Was bedeutet MMORPG?

Achtung! Diesen Artikel stammt aus dem Jahre 2003 aber da google den von damals noch immer geindext hat, packe ich den als Eintrag hier rein. Ich habe auch einen aktuelleren Artikel über das MMORPG Anarchy Online geschrieben.

Dank der immer rascheren Verbreitung von Breitband-Onlinezugängen wird der Bekanntheitsgrad von Onlinespielen immer größer. Damit sind nicht in erster Linie kostenlose Spiele wie z.B. Counterstrike [Half-Life-Mod] gemeint sondern so genannte Massively Multiplayer Online Roleplaying Games.
Das sind Computerspiele bei der man in die Rolle eines selbst generierten Charakters schlüpft und mit ihm in eine virtuelle Welt eintaucht zusammen mit 10.000en anderen Spielern auf der ganzen Welt welche wiederum andere Charaktere in dieser Welt verkörpern. So entsteht ein Mini-Kosmos im Internet welcher durch die die Menschen die ihn bevölkern geformt und mitgestaltet wird. Was sich anhört wie aus einem Science-Fiction-Roman ist aber schon seit 5 Jahren Realität. Doch nie zuvor war die künstliche Realität so real wie heute, denn die Spiele sind ihrer Herkunft, der kostenlosen „Multi-User Dungeons“, Massen Multiplayer Text-basierende Online RPGs welche in Uni’s auf Unixrechnern liefen und nur etwas für Freaks waren lange entwachsen.

Aber 5 Jahre nach Ultima Online hat sich einiges getan in diesem noch recht jungen Genre der Computerspiele. Wir erinnern uns an erste Bilder von Ultima Online von Anno dazumal. Zwar war man nicht mehr auf reinen Text angewiesen aber so richtig toll sah es immer noch nicht aus. Wie man sehen kann sieht es ähnlich (langweilig) wie Diablo 1 + 2 aus: Iso-Perspektive, Bitmap-Charaktere und die Übersicht geht flöten. Zwar ist ein Add-On erschienen welches wenigstens die Charaktere in echtem Polygon-3D-Look erscheinen lässt aber die grafische Revolution blieb aus.

Zwar könnte man jetzt sagen: „Aber ein Spiel ist doch nicht nur durch seine Grafik gut oder schlecht!“ aber ein Action-Rollenspiel bei dem man für eine gewisse Zeit in die Haut des Protagonisten schlüpft schon. Wer mal Diablo 2 und danach das grafisch brillante 3D-Adventure Ultima 9 – Ascension gespielt hat ( die Spiele kamen ungefähr zur selben Zeit heraus ), weiß was ich meine. Meist ist nicht der persönliche Geschmack sondern eher die Power des Systems die einschränkende Macht bei der Entscheidung welches Spiel gespielt werden will.

Das alles war aber vor gut 5 Jahre aktuell. Wie sieht es heute in Zeiten des Internets aus? Everquest, Asheron’s Call, Dark Age of Camelot, Neocron, Shadowbane und natürlich Anarchy Online sind die 2. bzw. 3. Generation des neuen Genres was für viele Gamer in Deutschland bisher im Verborgenen blieb. Zum Vergleich ein Screenshot aus Anarchy Online, was im Moment mit Abstand das grafisch beste MMORPG darstellt. Selbst das auch sehr gute Dark Age of Camelot kommt da nicht ran.

Wie man sieht wirkt die ganze Szene schon wesentlich realer als die bei Ultima Online von vor 5 Jahren. Wer das aktuelle Spiel „Gothic 2“ von JoWood sein eigen nennt der kann sich vorstellen was einen erwartet. Wie man anhand des Anarchy Online Screenshots erkennen kann spielt AO im Gegensatz zu Ultima Online und fast allen anderen MMORPG’s in der fernen Zukunft. Das mag daran liegen, dass Firmen darauf setzten, dass Personen welche im real-life auch Rollenspiele mit Freunden bei Kerzenschein im dunklen Keller spielen meist auch eher in der Welt der Orks und Drachen abtauchen als in die Welt von fliegenden Autos und Nano-Implantaten. Wem die mittelalterliche Welt mehr zusagt, der wirft mal einen Blick auf diesen in-game Screenshot aus Shadowbane von Ubi-Soft.

