Programmieren lernen in der Schule

Ich habe schon mal einen längeren Artikel über das Fehlen von Technikinhalten an der Schule geschrieben. Damals wurde mir gesagt, das es Blödsinn wäre, Coding und Computer im allgemeinen in der Schule zu lehren, weil man dann ja auch viele andere Fächer einführen müsste. Heute im Jahre 2013 ist die Welt wieder etwas technischer geworden und immer weniger Leuten haben gefühlt das Verständnis für das, was da draußen gerade wirklich passiert. Und diese Menschen reagieren darauf aus Unwissenheit mit Angst.

Natürlich braucht man Mathematik, Sprachen, Ethik und Sport an der Schule nach wie vor. Denn diese Dinge sind die Basis. Aber die Damen und Herren in dem folgenden Video haben trotzdem recht, wenn sie sagen, dass wir diese Basis um einen wichtigen Punkt erweitern müssen: Coden. Dann verschwindet die Angst davor und wir ermöglichen allen die Magie des Schreibens von Maschinen.

Video

33 Antworten auf „Programmieren lernen in der Schule“

  1. Ich fordere ja schon seit langem, dass es das Fach „Internet- und Medienkompetenz“ an den Schulen geben sollte…

    Aber nicht nur die Schüler sind gefragt, auch die Lehrer und Eltern sind in der Pflicht. Nur mit gleichem Wissensstand kann man die Schützlinge, z.b. im Internet begleiten oder schützen…

    1. Naja, die Lehrer selber können da glaube ich wenig machen. Das Thema muss in die Politik! Ich hätte total viel Lust dazu, mein Wissen in diesem Bereich weiterzugeben und könnte das vermutlich auch gut. Aber dafür müssen Gelder und ein grundlegendes Verständnis für die Situation her.

    2. Ich habe in der Hinsicht wohl ziemlich Glück gehabt. Bei uns gab es in der 7. Klasse das Fach ITG (hab’ vergessen wofür das stand). Am Ende des Schuljahrs, nachdem die Office-Programme abgefrühstückt waren, haben wir kleinere Programme mir Delphi zusammengeklickt. Ab der 11. gab es dann Informatik als Pflichtfach und in der 12. und 13. als Wahlfach. Das hätte es aber nie gegeben, wenn es nicht zwei Lehrer an der Schule gegeben hätte, die in der Richtung die Initiative ergriffen hätten. Flächendeckend lässt sich das aber ohne die Politik nicht durchsetzen.

    3. Internet- & Medienkompetenz würde ich ja noch einsehen, aber Programmieren? Höchstens als Wahlfach oder Teil einer Projektwoche, denn selbst im Jahr 2013 gehört das „Coden“ nicht auf den Pflichtteil des Schulplans. Wir hatten damals
      Informatik als Wahlfach, wo wir kleine Programme auf Uralt-Macs, Apple 2 oder so, programmieren durften. Das war wohl ganz nett, aber interessiert hat es sicherlich
      nur den geringsten Teil der Schüler.

    4. Naja, sehen andere Leute und ich eben völlig anders. Mathe interessiert auch nur den geringsten Teil der Schüler und trotzdem wird es gelehrt. ;-)

    5. Mathe ist ja auch essenzieller als Programmieren, zumindest die grundlegenden Sachen. Auf freiwilliger Basis kann man sowas sicher anbieten, aber wirklich sinnvoll ist es nur für einen winzigen Bruchteil der Schüler…gut, das ist Latein wahrscheinlich auch.^^ Selbst Kochen oder Schreinern wäre sinnvoller als Programmieren…

    6. Ich habe in meinem Leben noch nie eine Zeile programmieren müssen und so wird es der Mehrheit der Bürger gehen die auch täglich mit Software (als Anwender) zu tun haben. Aber Mathematik ist die Grundlage für alles! Wenn man irgendetwas in der Naturwissenschaft verstehen will, muss man die Grundlagen der Mathematik inne haben, genauso bei Ingenieurwesen etc.

      Medienkompetenz? Weniger wichtig als Betriebswirtschaft etc. Viele Leute können nicht mit Geld umgehen, haben keine rechte Lebensplannung etc. Da hackt es an viel wichtigeren Dingen als Medienkompetenz. Bzg. Datenschutz sollte man die Leute sensibilisieren, aber der Rest kommt von alleine.

    7. Es geht nicht darum, Mathe abzuschaffen sondern zusätzlich ein Fach „Programmieren“ einzuführen. Vielleicht sogar als Submodul innerhalb von Mathematik. Die meisten werden wohl eher schlechte Erfahrungen mit dem vorhandenen Fach „Informatik“ gemacht haben. Da muss man meiner Meinung nach ansetzen.

