Ich bin 11 Mal in meinem Leben umgezogen. Davon einige Male mit Umzugsunternehmen. Wenn es dann früh morgens losgeht, war ich am Ende immer schlauer. Man lernt jedes Mal etwas dazu, das man besser machen könnte.

Inhaltsverzeichnis

12 Tipps, die euch den Umzug erleichtern

Unser Leben stützt sich auf mindestens drei Säulen: Beziehung, Arbeit und der Wohnort. Wenn man umzieht, dann wird zumindest eine Säule gerade gegen eine neue ausgetauscht. Deswegen stelle ich hier unsere besten Tipps einmal vor, wie man möglichst entspannt durch diese belastende Zeit kommt.

1. Richtiges Umzugsunternehmen auswählen

Ich habe damals 16 Unternehmen wegen einem Kostenvorschlag kontaktiert. Sie wollen dann meistens wissen, wie viele Leerkartons sie mitbringen und transportieren müssen, welche besonderen Gegenstände (z.B. ein Klavier) es gibt und natürlich wie groß die Wohnung ist. Kurzum: sie benötigen eine schriftliche Inventur eurer Behausung.

Bei rund der Hälfte der Unternehmen kam jemand vorbei und wollte sich persönlich ein Bild davon machen. Diese Personen kann man in zwei Typen aufteilen: der Anzugtyp und der Möbelpackertyp. Ich habe mich am Ende nach Sympathie für jemanden entschieden, der direkt von einem Umzug kam und völlig durchgeschwitzt aber präsent war. Schließlich wusste ich, dass so die Tage des Umzugs sehr stressig werden können. Und am Ende muss man auch in unangenehmen Situationen miteinander klarkommen. Selbstverständlich akzeptiert man nur einen Festpreis.

2. Lampen installieren lassen

Die meisten Umzugsunternehmen haben jemanden dabei, der Elektriker ist. Wir haben bei allen Umzügen alle Lampen und größere Bilder gleich mitinstallieren lassen. Wenn man vorher Zugriff auf das Objekt hat und ohnehin neue Lampen kaufen möchte, kann man das natürlich schon vorher selber erledigen lassen. Jedoch haben wir bei den meisten Unternehmen diesen Service in Anspruch genommen. Dann hat man am Ende des Tages Licht. Tipp: Die genaue Anzahl an Lampen vorher definieren und fairerweise auf schwierig zu installierende Lampen hinweisen.

3. Vor dem Umzug aussortieren

Diesem Thema habe ich eine ganze Kategorie gewidmet: Verschlichter Dich. Alles, dass Du innerhalb eines Jahres nicht angefasst hast, muss raus. Du hast eine Geo-Magazin-Sammlung? Jetzt ist der Zeitpunkt der Trennung gekommen. Du weißt nicht, was sich in dem Schrank im Gästezimmer befindet? Dann mach ihn auf und entsorge alles, was Du nicht mehr brauchst. Zieh nicht mit dem Kram um oder komm auf die lustige Idee, das beim Ausräumen auszusortieren. Zu dem Zeitpunkt wirst Du andere Sorgen haben.

4. Das Treppenhaus ist das Nadelöhr

Egal, ob im Mehrfamilienhaus im 4. Stock oder im eigenen Haus: Es gibt immer ein Treppenhaus oder eine schmale Ecke, durch die alles reinmuss. Ich habe den Zielort später abgefilmt und als Video an die E-Mail an das Unternehmen gehängt. Dann kann man vorher planen, ob man einen Möbellift fürs Fenster oder Balkon anmieten muss. Hinweis: Dieser darf nur von einer geschulten Person gesteuert werden.

5. Kartons packen die ein, auspacken tut ihr sie

Die Umzugsunternehmen bieten meistens einen Ein- und/oder Auspackservice an. Damit ist gemeint, dass die Schränke und auch die Küche ein- bzw. ausgeräumt wird. Gerade letzteres einzuräumen ist deutlich aufwendiger als man denkt. Außerdem kann man auch schnell falsch packen, indem man 50 Kilo seiner Geo-Zeitschriftensammlung in einen Karton packt, der dann am Tag des Umzugs aufgeteilt werden muss. Mein Tipp ist hier ganz klar: Einpackservice solltet ihr nutzen. Das Auspacken würde ich in aller Ruhe innerhalb der nächsten Tage selber machen.

6. Die Kinder kommen zu Oma und Opa

Für Kinder können Umzüge mitunter eine traumatische Erfahrung sein. Selbst wenn ältere Kinder hat, ist der Abbau des geliebten Bettes binnen von Sekunden kein schöner Anblick. Deswegen haben wir vor Ort meistens die Großeltern gehabt, die mit den Kindern dann nicht am Umzug beteiligt waren.

