Homematic IP mit Alexa steuern

Heizung und Licht zu Hause nicht nur per App sondern auch unterwegs und zu Hause per Stimme steuern? Das geht heute mit Systemen für Heimautomation von diversen Produktlinien wie tado, elgato, innogy und Homematic (IP). Inspiriert durch meinen Freund Daniel habe ich mir das Thema mal genauer angesehen.

Nach einer zwei-wöchigen Evaluationsphase und habe ich mich dann für die Cloud-basierte Lösung von Homematic entschieden: Homematic IP.  Zusätzlich landete ein Echo Dot im Warenkorb um mit Alexa das System per Sprache steuern zu können.

„Alexa, mach es im Wohnzimmer etwas wärmer“

Ein Video zeigt, wie sich mit Alexa und Homematic IP und die Heizung und das Licht steuern lässt:

Wie funktioniert die Kommunikation?

Alle neueren Systeme wie Homematic IP und tado setzen auf die Cloud. Dort werden zentral alle Berechnungen und Steuerung durchgeführt. Dabei werden keinerlei persönliche Daten abgefragt oder gespeichert. Die gesamte Anmeldung und Einrichtung der Geräte ist anonym.

Innerhalb der Wohnung wird ein Homematic IP Access Point verbaut. Dieser kommuniziert zu den sogenannten Aktoren an Heizungen und Lampen per bi-direktionalem Funk auf 868 MHz Funkwellen. Alexa kann neben den Homematic IP Steckdosen auch direkt mit Systemen wie Philips Hue und LED-Glühbirnen kommunizieren.

Die Funktionsweise von Homematik IP und Alexa
Die Funktionsweise von Homematik IP und Alexa

Nur mit der App kann man das System über die Homematic IP Cloud fernsteuern. Es gibt keine Weboberfläche mehr. Über die Cloud können dann andere Cloud-Dienste wie Alexa bzw. den Amazon Echo dann ebenfalls das System steuern.

Wie wird Alexa mit Homematic IP gekoppelt?

Wie man oben auf dem Schaubild sehen kann, kommunizieren beide Systeme über das Internet. Das muss auch so sein, weil Alexa nicht lokal arbeitet sondern in der Amazon Cloud.

In der Homematic IP App findet man unter den Einstellungen ganz unten einen Punkt namens Alexa. Dort bekommt man ein Sicherheitstoken bzw. Code. Diesen trägt man in der Alexa App beim Skill „Homematic IP ein“.

Die Prozedur dauert keine 3 Minuten. Kein Basteln. Es läuft danach so wie auf dem Video oben. Alexa übernimmt sogar die Benennung der Geräte und reagiert darauf.

Links die Homematic IP App und rechts die Alexa App.

Automation statt manueller Steuerung

Die Steuerung per Sprache ist natürliches ein nettes Gimmick aber das „Automatik“ in „Heimautomation“ sollte man ernst nehmen. Denn eigentlich ist der Sinn, dass sich durch weitere Aktoren wie die Fenstersensoren zum Beispiel die Heizung automatisch bei längerem Lüften in genau dem Raum ausschaltet.

Dazu kommen Wandthermostate, welche die IST-Temperatur messen. Die Temperatur der Heizungen wird schon durch die daran angebrachten Thermostate gemessen. So stellt man einfach die gewünschte Raumtemperatur ein. Durch Überwachung des Wetterberichtes wird dann die Wohnung genau auf dieser Temperatur gehalten.

Für die Woche kann man festlegen, wann über die Tag die Wohnung auf wieviel Grad die einzelnen Räume haben sollen. Das Schlafzimmer habe ich etwas kühler eingestellt als zum Beispiel das Bad. Feuchtigkeitssensoren geben außerdem darüber Aufschluss, ob man mal wieder lüften sollte.

Die App von Homematic IP

Ich hatte zu Anfang echte Probleme damit weil ich nicht verstanden habe, dass sich das System im Automatikmodus befindet – und das dies vor allem sehr sinnvoll ist.

Man kann kurzfristig einen Raum „boosten“. Dann wird die Heizung für ein paar Minuten voll aufgedreht. Wenn man nun aber meint, man dreht die Heizung einfach 3 Grad wärmer, dann greift nach dem Zeitplan recht bald der Automatismus und alles geht weiter nach Plan.

Wenn man also die Temperatur dauerhaft ändern will, dann sollte man die Profile der Räume anpassen und nicht immer wieder in der App rumspielen.

Warum Homematic IP und nicht Homematic Classic?

Der Unterschied zwischen den beiden System ist neben dem Alter von über 1 10 Jahren das Fehlen der Cloud bei Homematic Classic. Für manche Personen ist die Cloud ein großer Minuspunkt an Homematic IP. Für mich war es der Kaufgrund. Denn ein System ohne native Cloudunterstützung halte ich heutzutage nicht mehr für zeitgemäß.

Alle „coolen“ Anwendungen laufen in der Cloud. Homematic IP hat sogar eine API die man sicherlich irgendwann für eigene Projekte nutzen kann.

Dazu kommt, dass ich nicht glaube, dass die Firma EQ-3 die beide Plattformen parallel weiterentwickeln wird. Diese These wird gestützt durch den Umstand, dass Homematic classic vor kurzem als Open Source Software durch den Hersteller freigegeben wurde. Meiner Meinung nach ist der logische nächste Schritt des Herstellers, die Entwicklung an die Community zu übergeben und sich voll auf Homematic IP zu konzentrieren. Damit wäre Homematic Classic dann tot.

Der Vorteil von Homematic classic ist aber nach wie vor die Unmengen an Konfigurationsmöglichkeiten. Durch eine Skriptsprache ist man unendlich flexibel der der Steuerung der Aktoren. Apps von Drittanbietern muss man aber umständlich per VPN oder kostenpflichtigen Diensten anbinden. Der Betrieb von Homematic IP ist kostenlos.

Der Homematic IP Access Point sieht auf dem Bild viel größer, aus als er ist.
Der Homematic IP Access Point sieht auf dem Bild viel größer aus, als er in Wirklichkeit ist.

Was passiert, wenn Homematic IP Offline ist?

Erstaunlicherweise funktioniert Homematic IP rudimentär ohne Internetverbindung weiter. Selbst der Bewegungsmelder steuert zuverlässig die Lampe im Flur weiter. Einzig und allein die Konfiguration lässt sich nicht mehr per App vornehmen.

Wie teuer ist die Heimautomation mit Homematic IP?

Das Starterset mit dem Access Point, einem Fenstersensor und einem Thermostat kostet um die 100 EUR. Jeder Thermostat an einer Heizung kostet unter 50 EUR, die Fenstersensoren 29,99 EUR und ein Schalter für Steckdosen 49,99. Dafür bekommt man ein Stückchen Zukunft schon heute.

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