Achtung! Diese Anleitung bezieht sich auf den Code in meinem GitHub Repository. Bitte keine Fragen zu dem Repository von TheRemote stellen. Das heißt: Nur die Links hier im Artikel nutzen. Sonst kann ich nicht helfen.

Ich wollte seit langer Zeit wegen den geringen Kosten einen Minecraft Server auf dem neuen Raspberry Pi 3B+ installieren. So ein Server muss dauerhaft stabil 24/7 laufen, damit man damit echt Spaß haben kann. Deswegen habe ich dieses Tutorial geschrieben, in dem genau das Endziel beschrieben wird.

Unsere Minecraft-Welt ist mittlerweile stolze 150 MB groß und hat seit ihrem Debüt auf der XBOX 360 bis heute überlebt. Aus diesem Grund möchte ich ab und zu ohne viel Konfiguration oder Geld zu bezahlen die Welt weiter gestalten.

Der Spigot-Fork „Paper“ dient als Grundlage

In diesem Artikel beschreibe ich wie man auf de Pi den Minecraft Server Paper als „headless server“ stabil betreibt. Das heißt, der Pi kann irgendwo in der Nähe des Routers ohne Maus und Tastatur betrieben werden.

Welche Hardware benötigt man?

  1. Einen Raspberry Pi 3 oder den neuen Raspberry Pi 4 mit viel RAM
  2. Ein Netzteil für den Raspberry Pi bzw. USB-C Netzteil für den Pi4 (Nicht daran sparen!)
  3. Eine schnelle microSD Karte
  4. Ein Gehäuse für den Pi 3b oder ein Gehäuse für den Pi4 (gibt es kein gutes)
  5. Ggf. ein Synology NAS (optional für Backups)

Welche Software wird benötigt?

  1. Raspberian Stretch Lite (Betriebssystem für den Pi)
  2. etcher (Tool zum Schreiben von SD Karten)
  3. Die Shell (beim Mac dabei) oder PuTTY für Windows.

Schreiben der MicroSD Karte

  1. Schreibt mit etcher die img-Datei von Raspberian Stretch Lite auf die SD-Karte.
  2. Legt eine leere Datei namens ssh per Computer auf die SD Karte in der Partition „boot“. Das aktiviert den SSH Zugang.
  3. Die MicroSD Karte in den Pi einstecken und diesen per Netzwerkkabel ins lokale Netzwerk hängen. Den Pi an den Strom anschließen-

Konfiguration Raspbian

Per Shell oder Putty mit SSH auf den Pi wechseln. Die IP des Pi sieht ihr in eurem Router unter Netzwerkgeräte. Das Passwort lautet „raspberry“. Wenn das geklappt hat, dann haben wir den schwierigsten Teil hinter uns gelassen. Beispiel mit meiner IP:

ssh pi@192.168.178.37

Mit dem folgenden Befehl startet ihr das Rasperian Konfigurationstool. Dort unter Interfacing Options kann man unter SSH den Zugang aktivieren.

sudo raspi-config

Nun setzen wir die korrekte Zeitzone. Das ist wichtig für die cronjobs:

sudo dpkg-reconfigure tzdata

Installation Paper

Für die einfache Installation hat James A. Chambers ein Script geschrieben, das uns diesen Schritt enorm erleichtert. Das wird mit wget von github gezogen, mit Schreibrechten versehen und dann ausgeführt. Das Script installiert Java 9 und den aktuellen Paper Minecraft Server. Ausgeführt wird es nun in drei Schritten. Jeder Schritt ist jeweils eine Zeile auf der Kommandozeile.

wget -O SetupMinecraft.sh https://raw.githubusercontent.com/mtoensing/RaspberryPiMinecraft/master/SetupMinecraft.sh

chmod +x SetupMinecraft.sh

./SetupMinecraft.sh

Starten und Optimieren des Servers

Der Server kann nun direkt gestartet werden. Das Script dasfür liegt im Verzeichnis ~/minecraft Erreichbar ist der Minecraft Server nun unter der IP-Adresse des Raspberry Pi.

Achtung: Bitte einmal den Server starten damit die Konfigurationsdateien geschrieben werden, die wir im nächsten Schritt editieren.

cd ~/minecraft
./start.sh

Zusätzlichen weisen wir mehr Speicher von der GPU dem Server zu. Schließlich haben wir bei diesem Projekt keinerlei grafische Ausgabe. Die System-Konfigurationsdatei editiert man mit nano:

sudo nano /boot/config.txt

Diese Zeilen kommen ganz ans Ende dieser Datei:

gpu_mem=16

Anpassungen für Raspberry Pi 4 mit mehr Arbeitsspeicher

Wer einen Raspberry Pi 4 mit mehr als 1GB besitzt, kann mit den beiden Parametern „Xms“ und „Xmx“ rumspielen und diese erhöhen. Die sind als Standard auf 800 MB gesetzt und befinden sich in der Datei ~/minecraft/start.sh in der letzten Zeile.

Mein Raspberry Pi4 mit 4GB Arbeitsspeicher nutzt mit folgenden Werten seinen Speicher besser aus:

-Xms2800M -Xmx2800M

Minecraft Server konfigurieren

Es gibt eine Datei in ~/minecraft/server.properties Dort habe ich vorerst die Anzahl der Spieler auf 3 gesetzt und die Whiteliste eingeschaltet. Wenn ihr auf die Commando-Zeile des Servers wollt, dann geht das der über die mit start.sh gestartete screen-Session.