      Das kann man ja auch Verpacken in dem es „Creative Coding“ nennt und sofort Dinge sieht. Man muss den Leuten klar machen, wie viel Spaß es machen kann, die Macht über eine Maschine zu haben. Das ist letztendlich das selbe Prinzip wie beim Videospielen.

    8. Die Macht über eine Maschine habe ich jeden Tag wenn ich im Auto sitze ;)

      Ne ich verstehe jetzt was du meinst. So gesehen, wird niemand etwas dagegen haben, Fächer mehr praxisnah zu gestalten wie man es dann auch in der Industrie draussen anwendet. Das interdisziplinäre Lernen wird ja gerade in asiatischen Ländern wie Japan schon lange praktiziert und ist ein voller Erfolg. Wenn man das Theoretische mit dem Praktischen verknüpft, versteht man auch die Zusammenhänge eher. Etwas was in Europa zu lange vernachlässigt wurde.

    9. Ich finds dennoch viel zu speziell für ein Pflichtfach, ich seh den Nutzen einfach nicht für den Großteil der Schüler. Die meisten wollen doch, um bei Deinem Vergleich zu bleiben, Videospiele „spielen“ und nicht programmieren. Die paar Prozent der Leute, die sowas wie Coding wirklich interessiert, werden sich auch ohne Schule damit beschäftigen, das nennt man dann Hobby.^^ Bei den Leuten aus dem Video hat es offensichtlich auch ohne Schulfach geklappt.

      Dann doch lieber ein Video mit den Fernsehköchen, die für ein „Creative Cooking“-Fach in der Schule werben. Wäre sehr hilfreich für Leute, die nur Singen und Klatschen in der Schule hatten und gerade mal nen Liter Wasser kochen können. :D

    10. Auch im Jahr 2013 ist Programmieren nicht elementar genug, um an Schulen unterrichtet werden zu „müssen“, die Mehrzahl an Menschen sind User, nicht Creator. Man muss sich doch nur mal umschauen, im welchen Berufsfeld „Programmieren“ zum Tagesablauf gehört, die kann man an ein paar Fingern abzählen.

    11. Ernährungslehre wäre wohl heutzutage eines der wichtigsten Fächer überhaupt, wenn man sieht welchen volkswirtschaftlichen Schaden entsteht durch falsche Ernährung!

      Wie gesagt das Thema Programmieren kann man im IT Unterricht kurz anschneiden zusammen mit Mathematik. Aber schlussendlich ist es ein Thema das vertieft in die Berufslehre oder ins Studium gehört.

    12. Ich hatte in der Schule mal ein halbes Jahr „ITG“. Kurzform für Informationstechnisches Grundwissen. Dabei musste man dann bspw. in Pascal eine weiße Linie in Treppenform programmieren und derlei Scherze. Ich habe nicht das Gefühl, dass das einen wirklich voran gebracht hat im Leben. Wobei damals klar wurde, dass einige Leute starke Defizite hatten („ich finde auf meiner Tastatur das F nicht!“). Ist nun aber ja auch schon ein paar Jahre her. Das Prinzip finde ich aber nicht schlecht, man könnte ja die Inhalte dieses Faches etwas anpassen. Aber es komplett die ganze Schulzeit als Fach zu haben, finde ich auch übertrieben. Mathe ist definitiv wichtiger, wenn nicht sogar das Wichtigste Fach. Bis vor ein paar Jahren konnte man das in Hessen noch nach der 11. Klassen abwählen. Das finde ich viel dramatischer. Ich würde also davor noch andere Baustellen bearbeiten, bevor ich „was mit Programmieren“ in den Lehrplan aufnehmen würde ;-)

    13. Um programmieren lernen zu können, muss man imho nicht unbedingt gut in Mathe sein.

      Autsch!!!!!!! Doch wenn du guten Code programmieren willst, dann musst du ein Ass in Mathe sein. Sonst fabrizierst du eben nur so zusammen geklickten Müll. Das kann jeder mal schnell, hat aber nichts mit Programmieren zu tun. Rund um Datenbanken etc. ist Mathe das A und O. Für Spielzeug à la App Entwicklung muss man nicht viel können. Das merkt man dann aber auch bei den Löhnen.

    14. Er meinte vermutlich, dass er keine Verwendung dafür hatte, weil er es sowohl im Alltag als auch beruflich einfach nicht braucht…so wie vermutlich auch ca. 95% der Schüler. Es mag ja für immer mehr Menschen aktuell und interessant sein, aber doch bitte nicht als Pflichtfach in der Schule, dafür gibts Hobbies, Studium und Beruf. Sonst fragen wir uns morgen „Hey, wäre es nicht super, wenn wir in der Schule lernen, wie man ein Auto repariert oder die Waschmaschine?“.

