Das Leben kann sich innerhalb weniger Stunden völlig verändern. Manchmal im Kleinen und manchmal ist es dann ganz vorbei. Wir haben Magnus nach kurzer, aber heftiger Krebserkrankung gestern auf einem Waldfriedhof in Rheinland-Pfalz beerdigt. Magnus war ein direkter Kollege von mir und später ein Freund. Als Development Consultant und Agile Coach war er ein wichtiger Teil des Teams. Er war zusammen mit seiner zauberhaften Frau auf meinen Partys und hat auch im Büro bei jeder Rockband-Session die Drums gerockt, bis die Finger geblutet haben.

Dann wurde er immer dünner. Er kam dann auch nicht mehr mit zum Sushiladen gegenüber. Irgendwann sahen wir ihn dann nur noch via Videokonferenzen. Er hatte Schmerzen und versuchte, irgendwie herauszufinden, was gesundheitlich sein Problem sei. Dann die Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Mit 36 Jahren. Da ist kein Arzt draufgekommen. Und dann ging es ganz schnell. Er war noch einmal bei mir, dann war ich bei ihm und konnte noch Portal 2 mit ihm durchspielen. Ich hatte da schon das Gefühl, dass es wie ein Abschied war. Aber nie hat er seine positive Art abgelegt. Selbst als er mir schrieb, dass er da wohl sterben würde. In der Klinik auf der Palliativstation kamen wir dann zu spät. Er schlief kurz vor unserem Besuch ein.

Magnus hat mich schon zu Lebzeiten inspiriert. Das weiß er auch, denn das habe ich ihm gesagt. Ohne ihn hätte ich nie über Unternehmenssoziologie hier im Blog geschrieben. Er bleibt unvergessen. Bis zuletzt habe ich gehofft, dass er bei der Beerdigung im Wald plötzlich hinter einem Baum mit seinem verschmitzten Lächeln hervorkommt und uns allen ein Zertifikat überreicht und sagt: „Nun seid ihr als Team zusammengewachsen.“
Er hat uns noch etwas mit auf den Weg gegeben, das ich gerne teilen möchte:
„Schaut bewusst jeden Tag, dass ihr Farben sammelt, Wärme sammelt, damit ihr davon zehren könnt. [..] Weil man nicht weiß, wann der Winter kommt und wie lange der Winter dauert.“
Magnus Maus – August 2026, kurz vor seinem Tod, in einer Videobotschaft

Das kommt aus dem Buch „Frederick“ (kaufen). In dem Buch geht es um eine kleine Maus, die Sonnenstrahlen, Farben und Wörter für den Winter sammelt, während die anderen Mäuse Nahrungsvorräte anlegen. Als der Winter lang und grau wird, schenkt Frederick ihnen mit seinen Erinnerungen und Geschichten Wärme und Hoffnung. Danke, Magnus, dass du selbst im tiefsten Winter sogar noch uns Hoffnung gegeben hast. Lasst uns mehr Zeit mit Menschen verbringen, die uns guttun, und mit Dingen, die uns Freude machen. Ich habe das wirklich immer schon so gehandhabt, aber nun gehe ich mit dieser Botschaft noch mehr hausieren. Lena, wir sind bei dir. Und Magnus, ich vermisse dich. Auch deine Kommentare hier. Sehr. Ich hätte so gerne die Podcast-Episode von uns beiden noch gehört …
/ich höre Gareth Emery – Sansa vom Album „100 reasons to live“.





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