Dort kann man dann die whitelist verwalten oder die Tageszeit auf dem Server beeinflussen. Mit dem Befehl timings report seht ihr detaillierte Metriken zur Auslastung des Servers. Mit STRG+A und dann STRG-D verlässt man den Screen dann wieder.

screen -r minecraft

Freigeben des Servers über das Internet

Ich nutze eine Fritzbox. Dort kann man unter den Einstellungen Internet > MyFritz-Konto eine Adresse einrichten, über die man die Fritzbox außerhalb des eigenen Netzwerks erreichen kann.

Unter Internet > Freigaben > Gerät für Freigaben hinzufügen > [Gerät auswählen] > Neue Freigabe > MyFritz Freigabe > Andere Anwendung und dort den Port „25565“ freigeben.

Die MyFritz-URL ist dann die Server-Adresse, die man in Minecraft einträgt. (z.B. qbnsepjzhd8cvzk7y.myfritz.net)

Automatischer Start beim Neustart

Über die crontab kann man nicht nur den Pi und somit den Minecraft-Server  regelmäßig neustarten sondern ebenfalls reboot den Minecraft Server starten. Dafür einfach den  Inhalt der Datei crontab in die Cron Tabelle kopieren. Der Befehl zum editieren der crontab lautet:

crontab -e

Kleine Maps laufen performant auf dem Raspberry Pi

Serverneustart nach 12 Stunden (optional)

Meine Erfahrung mit Minecraft Servern ist, dass man sie zur Sicherheit regelmäßig sauber neustartet. Dabei werden alle Daten im Arbeitsspeicher auf die SD Karte geschrieben und gehen bei einem Absturz nicht verloren. Ich bin dann so weit gegangen, dass sich erst der Paper Server runterfährt und dann der Pi komplett neugestartet wird.

Mein Repository auf GitHub enthält den letzten stabilen Stand.

Konfiguration Samba-Server für Backups (optional)

In Kurzform: Über Samba wird das Verzeichnis ~/minecraft/world im Netzwerk freigegeben. Danach kann das Verzeichnis im Synology NAS gemountet werden. Auf diesem Weg kann ein Task nächtlich die Inhalte in ein Verzeichnis kopieren, das über Cloud Sync mit der Dropbox verbunden ist. Den Inhalt für die Datei smb.conf habe ich mit ins das Repository auf GitHub gelegt.

sudo apt install samba
sudo nano /etc/samba/smb.conf
sudo smbpasswd -a pi
Dies ist nur ein minimaler Ausschnitt der Karte.

Der Server läuft und läuft und läuft

Bislang hat der Server erstaunlich wenig Zicken gemacht. Insgessamt waren maximal 3 Personen gleichzeitig auf dem Server und der Pi hat das sehr gut weggesteckt.

Ich bin kein Systemadministrator und es gibt sicherlich einiges an dieser Anleitung zu optimieren. Für Korrekturen und Verbesserungen bin ich dankbar. Gerne auch direkt auf GitHub.

Als Tipp: Der neue schnellere Raspberry Pi 3b+ ist ideal für dieses Projekt und aktuell günstig zu haben. Wem die Power des Raspberry Pi nicht reicht, der nutzt einfach meine Anleitung für einen Minecraft-Servers auf einem Synology NAS.

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125 Kommentare

  1. Hat sich denke ich erledigt!

    Der command für OP ist „op Username“ und weather, time kann man einfach so eingeben

  2. Und noch einmal
    Wann kann man denn mit einem Upgrade auf 1.14 rechnen? Bzw. wirst du zum upgrade auch noch einen Post verfassen? Kann man jetzt auch schon auf die 1.14 umsteigen? Auch wenn es Bugs gibt?

  3. Hi, Ich bin nun Stolzer besitzer von 2 Raspberry Pi 4 a 4GB RAM und möchte nun den Server von meiner Synology 916+ 8GB wieder auf einen Raspberry Pi Wechseln.
    Hast du schon erfahrung mit dem Buster Betriebssystem ? Ich habe andere minecraft Installationen versucht leider wird Java nicht unterstützt. Wird das mit deiner Version funktionieren ?

    1. Tu es dir nicht an. Macht keinen Sinn das auf dem Pi zu betreiben, wenn du ein Synology hast. Ich habe auch einen RP4 und aktuell würde ich bei dem aktuellen Beta-Status gar nichts Produktives darauf betreiben.

      Debugging und Stabilität sind durch Docker einfach viel einfacher umzusetzen.

      Mein GitHub-Repository sollte aber trotzdem laufen mit meiner Anleitung. Einfach mal ausprobieren und hier Feedback geben.

    2. Hat Funktioniert, nur den Arbeitsspeicher vergeben, geht leider nur bis 2 GB alles was darüber ist startet der Server nicht

    3. Hat dein Pi4 wirklich 4GB? Hier konnte ich den Speicher auf 3.5 GB in dem JAVA Befehl hochdrehen und er startet normal-

    4. Ja habe den 4GB du meinst die start.sh oder ? in deiner Anleitung fehlt leider der teil mit dem Arbeitsspeicher^^

    5. Ah also war ich schon Richtig ! 3,5GB sind aber 3.584MB und nicht 2800MB aber mit 2800 geht es danke dir für deine Arbeit.

    6. Guten Morgen Marc,
      Es hat gestern auch mit 2800MB nicht funktioniert , Minecraft Server ist nicht zu 100% durchgestartet. Mit 2500Mb hat alles funktioniert, der xserver ist in der lite version von Raspian Buster glaube ich garnicht installiert, mh gibt es eine möglichkeit nachzuschauen wo so viel RAM benörtigt wird ?

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