Heute habe ich zusammen mit Mo Father Gascoigne in Bloodborne besiegt. Im Online-Koop, auf meinem Steam Deck und mit butterweichen 60 FPS. Das Spiel läuft bei mir über bbport direkt unter Linux. Wer hätte gedacht, dass ich 2026 ausgerechnet auf einem Handheld das Bloodborne-Erlebnis bekomme, das ich mir seit Jahren für meine PlayStation wünsche?
bbport: Bloodborne direkt unter Linux
Lange führte der Weg zu Bloodborne auf dem PC über den PS4-Emulator shadPS4. Mit bbport gibt es inzwischen einen anderen Ansatz: Der ursprüngliche x86-64-Spielcode läuft direkt auf dem Prozessor. Eine speziell für Bloodborne entwickelte Laufzeitumgebung ersetzt die benötigten PS4-Systemfunktionen, während die Grafikbefehle nach Vulkan übersetzt werden.
Das ist keine vollständige Dekompilierung, bei der der gesamte Spielcode als lesbarer Quelltext rekonstruiert wurde. bbport lässt sich eher mit einer auf ein einziges Spiel zugeschnittenen Kombination aus Wine und DXVK vergleichen. Auch shadPS4 steckt in seiner Entstehungsgeschichte: Dessen Grafiktechnik war der Ausgangspunkt für den Renderer.
Auf meinem Steam Deck ist das Ergebnis beeindruckend. Die 60 FPS machen gerade die schnellen Kämpfe deutlich angenehmer. Fertig ist das Projekt allerdings noch lange nicht: Ich habe auch Grafikfehler und Abstürze erlebt.
Online-Koop mit The Hunter’s Dream
Für unsere gemeinsame Jagd haben wir zwei Community-Angebote ausprobiert: Seamless Hunt und The Hunter’s Dream. Seamless Hunt bekamen wir nicht zum Laufen. Wir wurden zwar beide als online angezeigt, fanden aber nicht ins gemeinsame Spiel.
Mit The Hunter’s Dream klappte es schließlich. Die Anmeldung über Discord und die anschließende Verknüpfung mit bbport per Code fand ich zunächst umständlich. Einmal eingerichtet, kamen wir aber tatsächlich gemeinsam nach Yharnam. Der Dienst bringt dabei den vertrauten Multiplayer mit Beschwörungen zurück; er macht aus Bloodborne keinen durchgehend nahtlosen Koop.
Unsere nächste Hürde kam dann direkt aus dem Spiel: Einsicht, im englischen Menü „Insight“. Wir mussten erst die Voraussetzungen für die Koop-Glocken erfüllen, bevor wir uns gegenseitig helfen konnten. Nach der Einrichtung und dem Hantieren mit den Glocken standen wir schließlich zusammen vor Father Gascoigne. Genau dafür hatte sich die Bastelei gelohnt.

Mein ersehntes Bloodborne-Upgrade
Kaum ein Spiel wünsche ich mir so sehr als Remaster wie Bloodborne. Mir hätte schon ein 60-FPS-Patch gereicht, um es auf meiner PS5 Pro endlich flüssiger spielen zu können. Für ein aufwendiges Remake wie bei Demon’s Souls hätte ich auch 80 Euro bezahlt.
Nun liefert mir die Community einen großen Teil dessen, worauf ich gewartet habe: Bloodborne mit 60 FPS und funktionierendem Online-Koop, sogar unterwegs auf dem Steam Deck. Ein offizielles Remaster ist das natürlich nicht. Für mich fühlt es sich trotzdem wie das längst überfällige Upgrade an, auch wenn Grafikfehler und Abstürze noch dazugehören.

Einrichtung mit Quiver Launcher und KI
Bei der Installation hilft der Quiver Launcher. Er ist eine Art App-Store für Community-Ports, Recompilations und ähnliche Projekte. Der Launcher läuft unter Linux, bündelt Installation und Start der Projekte und hilft dabei, sie aktuell zu halten. Die benötigten Bloodborne-Spieldateien bringt bbport allerdings nicht mit: Dafür braucht man einen eigenen Dump des Spiels samt Update 1.09.
Ich habe mir zusätzlich von KI bei der Einrichtung helfen lassen. Über einen SSH-Zugang konnte sie auf meinem Steam Deck arbeiten und mir die Konfiguration rund um Quiver und bbport abnehmen. Das macht aus einem experimentellen Projekt noch kein fertiges Kaufspiel, hat mir aber einiges an Handarbeit erspart.
Die Zukunft der Community-Ports
Bei all den neuen Ports, Recompilations und Dekompilierungen habe ich gerade das Gefühl, mitten in einem Umbruch zu stecken. Das sind unterschiedliche technische Ansätze, aber für mich als Spieler führen sie zu derselben spannenden Frage: Welche Spiele können wir künftig auf Geräten spielen, für die sie nie vorgesehen waren?
KI kann bei solchen Projekten und ihrer Einrichtung helfen. Daraus abzuleiten, dass sich jetzt jedes Spiel innerhalb einer Woche neu schreiben lässt, wäre allerdings zu einfach. Hinter einem spielbaren Ergebnis stecken weiterhin technische Arbeit, Tests und viele Fehlerkorrekturen. Heute interessiert mich vor allem das Ergebnis: Father Gascoigne ist besiegt, Mo war dabei, und Bloodborne läuft auf meinem Steam Deck. So darf die Zukunft gerne weitergehen.








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