Ich kannte das Phänomen – aber nicht das Wort dafür. Wenn man bei einem Detail schluderig ist, dann zieht das schnell Chaos von anderen nach sich. Wenn Müll an einer sonst sauberen Stelle liegt, so werfen andere dann ihren Müll dazu. Ich habe den Effekt im Alltag, in Projekten und in Teams oft beobachtet. Und gestern eröffnete mir meine Kollegin Lana, dass es dafür einen Namen gibt: Der Broken-Windows-Theorie oder auch Broken-Windows-Effekt. Danke!
Broken-Windows-Theorie: Experiment der Stanford University
1969 stellte der Stanford-Psychologe Philip Zimbardo zwei identische, scheinbar verlassene Autos ab – eines in der Bronx, eines im wohlhabenden Palo Alto. In der Bronx wurde das Auto binnen Stunden zerstört, in Palo Alto blieb es eine Woche unberührt. Erst als Zimbardo selbst eine Scheibe einschlug, beteiligten sich auch dort Passanten an der Zerstörung.
Die Erkenntnis: Nicht Armut allein führt zu Vandalismus – sichtbare Zeichen von Vernachlässigung signalisieren, dass „niemand sich kümmert“, und senken die Hemmschwelle für weiteres Fehlverhalten. Quelle: Wikpedia
Switch Angel – Coding Trance
More chaos brings more power.
More power brings more control.
Was ich mit der Broken-Windows Theorie verbinde
Wenn ein kaputtes Fenster nicht repariert wird, signalisiert das: Hier kümmert sich niemand. Also werden weitere Fenster eingeworfen. Und wo sich niemand kümmert, folgen weitere Regelbrüche. Aber es geht nicht nur um Städte oder Kriminalität. Es geht um Signale:
- Eine unklare Dokumentation sendet das Signal, dass dies nun für alle toleriert werden kann.
- Eine tolerierte Verzögerung im Projekt bleibt selten die letzte.
- Wenn ich einmal Krafttraining aussetze, erleichtert es das Absagen in der Zukunft.
- Bei einem Schmutzstreifen an ansonsten weißen Wänden im Haus werden Kinder unachtsam und sorgen schnell für weitere.
Subtile, aber sichtbare Fehler führen am Ende zu mehr Chaos. Vielleicht ist das die eigentliche Stärke der Theorie: Wer die kleinen „kaputten Fenster“ früh repariert, verhindert später große Probleme.
Jetzt habe ich Lust, mal wieder SimCity zu spielen.








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