Horizon 2 – Forbidden West: Atemberaubende Grafik, aber keine Revolution


Horizon 2 Forbidden West

Ich habe den Hauptstrang innerhalb der Open Word von Horizon 2 (kaufen) durchgespielt und bin enttäuscht und entzückt zugleich. Während Horizon Zero Dawn auf der PlayStation 4 damals durch Story, Grafik und Gameplay fast Zelda: Breath of the Wild Konkurrenz gemacht hat, trifft das leider nicht auf den zweiten Teil zu.

Was mich an Forbidden West enttäuscht hat

Die Story ist langweilig

Während Teil 1 mit ihrer Geschichte für Videospiele ein Meilenstein war, dudelt die Handlung bis zur letzten Sekunde der Hauptmission vor sich hin. Es gibt keine nennenswerten Höhepunkte oder gar Überraschungen.

Das Kampfsystem ist nicht ausgereift

Nach über 30 Stunden im Spiel hatte ich immer das Gefühl, dass ich nur durch viel Schwein durch die Kämpfe gekommen bin. Das galt selbst für die größten Endgegner. Natürlich habe ich die Schwachstellen gescannt und versucht diese in der Zeitlupe zu treffen. Einfacher war es allerdings immer, die größte Wumme herauszuholen und draufzuhalten.

Questmarker auf der Karte
Questmarker auf der Karte
Die Anti-Elden-Ring UI
Die Anti-Elden-Ring UI

Mehr vom Gleichen und kein Elden Ring

Das Spiel hat „Horizon 2“ im Titel und genau das ist es auch. Es gibt keinen großen Unterschied beim Missionsdesign und der Kernmechanik. Zur Markierung auf der Karte laufen, Monstertöten, labern, Gegenstand für meine Ausrüstung bekommen, Skillpunkte verteilen, nächster Quest. Dafür kann Aloy nun schwimmen. Hurra. Ansonsten ist Horizon 2 nur größer, schöner und eben tiefer, aber keine Revolution wie zuletzt Elden Ring.

Apropos: Erinnert ihr euch noch an den Moment, als einer der UX Designer von Horizon Forbidden West sich über das Elden Ring Questdesign lustig gemacht hatte? Wohlgemerkt, vor den 10/10 Reviews und bevor Elden Ring zum Spiel des Jahres wurde. Der Einfluss in Horizon 2 von dieser Denkweise zerstört leider das Spiel. Als Spieler wird man hier nicht ernst genommen. Unverschämt: Spiel kostet auf Blu-Ray-Disc ein Vermögen.

Was mich an Forbidden West beeindruckt hat

Die beste Grafik in einem Videospiel

Horizon 2 ist grafisch das beeindruckendste Videospiele-Erlebnis für mich. Auch nicht Red Dead Redemption 2. Denn Horizon 2 ist ein schnelles Action-Spiel, bei dem jeder Screenshot wie ein Bild aus einer Landschafts-Dokumentation aussieht. Jeder Grashalm reagiert auf Aloy, jede Haarsträhne glänzt in 4K-Auflösung im Sonnenlicht. Kein Wunder, dass es bei Digital Foundry auf Platz 1 der optisch besten Spiele 2022 gewählt wurde. Hier einer meiner digitalen Spaziergänge über die postapokalyptische Erde. Ohne Kämpfe, aber dafür mit der schönsten Darstellung von Wasser bislang in einem Videospiel.

Charakterdialoge sind wie kleine Kammerspiele

Ich gebe zu: 80 % der Dialoge habe ich übersprungen. Denn davon gibt es richtig viele. Die imposanten Zwischensequenzen natürlich nicht. Aber wenn nur gelabert wurde, wurde es schnell langweilig. Allerdings sind die in Echtzeit berechneten Figuren gruselig echt umgesetzt. Mimik und Detailreichtum sind täuschend echt, ohne das berühmte Uncanny Valley zu durchstreifen. Und die Figuren stehen dabei nicht wie in Bethesdaspielen nur starr voreinander, sondern habe eine echte Dynamik und berühren sich dabei sogar.

Der Detailreichtum bei 60 FPS ist irre.
Der Detailreichtum bei 60 FPS ist irre.

Wie viel Aufwand ist in dieses Spiel geflossen?

Es ist eine Sache, ein grafisch unglaubliches Open-World-Spiel mit einer langweiligen Story und nur passablen Gameplay zu entwickeln. Aber dies ohne technische Fehler mit Hunderten Dialogen und einer detaillierten und spannenden Welt abzufeuern, ist unglaublich. Das niederländische Studio Guerilla Games hat mit Spielen für den GameBoy Color wie Dizzy’s Candy Quest angefangen. Und dann bauen sie nach Killzone diese digitale Pracht™. Sony muss den Guerilla sehr viel Zeit und noch mehr Ressourcen gegeben haben.

Ladezeiten von wenigen Sekunden

Aus dem PlayStation Menü in das Spiel sind es nur wenige Sekunden. Fast-travel in der riesigen Open-Word findet in maximal 3 Sekunden statt. Es ist einfach irre, wie schnell das Spiel die Grafikpracht lädt.

Auf dem Rücken des Sunwings kommt die Grafik erst richtig zur Geltung
Auf dem Rücken des Sunwings kommt die Grafik erst richtig zur Geltung

Erweiterung: Burning Shores

Trotzdem gute Unterhaltung

Während meiner 34 Stunden mit Aloy fühlte ich mich dennoch gut unterhalten. Dabei habe ich nur den Hauptstrang, ohne Nebenmissionen, gespielt. Erst Wochen später nach dem Durchspielen habe ich mir bessere Ausrüstung besorgt. Aber das Erlebnis war nicht zuletzt wegen der Optik sehr befriedigend. Wenn es den ersten Teil Horizon Zero Dawn nicht gegeben hätte, dann wäre der zweite Teil mein Spiel des Jahres gewesen. Aber leider kommt es trotz der Technik und Aufwand nicht an das erste Abenteuer heran. Ich habe den ersten Teil noch mal gestartet und es ist keine Verblendung: Die Geschichte ist spannender als Teil 2.

Wertung

Horizon II Forbidden West: Insgesamt hat mir das Spielerlebnis mit Aloy in Horizon Zero Dawn 2 gut gefallen und ich wurde gut unterhalten. Die Grafik hat dabei definitiv ihren Teil dazu beigetragen. Obwohl es nicht an den ersten Teil herankommt, bleibt es dennoch ein empfehlenswertes Spiel für alle Fans des Franchise. Mehr Elden Ring und weniger Ubisoft hätten hier gut getan. Marc

8.5
von 10
2023-03-24T18:36:26+0100

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