God of War: überbewertet und unvollständig

Als die Credits vom neuen God of War über den Fernseher liefen, konnte ich nur laut sagen: „Das war’s!?“. Das exklusive PlayStation 4 Spiel wurde von der Fachpresse hochgelobt. Jedoch kann ich die hohen Wertungen nicht nachvollziehen. Und das hat folgende Gründe:

Die Geschichte ist nicht abgeschlossen

Wenn TV-Serien eine abgeschlossenen Story haben, dann finde ich das befriedigend. Spiele hingegen brauchen meiner Ansicht nach keine Handlung. Jedoch stellt God of War das erzählerische Abenteuer von Kratos und seinem Sohn Atreus in den Mittelpunkt. Und das beginnt gerade erst, als es schon wieder vorbei ist.

Außerdem kann ich sämtliche Entscheidungen des Hauptcharakters nicht nachvollziehen. Ich mag ihn auch einfach als Person nicht. Das hatte ich zuletzt so extrem bei Assassin’s Creed III.

Immer die selben Gegner

Das Spiel wird dominiert von nervigen Trollen oder Standard-Gegner. Diese gibt es mit verschiedenen Elementen und somit Schwachstellen aber Prinzip und leider auch die Todesanimationen sind immer gleich.

Zudem ähnelt erste Bosskampf dem letzten Bosskampf zu sehr. Nur der Kampf gegen den Drachen hat mich wirklich vom Hocker gerissen.

Kratos und Freya
Zumindest ist die Grafik in 4k und HDR größtenteils mittelmäßig gut.

Rückschläge dominieren das Pacing

Dies ist vielleicht mein größer Kritikpunkt: Eigentlich wollen Kratos und sein Sohn nur die Asche der toten Mutter auf dem höchsten Berg von Rödelheim verstreuen. Durch nervige Zufälle wird dieses Vorhaben jedoch immer wieder kurz vorher vereitelt. Das nervt schon beim ersten Mal und wird beim fünften Rückschlag demotivierend.

Die Puzzle sind simpel und wiederholen sich

In der Umgebung nach leuchtenden Symbolen suchen um sie mit der Axt zu treffen erinnerte mich an Hellblade – Senua’s Sacrifice. God of War erlaubt dem Spieler zumindest, die Rätsel links liegen zu lassen. Und genau das habe ich gemacht.

Mittelmäßige Grafik

Ich kann den Hype um die Grafik nicht nachvollziehen. Das Gebiet rund um das Haus der Hexe sieht wirklich super aus. Genau so wie die Darstellung von Kratos und Atreus ist schon fast so lebensecht, dass das Uncanny Valley nicht betreten werden muss.

Alle anderen Charaktere und Areale wirken jedoch leblos und sind linear und somit recht uninteressant. Ohne die Partikeleffekte würde ich sogar von enttäuschender Grafik sprechen. Horizon Zero Dawn hat hier meiner Meinung nach deutlich mehr aus der PS4 Pro rausgeholt und mich im direkten Vergleich mehr beeindruckt.

Trotzdem ein gutes Spiel?

Das Spiel ist trotzdem gut. Es eben nur kein Überflieger. Mit Breath of the Wild, Horizon Zero Dawn und Bloodborne hatte ich deutlich mehr Spaß.

Mein Freund Mo meinte zu mir, dass es vielleicht gerade an meiner Retro-Phase liegt, dass ich bestimmten Spielen nicht mehr so viel  abgewinnen kann. Ich würde sagen, dass ich durch die beschränktere Zeit wählerischer geworden bin, was mein Hobby angeht. God of War ist keine Zeitverschwendung aber es gibt meiner Meinung nach bessere Spiele.

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Empfohlene Kommentare

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God of War: Kratos und sein Sohn Atreus kämpfen gegen immer gleiche Gegner und mit langweiligen Rätseln. Insgesamt kein Überflieger. Trotzdem dank interessanten Charakteren und einem guten Kampfsystem ein tolles Spiel.Marc
8
von 10
2018-05-07T08:31:25+00:00

4 Antworten auf „God of War: überbewertet und unvollständig“

  1. Endlich jemand der GoW nicht bis zum geht nicht mehr hyped. Es ist wie du schreibst ein gutes Spiel. Doch es ist weit weg vom ungewöhnlichen oder außergewöhnlichen. Es ist ebenfalls weit weg vom GoW Feeling das man bei den ersten Teilen der Reihe hatte und das man so lieben gelernt hat. Nicht nur Kratos allein hat die Reihe so beliebt gemacht. Auch das brachiale Gameplay mit seinen so vielen unterschiedlichen (und unterschiedlich großen) Gegnern. Für mich persönlich hat das aktuelle Spiel der Reihe, bis auf Kratos, nichts mehr mit GoW zu tun. Sie hätten auch irgendeinen anderen Protagonisten reinstellen können. Egal ob Nathan Drake oder Lara Croft. Es hätte jedes der aktuellen Reihen sein können, wenn man bestimmte Kleinigkeiten austauscht. Es wäre egal gewesen. So gab es Kratos und man konnte den Verkaufstitel God of War drauf schreiben um den Umsatz kometenhaft nach oben schnellen zu lasse. Das ist das was mir in dieser Konsolengeneration seit Jahren auffällt. Es ist der Großteil einfach innovativlos und austauschbar. Das war in den Generationen davor nicht so sehr der Fall. Natürlich kam es vor, doch es war nie so auffällig und dreist wie in dieser. Deswegen werde ich diese Generation einfach nicht lieben können. Leider

    1. Man hat eben die Erfolgsformel gefunden: Interessante Story mit toller Grafik und Action-Gameplay. Uncharted hat das in der Form sicherlich erfunden. Tomb Raider hat dies auf andere Plattformen gebracht und nun kommt God of War.

      Gut, dass es noch FROMSoftware gibt…

    2. Oder viele Indie-Entwickler die ständig mit guten und neuen Ideen kommen und das sogar mit kleinem Budget realisieren können. Es ist die Tripple-AAA Krankheit Geldgier die diese Generation an Spiele so belanglos macht. Über die Katastrophe Loot-Boxen oder das Bezahlen von Echtheld möchte ich jetzt nicht schreiben. Da würde ich mich nur unnötig aufregen ;)

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