Minecraft auf iOS und Android erlauben den direkten Zugriff auf dedizierte Minecraft Bedrock Server aus dem Internet. Spieler auf der XBOX ONE und die PlayStation 4 schauen leider in die Röhre: Die Funktion „Server hinzufügen“ fehlt auf den Geräten. Die Konsolenversionen von Minecraft können nur auf Bedrock Server im lokalen Netzwerk zugreifen. Das kann man aber mit einer kleinen Software namens Phantom bequem umgehen.

Inhaltsverzeichnis

Kompatibilität der Minecraft Clients mit den Servern

Die neuere Bedrock-Edition läuft viel performanter als die Java-Edition und ist mit den Konsolen und mobilen Geräten kompatibel. Dafür ist der Dedicated Bedrock Server noch in der Alpha-Phase seitens Mojang und erlaubt keine Mods. Clientseitig fehlt außerdem die Unterstützung für die Nintendo Switch und macOS. Unglaublich aber wahr: Für den Mac gibt es keine Bedrock-Edition.

ClientBedrock ServerJava Server
Android
iOS
XBOX ONE
Nintendo Switch
PS4
XBOX 360
PS3
Windows 7/8/10 Java
Windows 10 Bedrock
Linux
macOS
Welcher Client kann sich mit JAVA oder Bedrock Servern verbinden?

Welche Minecraft-Version unterstützt dedizierte Server?

AndroidiOSWindowsPS4XBOXSwitch
LAN✅*
Dedizierter Server

*) Die Nintendo Switch (kaufen) verbindet nur auf Switch-Server. Warum? Weil Nintendo.

Die Lösung: Phantom

Phantom ist ein kleines Programm für Windows, Linux und macOS. Der Mini-Proxy zeigt dedizierte Minecraft Bedrock Server als LAN-Server auf allen Bedrock Versionen an. So ist es PlayStation 4 und XBOX ONE Spielen möglich, auf Bedrock Server im Internet zu verbinden. Und das ohne das Modifizieren von DNS-Einträgen auf den Konsolen. Dazu läd man sich einfach Phantom von Github runter und führt auf dem Terminal entsprechend diesen Befehl aus. Hier am Beispiel von meinem Bedrock-Server mc.marc.tv.

BetriebssystemPhantom-Befehl
Windows 10phantom-windows.exe -server mc.marc.tv:19132
macOS./phantom-macos -server mc.marc.tv:19132 
Linux./phantom-linux -server mc.marc.tv:19132 
Raspberry Pi Zero./phantom-linux-arm6 -server mc.marc.tv:19132 
Raspberry Pi 4./phantom-linux-arm7 -server mc.marc.tv:19132

Unter Linux und macOS muss das Programm noch ausführbar gemacht werden:

chmod +x phantom* 
chmod 755 phantom*

Mehr Komfort durch Raspberry Pi

Einen Befehl auf der Shell ausführen kann ja nun jeder. Viel bequemer ist ein Raspberry Pi Zero im Netzwerk, der diese Aufgabe permanent übernimmt.

Was wird benötigt?

Schreiben der MicroSD Karte und SSH aktivieren

  1. Schreibt mit etcher die img-Datei von Raspbian Buster Lite auf die SD-Karte.
  2. Legt eine leere Datei namens ssh per Computer auf die SD Karte in der Partition „boot“. Das aktiviert den SSH Zugang.
  3. Die MicroSD Karte in den Pi einstecken und diesen per Netzwerkkabel ins lokale Netzwerk hängen. Den Pi an den Strom anschließen.

Login per SSH

Per Shell oder Putty mit SSH auf den Pi wechseln. Die IP des Pi sieht ihr in eurem Router unter Netzwerkgeräte oder ihr verwendet raspberrypi als Hostname. Das Passwort lautet „raspberry“. Wenn das geklappt hat, dann haben wir den schwierigsten Teil hinter uns gelassen. Beispiel mit meiner IP:

ssh pi@raspberrypi

Falls es hier ein Problem gibt, probiert es mit der IP-Adresse statt dem Hostnamen raspberrypi. Wenn es dann immernoch Probleme gibt, habt ihr entweder vergessen, SSH zu aktivieren oder das Netzwerkkabel steht nicht drin oder hat keine Verbindung.

Konfiguration von Rasperian

Mit dem folgenden Befehl startet ihr das Rasperian Konfigurationstool. Dort unter Interfacing Options kann man unter SSH den Zugang aktivieren.

sudo raspi-config

Nun setzen wir die korrekte Zeitzone. Das ist wichtig für die cronjobs:

sudo dpkg-reconfigure tzdata

Herunterladen der aktuellen Phantom Version. Vorher auf github nachsehen, ob es nicht ein neues Release gibt.

wget https://github.com/jhead/phantom/releases/download/v0.3.1/phantom-linux-arm6

Phantom ausführbar machen und testweise einmal starten.

chmod +x phantom-linux-arm6

./phantom-linux-arm6

Nun wird das Programm „screen“ installiert. Das ist nötig, um das Terminalfenster nachher auch schließen zu können und das Programm weiterläuft.

sudo apt-get install screen -y

Trommelwirbel. Nun kommt der wichtigste Teil. Wir führen nun per in einem „screen“ das Programm Phantom aus. Die URL kann und sollte natürlich beliebig ersetzt werden.

screen -dmS phantom ./phantom-linux-arm6 -server mc.marc.tv:19132

Mit dem Befehl „screen -r“ kann man den Screen wieder öffnen. Aber jetzt kann man das Terminalfenster schließen. Der dedizierte Bedrock-Server sollte nun auf der PS4 und XBOX ONE auftauchen.

Erfolg! Der dedizierte Server taucht als LAN-Server auf.

Wieso funktioniert das ohne DNS-Eintrag?

Die Bedrock-Editionen fragen jedes Gerät im lokalen Netzwerk an, ob es nicht zufällig ein Bedrock-Server ist. Phantom tut dann so, als ob es auf Port 19132 einen solchen Server bereitstellt und reicht dann nur die Server-URL von außen durch.

Du hast noch keinen eigenen Bedrock-Server? Dann installiere ihn für dich und deine Freunde auf deinem NAS.

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4 Kommentare

  1. Hallo, ich bekomm es leider nicht hin. Bekomme beim lokal installierten Server die Meldung:
    Opening connection to :19132 for new client :49308!
    2:04PM INF Opening connection to :19132
    2:04PM INF Error while processing client data: dial udp :19132: socket: too many open files
    Beim beenden kommt dann:
    2:06PM WRN read udp server-ip>:36307->:19132: use of closed network connection
    2:06PM INF Listener shut down: 0.0.0.0:19132

    Tipps?

    1. Welche Konsole? Aus Versehen viele Instanzen von Phantom gestartet?

    2. Hi, ist eine xbox one. Deinen hab ich mal zufällig gesehn, hätte drauf können. Ging aber nur mit der v 0.3.1.
      Den eigenen Server, der auf der gleichen VM läuft gibt die Fehler aus

    3. Keine Ahnung. Also auf meinen würdest du kommen? Hast Du deinen nach meiner Anleitung angelegt?

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