    15. Da wurde ich falsch verstanden. Ich meinte nicht, dass man Mathe braucht um zu programmieren. Sondern nur dass Mathe im Allgemeinen wesentlich wichtiger ist als Programmieren. Schadet aber bestimmt auch nicht von wegen logischem Denken und so :)

      Ich glaube wichtig war nur mal, dass ich mir beim Zocken Geld cheaten konnte mithilfe eines HEX-Editors (damals für Civ 2). Aber da hat mir das Schulwissen auch nicht weitergeholfen.

      Ich denke mit einem Fach „Medienkompetenz“ wären wir schon einen Schritt weiter. Das würde ich auch gar nicht nur auf neue Medien beziehen wollen, sondern auch um allgemein einen kritischen Blick auf Medien/Nachrichten usw. zu bekommen. Programmieren finde ich wie gesagt zu speziell für ein eigenes Fach. Man könnte es vielleicht ein bisschen anschneiden in Form von Projektwochen oder so.

    16. Marc, ich kann zwar nicht programmieren, aber ich habe genug Diskussionen mit Datenbank Programmierer etc. gehabt an LAN Parties. Auch mit unserem IT Beauftragten unserer Firma der die ganze PDM-ERP Schnittstelle eigenhändig gecodet hat. Und jeder von denen sagt dir klar und deutlich: ohne gute Mathematik Kenntnisse wirst du nie ein guter Programmierer. Weil ausgeklügelte Algorithmen (Datenbankabfragen etc.) schreiben sich nicht von selbst. Wer natürlich mit einem Baukastenprinzip sich was zusammen klickt, der hat zwar eine Software erstellt, aber Programmieren kann er deswegen noch lange nicht. Gerade bei Schnittstellen und Datenbanken muss der Code äusserst effizient und schlank sein. Wenn du da ohne mathematische Prinzipien dahinter gehst, bekommst du sicher irgendwann auch etwas das funktioniert, mit dem aber niemand arbeiten will, weil es ewig lange dauert.

    17. Ich bin auch eher der Ansicht ein solches Fach höchstens als Wahlfach anzubieten und mehr Richtung Medienkompetenz zu gehen, auch weil die Lehrpläne wohl jetzt schon viel zu vollgestopft sind. Wenn man also schon etwas verpflichtend einführt, dann doch eher letzteres.

      Auf der anderen Seite hat Marc vielleicht nicht ganz unrecht, denn hat man eine grundlegende Hochsprache halbwegs verstanden, fällt es auch leichter sich in andere Programmiersprachen einzuarbeiten. Und in der Industrie gibt es davon auch nicht gerade wenige(SPS in all seinen bunten Farben, Assembler, etc.). Wobei das wohl eher Inhalt der anschließenden Bildungsstufen ist.

    18. Kommt drauf an, was man programmiert. Es hilft sicherlich in vielen Bereichen gut in Mathe zu sein bzw. selbstverständlich logisch Denken zu können. Das hat auch wenig mit dem „Baukasten“ zu tun. Coding ist mittlerweile einfach ein ziemlich großerer Bereich wo man nicht jeden Tag eine API oder eine 3D Engine programmiert. Gerade letzteres ist natürlich reine Mathematik mit Transformationen von Matrizen. Aber APIs haben z.B. recht wenig damit zu tun.

    19. Aber wenn du nur Formen und Farben in Code bringen musst, ist das Fleissarbeit wie vielen anderen Jobs der Welt. Dazu braucht es weder grosses Talent sondern nur den Willen. Und vielen dürfte das Coden von vorne hinein als eintönig abschrecken. Mich zieht es überhaupt nicht Coden zu können. Meiner Meinung nach ist das was die meisten in der Content Industrie machen, eintönige Schreibarbeit die viel Fleiss abverlangt.

    1. Ja, der Titel entspricht auch seiner Meinung. Zusammengefasst: Wer nicht versteht, wie man programmiert, der läuft Gefahr, vom Nutzer zum Benutzten zu werden.

    2. Klingt für eher nach einem weiteren Buch über Verfolgungswahn im digitalen Zeitalter. Liest sich der gute Mann bei jeder Software und jeder App, die er nutzt, erstmal gemütlich bei einem Glas Rotwein den Quellcode durch?

    3. Sicherlich nicht. Es geht darum, dass man dem digitalen Zeitalter nicht ohnmächtig gegenübersteht sondern ungefähr eine Ahnung davon hat, was ein Quelltext ist. Dann weiß man OpenSource und ClosedSource auch besser einzuschätzen. Es fehlen die Leute, die das Netz weiterentwickeln. Nicht jeder kann und sollte „Social Media Berater“ werden.