Es bleibt jedem selbst überlassen, in welche Welt er eintauchen möchte. Aber diese Entscheidung sollte wohl überlegt sein, da die MMORPG’s nicht gerade billig sind: Min. 12 € legt man pro Monat zusätzlich zu den normalen Onlinegebühren auf den Tisch. Außerdem ist der Besitz einer Kreditkarte meist von Nöten um den reibungslosen Zahlungsfluss zu gewährleisten. Ich persönliche stehe mehr auf Welten, die nicht in der Vergangenheit oder im Fantasybereich angesiedelt sind weil ich es für ausgelutscht halte. Außerdem ist der Coolness-Faktor einer Science-Fiction Welt in meinen Augen nicht zu toppen im Gegensatz zum Mittelalter.

Ein anderer Aspekt ist aber sicherlich auch die Zeit, denn eigentlich sind diese Spiele nur etwas für Studenten, Schüler oder Menschen die einfach zu viel Zeit haben, denn keine andere Art von Entertainment verschlingt so viel Zeit wie dies hier. Denn auch wenn diese Spiele eine fortschreitende Story haben so geht diese Story nie zu Ende. Und da die Entwickler meist diverse Sachen in Patches nachliefern ändert sich diese Welt jeden Tag.

Bei den meisten Spielen dieser Art ist es auch möglich Häuser zu bauen oder etwas in der Art und so etwas unvergängliches in der Welt zuschaffen. Auch viele Arten sich mitzuteilen sind gegeben was über den normalen Textchat hinausgeht. Die Figuren bei Anarchy Online z.B. können sich durch Gestik mitteilen, welche durch eine kleine Scriptsprache gesteuert wird. So ist es möglich Leuten zuzuwinken, ihnen den blanken Hintern zu zeigen oder ähnliche Dinge. Auch die Wahl der Kleidung die jede der enorm detaillierten Figuren trägt soll wohl bedacht sein. In der Welt von AO konkurrieren mehrere Kleidungsdesigner miteinander so dass man auch mal in den Städten shoppen gehen kann. Auch Accessoires wie Sonnenbrillen, Unterwäsche (!) ect. sind in der virtuellen Welt vertreten. Man bildet schnell Gruppen um sich in der virtuellen Welt schneller zurecht zu finden. Überhaupt ist ein wichtiger Aspekt der OnlineRPG’s das Miteinander!

Im Gegensatz zu dem zu Begin erwähnten CounterStrike geht es ja eben nicht im das gegenseitige Töten sondern eher in der Gruppe auf Jagd zu gehen, Handel zu betreiben oder sich einfach in netter Runde über alltägliche Dinge zu unterhalten. Wer also Spiele wie Gothic 1+2, Ultima 9 Ascension, Zelda – Ocarina of Time, Final Fantasy 1 – 10 ( der 11 Teil ist ja ein Onlinespiel) oder vielleicht sogar DeusEx (Game of the Year 2000) sehr gerne gespielt hat, der wird dies hier vergöttern! Die absolute Freiheit zu tun was man will sollte man erlebt haben denn ein MMORPG kann kein Offline-RPG ersetzten egal wie gut es gemacht ist. Denn die Geschichte schreibst Du diesmal selber. Einem Haken hat die Sache natürlich: man wird süchtig. Ich selber habe 3 Monate meines Lebens in Welt von Anarchy Online verbracht.

Jetzt kann ich meiner „Du spielst zuviel AO wenn…“Liste noch etwas hinzufügen. Und zwar: „man einen Artikel wie diesen hier schreibt“.

Und wer dachte, MMORPG’s gäbe es nur auf dem PC, der irrt. Hier ein Trailer der Dreamcast-Version von Phantasy Star Online aus dem Jahre 2000.

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