Es gibt viele Ausreden, die Spiele von FromSoftware nicht zu spielen: Zu schwer, zu frustrierend und vor allem überbewertet. Ich trenne hier Fakten von der Fantasie und kläre ich nun die häufigsten Mythen über Elden Ring (kaufen), Sekiro, Bloodborne, Demon’s Souls und Dark Souls auf.
Behauptung 1: Dark Souls kann man nicht pausieren
Man setzt sich gerade an die Konsole und gerade mittendrin im Spiel. Plötzlich meldet sich das Kind über das Babyfone und die Session muss unterbrochen werden. In allen FromSoftware Spielen erscheint beim Drücken von „Start“ kein „Pausiert“ auf dem Bildschirm. Stattdessen laufen die Spiele immer weiter. Selbst im Inventar kann man jederzeit sterben. Denn Dark Souls ist ein Onlinespiel. Allerdings kann das Spiel über „Zurück zum Startbildschirm“ fast immer verlassen. Weil das Spiel alle paar Sekunden speichert, steht man genau dort, wo man vorher stand. Dementsprechend kann man sehr wohl wenn auch umständlich das Spiel “pausieren“.
Behauptung 2: FromSoftware erzähl keine Story
Auch wenn es nur wenige Zwischensequenzen gibt, hat jedes FromSoftware-Spiel eine Handlung. Allerdings wird diese nicht über Filmchen erzählt, sondern hauptsächlich über die Umgebung, Gespräche mit NPCs und tatsächlich auch über die Beschreibung der Ausrüstungsgegenstände, die man findet. Am Ende hat man vielleicht nicht jedes Schicksal der zahlreichen Bosse in all seinen Facetten verstanden. Jedoch wird die Haupthandlung ausreichend über das Intro und Abspann hinweg dem Spieler kommuniziert.
Behauptung 3: Dark Souls wird immer schwerer
Die Spiele von FromSoftware haben keinen leichten Einstieg. Das liegt daran, dass wir als Spieler es gewohnt sind, dass die meisten Spiele uns eine Erfahrung und kein Spiel mehr präsentieren. „Laufe dorthin und drücke A, um zu gewinnen.“ Wer bei Dark Souls aber vorsichtig und behutsam vorgeht, wird seltener scheitern. Lieber rollt man in die Angriffe der Bosse rein, um sofort beim Gegner zu sein, um angreifen zu können. Außerdem kann man Gegnern auf dem Weg zu Boss wunderbar ausweichen und muss diese nicht jedes Mal aus dem Weg räumen. Dadurch führt man sich immer sicherer in den Kerkergemäuern. Deswegen sind die ersten Boss die schwersten und die letzten Bosse am einfachsten. Weniger das Aufwerten der Spielfigur, sondern das Trainieren des eigenen Könnens führt zum Ziel. Ergo werden die FromSoftware-Spiele leichter, je mehr man sie gespielt hat.
Behauptung 4: Am Bonfire speichert man den Spielfortschritt
Bei allen FromSoftware-Spielen kämpft man sich von Leuchtfeuer zu Leuchtfeuer. Oder Sites of Grace in Elden Ring. Wenn man stirbt, ersteht man am nächsten Bonfire wieder auf. Man muss nicht bis zum nächsten Leuchtfeuer gelangen, um den Spielfortschritt zu speichern. Das Spiel speichert permanent.
Behauptung 5: Sterben bedeutet Frust
Bei Mario springt man und bei Dark Souls stirbt man. So weit ist das richtig. Denn das Sterben gehört zum Spielprinzip. Niemand kann das Spiel zum allerersten Mal durchspielen und dabei nicht sterben. Aber was das Spiel größtenteils frei von Frust hält: Man stirbt selten zweimal an derselben Sache hintereinander. Das Spiel lässt den Spieler nicht unangekündigt in eine Grube fallen. Starke Gegner haben meistens den Rücken zum Spieler gedreht und müssen erst angegriffen werden. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Deswegen ist die häufigste Todesursache die eigene Gier. Und wenn die Tode auf ein Minimum reduzieren möchte, holt man sich einfach zwei Freunde für den Coop ins Spiel.
Behauptung 6: Bei Dark Souls wird nichts erklärt
Richtig ist, dass es kein Tutorial gibt. Wenn man sofort aus der ersten Tür rennt, übersieht man die wichtigsten Dinge. Das sind Hinweise auf dem Boden oder sogar das erste Schild. So habe ich bei meinem ersten Dark Souls Versuch damals erst beim ersten Boss Guide auf YouTube gemerkt, dass es eine Sprint-Funktion geben muss. Entsprechend gibt im Spiel Erklärungen. Aber FromSoftware trägt dem Spieler diese nicht hinterher. Wer aber mit offenen Augen und behutsam durch die Welten streift, wird mehr Erklärungen finden, als er verarbeiten kann.
Fazit: Mythen muss man selber wiederlegen
Zu den Spielen von FromSoftware haben viele Leute eine Meinung, ohne sie je gespielt zu haben. Vielleicht hat man eine halbe Stunde reingespielt, sofort losgerannt, 5-mal gestorben und dann deinstalliert. Leider braucht man meiner Ansicht nach mehrere Stunden und vor allem Ruhe, um sich von Spielen von Ubisoft und Electronic Arts umzustellen. Erst dann kann man offen sein für die Art von fordernden Action-Rollenspielen nach dem Vorbild von Zelda – A Link to the Past. Und die Mythen stellen sich als das heraus, was sie sind: eine falsche Vorstellung.
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