  2. Typischer PR Film und wie alles in der Branche schön gemalt bis zum geht nicht mehr. Es gibt aber nicht nur die kreativen Sorte von Programmierer sondern auch schlicht solche die Fleissarbeit sind (wahrscheinlich die Mehrheit aller Programmierer Jobs), wie zum Beispiel das Programmieren eine Steuerung für Industrie Anlagen.

    Kreative Jobs mag es viele geben, aber solche die Steuerungen programmieren müssen etc. dürfte es mehr brauchen als Programmierer der Unterhaltungsindustrie. Und Talente kann man nicht einfach züchten. Und die Mehrheit der Menschen sind nicht besonders kreativ, oder eben nur in einem bestimmten Gebiet und kommen daher für den Job gar nicht in Frage. Und es gibt halt auch einfach Leute die es nicht wollen können. Ich spiele zwar gerne, aber ein Spiel programmieren wollte ich nie: A) bin ich zu faul dafür B) will ich mein Hobby nie zum Beruf machen (denn dann vergeht einem die Lust sehr schnell). Fleiss ist eine Sache die man als Programmierer denke ich nebst Kreativität mitbringen muss. Fleiss in einer Stufe wie sie es eben nicht jedem gegeben ist. Vielen dürfte das Coden einfach auch zu eintönig erscheinen.

    Dieser Film erweckt den Eindruck, als sei die Softwarebranche die einzige Branche mit Nachwuchsproblemen. Dabei muss man sich nur der medizinische oder Ingenieurbereich anschauen. Und gerade diese beiden Bereiche als Beispiel sind Nachwuchsprobleme gravierender, da es sich um essentielle Branchen handelt. Bei der Untehaltungsbranche ist es unschön, aber kein Weltuntergang. Ich weiss das Marc es anders sieht, aber er arbeitet in einer Branche die keine essentiellen Funktionen erfüllt. Unterhaltung ist nice to have, aber keine Notwendigkeit. Die Branche nimmt sich meines Erachtens für zu wichtig. Klar es liegt viel Geld in der Branche und darum wollen viele darin arbeiten. Aber viel Nachhaltigkeit oder gar von einem sinnvollen Job darf man nur mit Vorbehalt reden.

    1. Und Talente kann man nicht einfach züchten

      Es geht nicht darum, Talente zu züchten. Es geht darum, die Chance zu erhöhen, dass Talente entstehen können und wissen nicht verloren geht. Es geht auch nicht um die Unterhaltungsindustrie sondern allgemein um die Schere zwischen Menschen, die Computer beherrschen und derer, die sich davon beherrschen lassen oder noch schlimmer aus Unwissenheit Angst davor haben.

      medizinische oder Ingenieurbereich

      Drei mal darfst du raten, was diese Leute in diesen Bereich dann später wissen und können müssen. Bestimmt nicht zu wissen, wie man einen Schraubenzieher oder Skalpell benutzt. Das kann man einfacher lernen als Roboter zu programmieren, die im inneren des Körpers Operationen durchführen.

    2. Ein Ingenieur muss kein Schraubenzieher aber Plannungs CAD, Terminkalender etc. im Griff haben. Ein Chirurg muss ein Instrument bedienen aber nicht programmieren können. Er muss zusammenhänge bzg. Blutgefässe, Nervenbahnen und andere anatomische Dinge wissen, und die verschiedenen medizinischen Möglichkeiten. Aber keiner muss Programmieren können. Programmierer müssen Maschinen bedienbar machen und programmieren eine Benutzeroberfläche dafür. In den 70er wo PCs keine grafische Oberfläche hatte sondern nur eine Kommandozeile war das Programmieren Pflicht. Zu Beginn der 50er war das übrigens in erster Linie Frauenarbeit, denn die hatten zuvor schon die Lochkarten programmiert. Und Frauen sind einfach gründlicher, darum hat man auf sie gesetzt. Aber ausgerechnet Apple und Commodore hat hier Vorarbeit geleistet, indem sie die GUI und damit den PC massentauglich gemacht haben, haben aber dadurch auch eine Barriere geschaffen, denn nun war es nicht mehr nötig ein PC zu verstehen um ihn bedienen zu können.

    3. Programmierer müssen Maschinen bedienbar machen und programmieren eine Benutzeroberfläche dafür.

      Richtig. Und wer kontrolliert dann die Maschinen? Die Entwickler oder die Benutzer? Das ist gerade der Punkt! Wenn wir immer bessere Oberflächen entwickeln, dann entsteht eine zwei Klassengesellschaft: Die Leute, die nur bedienen können und die, die kontrollieren. Diese Macht obliegt aktuell einer sehr kleinen Gruppe von Leuten! Was fehlt, sind vor allem Leute, die beide Welten verknüpfen können.

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