7. Ein oder zwei Tage umziehen?

Es kommt meiner Meinung nach auf die Distanz zwischen dem Einlade- und Ausladeort an. Wenn eine längere Fahrt von Hamburg nach München ansteht, dann sollte am ersten Tag nachmittags eingepackt und am nächsten Tag umgezogen werden. Letztendlich liegt die Entscheidung aber beim Umzugsunternehmen.

8. Neue Wohnung planen

Damit nachher alles zusammenpasst wie bei Tetris, habe ich manche Umzüge in 3D mit den echten Möbeln vorgeplant. Passt der lange Tisch wirklich quer oder wird das mit dem Sofa dann zu eng? Passt ein weiteres Pax-Element an den Schrank? Die Antwort auf solche Fragen spart Zeit am Tag des Umzugs.

9. Nehmt euch am Tag des Umzugs Zeit

Ihr müsst ansprechbar für Rückfragen und lösen von Problemen sein. Das reicht von „Wo kam noch mal der große Schrank hin?“ bis zu „Leider passt der Kleiderschrank nicht durchs Treppenhaus, wie wir dachten. Durchs Fenster oder auseinanderbauen?“ Es wird auch für euch stressig und ihr solltet dabei einen kühlen Kopf bewahren. Die Umzugsparty also vielleicht nicht eine Nacht vorher planen.

10. Für Catering sorgt der Auftraggeber

Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber ich finde für die Verköstigung Start- und Zielort sorgt der Auftraggeber. Dazu gehört Wasser und zwei Mahlzeiten. Ich halte es für schlauer lieber ein- bis zweimal eine echte Pause mit allen zu machen, als einfach Brötchen irgendwo hinzustellen. Idealerweise gibt es Essen, wenn der Umzugswagen am Zielort ausgeladen wird. Es ist auch effizienter, wenn der Auftraggeber die Wünsche vorher entgegennimmt und dann passen zur Mittagszeit die Bestellung ankommt.

Umzugsprofis kennen kreative Lösungen um Zeit zu sparen.
Umzugsprofis kennen kreative Lösungen um Zeit zu sparen.

11. Nimm dir ein paar Tage danach frei

Für Umzüge gibt es in der Regel einen Tag Sonderurlaub. Da das Unternehmen einpackt, musst du dir eher danach noch ein paar Tage freinehmen an dem Geschäfte geöffnet sind. Wir haben gerade in der ersten Woche nach dem Umzug noch öfters den Baumarkt oder Möbelgeschäfte besuchen dürfen.

12. Rechnet mit dem Schlimmsten

An so einem Tag kann vieles schiefgehen. Es fängt damit an, dass durch äußere Umstände wie Stau das Projekt später startet und es dann natürlich nicht zum geplanten Abschluss kommen kann. Und ja, es werden Sachen kaputtgehen und fehlen. Überlegt euch, was ihr im Fall der Fälle tun werdet. Denn meistens ist ein Umzug durch Zwänge wie „Nachmieter“ nicht verschiebbar.

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6 Kommentare

  1. Kisten besser differenzierter anschreiben, als nur grob. Das ist das was ich mir für das nächste Zügeln vorgenommen habe. Wobei das dürfte noch lange dauern, bis dahin habe ich den Vorsatz vergessen.

    1. Du meinst, Kisten genauer beschriften? „Zügeln“ musste ich googlen. =)

    2. Ja wir Schweizer mit unseren Begriffen die niemand kennt. Wobei Deutsch ist allgemein manchmal etwas „strange“. Der Klassiker: Krieg ich ein Bier…. und jeder Nicht-Deutsche denkt: Was hat Bier und Krieg miteinander zu tun.

    3. Oh, wir sind da richtig schlimm. Hier ein kurzer Deutschkurs, falls du hier eine Pommes, Currywurst und ein Pils bestellen willst:

  2. Profitipp: Umzüge möglichst vermeiden. Vorausschauend irgendwo hinziehen und dann möglichst dort bleiben. Spart Zeit, Nerven und Geld (jeder Umzug kostet viel Geld, das man besser an der Börse anlegen kann). Ich bin bisher nur zweimal umgezogen.

    Lieber nicht umziehen, als schlecht umziehen.

    1. Ja, das ist natürlich die einfachste Lösung. Allerdings waren die Umzüge seit der Unizeit alle selbstbestimmt. Das hat mir ein Gefühl von Freiheit gegeben, dass ich in der Lage bin, meinen Lebensmittelpunkt zu verlagern. Ich habe keinen Umzug bereut.

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