Department for Fine Arts and Music

Unglaublich aber wahr: Die Abteilung für Kunst und Musik an der Universität Bielefeld wird, wenn es nach dem Rektorat geht, in der bisherigen Form nicht weiter existieren.

Eine der vielen Kunst & Musik-Protestaktionen in der Unihalle und in der Stadt
Eine der vielen Kunst & Musik-Protestaktionen in der Unihalle und in der Stadt.

Durch Schwierigkeiten im Globalhaushalt sind laut einem Rundbrief der Grund für Stellenkürzungen im Fachbereich »Musik«. Die weitere Planung sieht vor, eine Professur für Kunstwissenschaft statt der bisherigen Professur für „Musik und ihre Didaktik“ einzurichten. Drei Jahre wird man laut dem Plan noch Kunst & Musik studieren können. Wenn dann der letzte Prof. für Musik Prof. Dr. Bernd Clausen sich nach einer anderen Stelle ausschau hält, was man ihm nicht verübeln kann wenn er das sinkende Schiff vorher verlässt, dann sieht es auch in diesen drei Jahren düster aus. Natürlich ist nicht nur die Kunst & Musik von diesen Problemen betroffen. Die ganze Fakultät für Linguistik mit der Philosophie müssen starke Einschnitte erleiden.

Mit der KuMu würde sehr viel Kulturprogramm einfach wegfallen.
Zusammen mit der KuMu würde sehr viel Kulturprogramm einfach wegfallen.

Ich persönlich halte diese Einsparungen wirklich für fatal. Ich werde mich am Montag mit mehr Bildmaterial und mehr Hintergrundinformationen hier im Blog zurück melden. Im Moment kann man sich über den aktuellen Stand der Dinge im Weblog des JProf. Dr. Bernd Clausen informieren und die Studierenden der KuMu haben schon Protestaktionen angekündigt.

6 Antworten auf „Department for Fine Arts and Music“

  1. Naja, so überraschend finde ich das nicht. Auch wenn die Workshops eine schöne Sache sind, aber eine Fakultät, der zentrale Aufgabe in der ausbildung von Primarstufen Kunst- und Musiklehrer besteht ist ein eine Hochschule ohne „richtige“ Kunst oder Musik studiengänge schon ein bischen … exotisch.

    Defkato ist das Fächersterben aber kein neuer Trend sondern eine kontinuierliche Entwicklung, die zudem durch Fächergeburten ausgleichen wird.

    Auch wenns ein bischen verhöhnend klingt: aber dafür kann ja Bioinformatik und Gesundheiswissenschaften studieren. Und nicht zuletzt auch Mediengestaltung und Medienwissenschaften.

  2. Ich finde das schon beunruhigend, wenn auch ein zu erwartender Trend, will man doch immer mehr eine ökonomische Verwertbarkeit der Fächer. Und gerade das ist absurd, Bildung rein nach der Frage von Kosten/Nutzen zu bewerten. Ich glaube wir stehen da erst am Anfang und selbst bei Fächern, die bestehen bleiben, wird es „Straffungen“ innerhalb der Fakultäten geben, werden weitere Fachbereiche wegfallen.

  3. @ben: Es ist in der Tat nicht überraschend, aber weniger, weil der Fachbereich aktuell so klein ist. Vielmehr ist er durch kontinuierliche Streichungen in den letzten 5-10 Jahren so klein geworden und es wundert nicht, dass das jetzt weitergeht. Fatal ist es trotzdem. Gerade die von Dir angesprochenen Studiengänge Mediengestaltung und Medienwissenschaften leben auch von der kreativen Beschäftigung mit Ästhetik und die ist jetzt schon reichlich knapp.

  4. @ben: Von „Ausgleich“ kann hier wohl kaum die Rede sein, denn hier wird ein fataler Schlag gegen die Lehrerausbildung zu Gunsten der sog. fachlichen Ausrichtung (siehe Hochschulfreiheitsgesetz) der Uni BI ausgeführt und vor allem gegen die ästhetischen Fächer. Natürlich ist das nicht überraschend, wenn man sich den aktuellen Trend in der deutschen Bildungslandschaft anschaut: Der Lehrermangel in den musischen Fächern wird damit weiter voran getrieben, was fatale Folgen haben wird.

    Wir StudentInnen des Fachbereichs Kunst & Musik werden uns dagegen wehren!

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