Die lustigste deutsche Netflix-Serie: Kacken an der Havel

Kacken an der Havel

Manchmal stolpert man über eine Serie, bei der man nach fünf Minuten merkt: Das hier trifft exakt meinen Humor. So ging es mir mit „Kacken an der Havel“ auf Netflix. Neben How to Sell Drugs Online (Fast) ist das für mich eine der lustigsten deutschen Serien überhaupt. Kawa!

Die Serie spielt mit Anton „Fatoni“ Schneider, den viele vielleicht aus Songs wie „Schminke“ (!) oder „Romcom“ zusammen mit Mine kennen. Da ich Rap mag – und auch Fatoni – funktioniert der Humor bei mir sofort.

Erfolgloser Rapper – und plötzlich Vater

Fatoni spielt den Rapper Toni, der seit Jahren versucht, in Berlin musikalisch durchzustarten. Das klappt eher mittelgut. Sein Geld verdient er inzwischen als Pizzabäcker.

„Ich hab‘ mein Leben lang gedacht
ich bin ein sicker Rapper
doch guck auf meinen Lohnausweis
da steht: Pizzabäcker.“

– Toni bei Rap-Battle

Die Geschichte hat sogar einen erstaunlich ernsten Kern. Toni wird plötzlich aus seinem Berliner Leben gerissen, als seine Mutter stirbt und er zur Beerdigung in seine Heimat zurück muss. Dort wartet direkt die nächste Überraschung: Er erfährt, dass er einen 13-jährigen Sohn hat.

Während gleichzeitig ein Label Interesse an ihm zeigt und seine Rap-Karriere plötzlich doch noch eine Chance bekommt, sitzt Toni plötzlich wieder in seinem absurden Heimatdorf Kacken fest.

Komplett absurder Humor

Was die Serie für mich so besonders macht, ist ihre völlige Skurrilität.

Ein paar Beispiele:

  • Eine Familie von Tumbleweeds (!!!) blockiert die Straße – und wird nachher überfahren.
  • Romano (ja, der mit der Metallkutte) betreibt einen Friseursalon.
  • Veronica Ferres (spielt sich selbst) herrscht über die kleine Stadt wie ein glücklicher Warlord.
  • Die Geschichte wird von einer Ente namens 2Pac erzählt.
  • Auf der Beerdigung werden auf der E-Orgel Lieder wie „What is Love?“ oder „Mr. Vain“ gespielt.

Das Ganze fühlt sich so an, als hätte jemand deutsche Provinz, Rap-Kultur und kompletten Wahnsinn zusammen erfolgreich in einen Mixer geworfen.

Wer kennt Romanos Metalkutte noch? Er ist auch dabei.

Gibt es Kacken an der Havel wirklich?

Die kurze Antwort: Nein. „Kacken an der Havel“ ist ein komplett fiktiver Ort. Die Serie spielt zwar angeblich irgendwo im brandenburgischen Nirgendwo, aber das Dorf existiert nicht. Gedreht wurde trotzdem teilweise in Brandenburg. Die Serie nimmt also eine reale Landschaft und setzt darin eine komplett überdrehte Geschichte.

Der eigentliche Star: Johnny Carrera

So gut Fatoni ist – mein persönlicher Favorit ist Johnny Carrera. Diese Figur braucht eigentlich ihre eigene Serie. Gespielt wird sie von Dimitrij Schaad, den man vielleicht aus der Netflix-Serie Cleo kennt. Er hat die Serie sogar zusammen mit seinem Bruder Alex Schaad entwickelt und geschrieben. Jede Szene mit Johnny Carrera ist pures Comedy-Gold.

Besonders schön: Schaad muss ja das Drehbuch und somit seine Figur zum Teil zumindest selbst geschrieben haben und wusste somit, was ihn erwartet.

Mehr davon, bitte

Die erste Staffel hat neun Episoden und läuft seit 2026 auf Netflix. Ich bin einfach froh, dass Netflix sein Geld auch mal solchen Projekten gibt – und nicht nur den immer gleichen deutschen Produktionen. Vor allem, wenn sie uns dann noch auf Spotify eine ganze Reihe cooler Songs wie „Bussard“ schenkt. Bussarde sind übrigens so was wie Adler – nur cooler.

Oder anders gesagt: Lieber Fatoni und Dimitrij Schaad als der nächste generische Til-Schweiger-Film. Danke Netflix!

Ich brauche definitiv eine zweite Staffel.

Kawa!


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