr zum Thema

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Passende Artikel

Brandneue Artikel