Seit dem wir direkt neben den kleinen Blauen See in Hannover-Misburg gezogen sind, entdecken wir immer neue spannende Ort in unser neuen Umgebung. Den Altwarmbüchener See habe ich beim Laufen gefunden. Der Badesee ist nur 10 Fahrradminuten entfernt und erlaubt auch Wassersport dort zu betreiben. Die echten Stränden dort sind für die Zwillinge in diesen Zeiten ein echter Urlaubsersatz. An einem Wochenende dort bekam ich plötzlich Lust mal wieder Windsurfen zu gehen. Montags im Büro sagte dann mein Kollege Piet im morgendlichen Zoom-Call zu mir:

Ok Marc, wann treffen wir uns dort?

Piet im Juni 2020
Die Insel im Altwarmbüchener See fotografiert von Finns Drohne

Windsurfen ist ein aufwendiges Hobby

Ende meiner Schulzeit war ich mit einem Mitschüler schon mal in den Niederlanden im Windsurfurlaub gewese. Das Rumschleppen des schweren Anfängerboards und der Kampf im Wind mit dem störrischen Segel sind mir gut in Erinnerung geblieben. Dazu noch das An- und Ausziehen des Neoprenanzugs (kaufen) und tonnenweise Sand in sämtlichen Klamotten waren der Preis für ein paar Minuten des Dahingleiten auf der glitzernden Wasseroberfläche.

Jedoch blieb mir diese harte Arbeit diesmal erspart. Der besagte Piet nach der Arbeit um 18 Uhr am Altwarmbüchener See mit dem ganzen Equipment in seinem Kombi angefahren und hat es mir wortwörtlich bis ins Wasser getragen. Dank Piet bekam ich noch passende Surfschuhe (kaufen), Finn lieferte die perfekten Bilder mit der Drohne und Philipp brachte sogar Alsterwasser in Flaschen mit an den Strand. Bei so viel Liebe hätte ich skeptisch werden müssen. Was führten die Kollegen im Schilde?

War es Slapstick und Comedy im eiskalten Wasser?

Die Schaulustigen wollten den Körperklaus selbstverständlich dabei filmen, wie er immer wieder vom Brett rutscht. Sie konnten natürlich nicht wissen, dass (Extrem)-Sport mein vierter Vorname ist. Nichtsdestotrotz ist meine Schulzeit lange her und somit mein Erinnerungen an so ziemlich alles. Schon das hochziehen aus dem Wasser war eine Herausforderung. Damit war nicht mal das Segel sondern das eigene sich aus dem Wasser hochziehen auf das Board gemeint. Das kalte Wasser des Badesees war allerdings meine größte Sorge. Mit 22 Grad Lufttemperatur bei später leichtem Regen war ich auf alles gefasst.

Windsurfen auf dem Altwarmbüchener See. Hinten die Müllverbrennungsanlage.
Ich beim Windsurfen auf dem Altwarmbüchener See wie ich zielstrebig auf die Schornsteine der Müllverbrennungsanlage zufahre.

Am Ende waren alle Ängste waren unberechtigt. Das Wasser war durch Axels Neoprenanzug (günstig kaufen) fast schon zu warm. Sogar ohne den Anzug wäre ich auf das Brett gestiegen. Mit einer grölenden aber auch irgendwie motivierenden Menge am Strand hat es dann doch für eine Runde zur Badeinsel und zurück gereicht. Selbstverständlich habe ich dabei stolz die anderen Surfer auf dem Wasser mit der internationalen 🤙 Hang Loose-Surfergeste begrüßt. Das ist wie den Zeigefinger im Cabrio zu heben, wenn einem ein anderer Cabriofahrer entgegenkommt. Jedenfalls habe ich mit diesem Wissen an dem Tag noch durch eine Wette eine Pommes Frites von Finn gewonnen. Für Slapstick habe ich dann abschließend dann doch beim Ausziehen des Neoprenanzugs gesorgt. Ich war kräftemäßig einfach am Ende. Glücklicherweise gibt es davon keine Bilder. Hoffe ich zumindest.

Ein Stück Paradies in Hannover

Wenn wir schon keinen Urlaub haben können, dann macht man sich eben die Urlaubserlebnisse in Hannover selbst. Zum Beispiel Windsurfen auf dem Altwarmbüchener See nach der Arbeit mit ein paar fantastischen Kollegen. Vielleicht hatte ich aus diesem Grund an dem Abend beim Windsurfen einen Ohrwurm von Big Yellow Taxi.

Don’t it always seem to go
That you don’t know what you’ve got
Till it’s gone

They paved paradise
And put up a parking lot

Wollen wir mal hoffen, dass der Altwambüchener See mir als Laufstrecke und für Wassersport erhalten bleibt und dort kein kein Einkaufszentrum mit Parkplatz gebaut wird. Übrigens macht die Pizzeria Bambino an der Seestraße erstaunlich gutes Essen und hat eine nette Bedienung.

Der Film gibt den Abend so wieder wie er war. Jedenfalls in meinem Kopf.

Danke an Axel, Finn, Philipp und ganz besonders Piet. Ihr habt die Kategorie Leben um einen weiteren Artikel und mich um eine weitere Erfahrung reicher gemacht. Wir sehen uns bald am Wasserskilift in Garbsen.

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